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*** Brightburn - Son of Darkness ***


bburn kritik

Autor: Allan F
 
Die legendäre Geschichte des „Mann aus Stahl“ in einem Horror-Film? Bekommen DC und Marvel jetzt Konkurrenz in einem neuen Universum?
 
The boy you love
 
Wie jeder mittlerweile wissen sollte, ist „Brightburn“ eine Neu-Interpretation des Superman-Mythos. Somit ist die Geschichte schnell erzählt: Alien-Baby stürzt im kleinen Raumschiff auf die Erde, wird von Erdbewohnern adoptiert und stellt in der Pubertät fest, dass er anders ist, als die anderen Kinder. Wow, janz wat Neues…
 
Ab hier nimmt aber „Brightburn“ dann eine spannende Wendung und stellt den Superhelden-Hype im heutigen Mainstream-Kino mal so richtig auf den Kopf. Unser Superboy Brandon Breyer (Jackson A. Dunn) wählt den Weg des Bösen und wird zu einem Supermann, der seine Kräfte nicht wirklich zum Wohle der Menschheit einsetzt. Und wir bleiben spoilerfrei natürlich, also bis hierhin mal die Story. Was man jetzt davon halten soll? Schwierig, denn es klingt genauso nach geilem neuen Scheiss wie auch nach B-Ware à la Sharknado. Leider bin ich nach dem Kinobesuch auch nicht schlauer geworden…
 

 
The man you fear
 
Der Film wirft uns direkt und ohne Umwege ins Geschehen. Tori (Elizabeth Banks) und Kyle Breyer (David Denman) sind ein junges Paar, dass sich dringend ein Kind wünscht. Ein bisschen zu viel Info, während wir mit der Kamera durch das Haus schweben, denn die Breyers scheinen JEDES Buch zum Thema „Fruchtbarkeit“ und „Schwangerschaft“ zu haben. Also die beiden sind verzweifelt. Nur mal so am Rande…
 
Also weiter im Text: Als der Alien-Junge per Kometeneinschlag auf ihrer Farm in Kansas (Nerd-Alarm!) in das Leben der Breyers tritt, scheint die Welt in Ordnung. Sie nehmen den Jungen auf, Jahre vergehen, alles sind glücklich. Doch irgendwann fängt das Raumschiff an, versteckt in der Scheune, den jungen Brandon zu rufen, seltsame Dinge ins Ohr zu flüstern. Die Breyers merken immer mehr, dass ihr Sohn nicht nur außergerwöhnlich ist, sondern wohl auch außergewöhnlich böse.
 
Leider ist ab hier Ende mit der guten Laune für mich, denn der Aufbau der Geschichte ist der spannendste und interessanteste Teil des Films. Bis dahin hatte ich Spaß mit dem „Stranger Things“-Vibe, den netten kleinen Hommagen an Superman und dem Aufbau eines eigenen Film-Universums. Aber irgendwann geht alles in einen Standard-Katz-und-Maus-Slasher-Modus und der Superheld mit Killerinstinkt ist plötzlich genauso originell wie der Creeper aus „Jeepers Creepers“. Aus den Möglichkeiten, die eine solche tollkühne Idee wie „Brightburn“ bietet, ist leider viel zu wenig wirklich ausgereift. Der echte Horror hätte in der Familiendynamik gesteckt, wie sich eine Familie entwickelt und verhält, wenn ein Familienmitglied ein junger Mann in der Pubertät ist. Und ein Alien. Und ein Mörder.
 
02 ©2019 Sony Pictures03 ©2019 Sony Pictures04 ©2019 Sony Pictures05 ©2019 Sony Pictures
 
Stattdessen wird versucht eine Sci-Fi-Mystery-Story aufzubauen, ein Familiendrama mit sozialkritischen Untertönen und ein Standard-Slasher, bei dem nachts gekillt und sich am nächsten Tag am Kopf gekratzt wird. Ganz nebenbei will man es noch mit der bekanntesten Superhelden-Saga der Welt aufnehmen. Für einen richtig guten Film reicht es nicht, denn alles ist zu vage, zu angerissen, zu wenig Tiefgang für Plot und Charaktere. Aber Hauptsache wir hatten alle Zeit für einen unnötigen Glassplitter im Auge. Aber ich schweife ab…
 
Einziges Trostpflaster, nachdem die zweite Hälfte des Streifens schon ein wenig gelangweilt hat, ist das Michael Rooker-Cameo und die Verschwörungstheorien zu einem möglichen Sequel oder gleich einem kompletten Mammut-Konkurrent zum Marvel- und DC-Universe.
 
Zur Machart und den Schauspielern gibt es leider wenig zu sagen: Elizabeth Banks, wie immer eine erfrischende Präsenz auf der Leinwand, und ihr „Ehemann“ David Denman geben ein glaubhaftes Paar ab. So ganz überzeugen konnten mich beide zum Schluß leider nicht. Was eher am Skript lag, als an Banks und Denman. Jackson A. Dunn ist überzeugend als junger Outsider, hat aber auch nicht wirklich viel zu tun. Auch das FX-Department hat nicht viel zu tun, sowie Licht, Ton und Kamera. „Brightburn“ ist solide, aber hat nichts, was ich nicht schon in Filmen mit besserem Plot und Ausführung gesehen habe.
 
Fazit
 
Ich bin immer noch absolut gespalten über „Brightburn“. Die Grundidee ist Hammer und wäre im mittlerweile übersättigten Superhelden-Kosmos eine willkommene Abwechslung. Auch war ich auf den Auftakt eines neuen und vielsprechenden Horror-Genres gespannt. Leider konnten Versprechen nicht eingehalten werden und ich sehe nur einen Standard-Killer mit übernatürlichen Fähigkeiten. Kenn ich schon, danke, NEXT!
 
Die Details in Story und Charakteren hätten hier die entscheidenden Faktoren sein können, aber alles nur Gekratze an der Oberfläche des Möglichen. Hoffentlich Fortsetzung, hoffentlich was gelernt und hoffentlich beim nächsten Mal besser gemacht.
 
 
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