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*** Tomb Raider ***


 
traider kritik
 
Autor: Sascha Fersch
         
Tomb Raider ist zurück. Diesmal wird Lara Croft gespielt von der Oscar-Gewinnerin Alicia Vikander. Obwohl es vor dem Filmstart einige Kontroversen gab, ob sie die richtige Kandidatin für die Rolle ist, fühlt sich der Film sehr rund an.
 
Auch Frauen können Sixpack und Muskeln haben
 
Alicia Vikander ist auf jeden Fall physisch eine starke Performance gelungen, mehr noch als ihre Vorgängerin Angelina Jolie wirkt sie wie eine zähe und willensstarke junge Kämpfernatur. Wieder einmal gilt es natürlich ein mystisches Rätsel zu lösen und in den Tiefen einer Gruft gegen die machtbesessenen Bösen anzukämpfen. Die Vorgeschichte beginnt in London, wo Lara sich als Fahrradkurier durchschlägt obwohl eigentlich seit sieben Jahren ein Milliardenerbe auf sie wartet. Doch da sie sich nicht mit dem Gedanken abfinden kann, dass ihr Vater tot ist, ruht das Erbe.
 
Erst als sie bei einem weiteren Termin mit dem Anwalt ihres Vaters eine Spur findet, die sie zu seinem letzten bekannten Aufenthaltsort führt, kehr auch das Feuer in ihre Augen zurück. Sie macht sich sofort auf den Weg an die fernen Küsten von Japan um eine geheimnisvolle Insel aufzuspüren, wo angeblich eine grausame Herrscherin begraben liegt, zusammen mit dem Schlüssel die Welt zu unterjochen. Diese Legende zieht natürlich auch allerlei Bösewichte an und prompt gerät Lara Croft in die Fänge einer geheimnisvollen Organisation, die auf der Insel mit Sprengungen versucht, die geheimen Grabanlagen zu finden.
 
 
Nachdem ihr die Flucht vor diesen Menschen gelingt, ist sie trotzdem noch gestrandet auf der abgelegenen Insel, allein und verletzt, ihre Situation scheint ausweglos. Doch dann kommt ihr ein Einsiedler zur Hilfe, der sie pflegt und ihr Unterschlupf gewährt. Kann es sein, dass dieser Mann ihr verschollener Vater ist? Sein einziges Ziel war es, die bösen Mächte daran zu hindern, die Grabkammer zu finden und ausgerechnet Lara hat ihnen nun unabsichtlich den entscheidenden Hinweis geliefert. Es sieht so aus als würde die grausame Herrscherin erneut auf die Welt losgelassen.
 
Wie viele Gräber gibt es eigentlich noch?
 
Es gibt ja mittlerweile einige Filmreihen, die sich mit gefährlichen Gruften und mysteriösen Artefakten befassen. Dan Brown schickt seinen Helden Robert Langdon immer wieder auf Schatzsuche. Nicolas Cage sucht in irgendwelchen Katakomben nach der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und Tom Cruise kämpft in Pyramiden gegen Mumien. Dementsprechend bekannt sind die einzelnen Versatzstücke der Handlungen und auch die grundsätzliche Optik bleibt bei Tomb Raider unverändert. Es fehlt ein wenig an innovativen und überraschenden Momenten, die aus dem altbekannten Muster herausstechen.
 
Die Kampfsequenzen sind routiniert gedreht, ohne großen Schnickschnack und wirken in besseren Momenten sehr erdig wie bei der Jason Bourne Reihe, in schlechteren Momenten eher wie aus dem letzten Lara Croft Film aus frühen 2000ern. Manche der Szenen sind wie so oft absurd unrealistisch. Ob nun ein Kampf auf einer wackeligen Leiter über einem Abgrund, oder ein Fallschirmsprung in den Wald, ohne den Fallschirm umgeschnallt zu haben. Es ist fraglich ob die Toleranz für solche unmöglichen Stunts nicht irgendwann einmal sinkt, vor allem in Zeiten von CGI-Effekten wo im Grunde alles erdenkliche möglich ist.
 
01 ©2018 Warner Bros Entertainment03 ©2018 Warner Bros Entertainment05 ©2018 Warner Bros Entertainment02 ©2018 Warner Bros Entertainment
 
Insgesamt findet der Film mit seinem Retro-Look und auch der etwas dünnen Handlung aber doch zu einem stimmigen Gesamtbild. Er feiert sich in seiner Schlichtheit, thematisch wie auch cinematografisch und wird allein schon deshalb sicherlich seine Anhänger finden. Vor allem unter den Fans von gut gemachter Unterhaltungs-Action-Filme. Denn die Darstellerriege agiert souverän, obwohl den einzelnen Figuren ohnehin nicht viel an chrakterlicher Tiefe zugestanden wird. Die Geschichte ist zu Recht ganz auf die Rolle von Lara Croft zugeschnitten.
 
Willkommen in der Welt der Blockbuster
 
Alicia Vikander schafft es, diese fast übermenschliche Figur streckenweise sogar mit ironischen Kommentaren zu füllen und emotionale Ankerpunkte zu schaffen, die den Charakter nahbar und authentisch machen. Ihre Rolle bleibt jedoch letztendlich gefangen in den Konventionen eines klassischen Actionspektakels. Nun gibt es aber grundsätzlich immer noch viel zu wenige weibliche Superhelden, und damit ist dieser Film vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten um Frauen und ihre Stellung in Hollywood schon ein Schritt in die richtige Richtung.
 
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Für Alicia Vikanders Karriere selbst ist es sicherlich der endgültige Beweis, dass sie in Hollywood ganz oben angekommen ist. Ihre bisherigen Projekte bis hin zum Oscargewinn waren doch eher dem Arthouse-Kino zuzurechnen. Das ist jetzt anders: Es gibt wohl im Blockbuster-Business keine bessere Rolle, als das Gesicht einer großen Marketing-Maschine bzw. Filmreihe zu werden. Wie so viele vor ihr hat sie hoffentlich im Anschluss den Mut auch wieder kleinere Independent-Produktionen zu machen, die eben eher auf inhaltlicher Ebene punkten.
 
Fazit
 
Vor allem für Fans klassischer Popcorn-Kino-Action-Filme, Fans von Alicia Vikander und Fans von Lara Croft.
 
 
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