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*** Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn ***


ouatih kritik

Autor: Christopher Diekhaus
 
Im neuen DC-Superheldenfilm darf sich Margot Robbie in der Rolle der früheren Joker-Gespielin Harley Quinn so richtig austoben und kämpft sich durch einen Film, in dem sich Höhen und Tiefen ständig abwechseln.
 
Explosiver Neuanfang
 
Zu den Lichtblicken in „Suicide Squad“, einem uninspiriert zusammengebastelten Auflaufen diverser DC-Antihelden, gehörte die aufgekratzte Harley Quinn (Margot Robbie), die eine unkonventionelle Beziehung mit dem Superschurken Joker führte. Schon vor dem Start der im Sommer 2016 angelaufenen, von der Kritik mehrheitlich abgelehnten Comic-Verfilmung drangen Pläne für ein Spin-off an die Öffentlichkeit, das sich auf die Anarcho-Braut und einige andere Frauencharaktere aus dem DC-Kosmos konzentrieren würde. Mit „Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn“ erreicht der damals angekündigte Ableger nun die deutschen Kinos und erweist sich als unebener, aber knackig inszenierter Ritt durch Gotham City.
 
Wie uns eine kurze Animationssequenz gleich zu Beginn vor Augen führt, hat die toxische Partnerschaft zwischen Harley und Joker ein jähes Ende gefunden. Seiner Weggefährtin überdrüssig geworden, kickte der grinsende Clown sie einfach aus dem Haus. Auf der Suche nach ihrem Platz kommt der jungen Frau nun eine spontane Idee, wie sie einen endgültigen Schlussstrich unter das Kapitel ziehen kann. Eine von ihr ausgelöste Explosion an einem symbolisch aufgeladenen Ort soll der erste Schritt zu Harleys Emanzipation sein.
 
 
Das krachende Ereignis ruft allerdings die unbestechliche Ermittlerin Renee Montoya (Rosie Perez) auf den Plan, die liebend gerne dem skrupellosen Nachtclubbesitzer Roman Sionis (Ewan McGregor) auf die Pelle rücken würde. Der Gangster, der eine Vorliebe für Folterspiele hat, ist drauf und dran, die Macht in Gotham City mithilfe eines wertvollen Diamanten an sich zu reißen. Als ihm der Edelstein allerdings von der Teenie-Taschendiebin Cassandra Cain (Ella Jay Basco) gestohlen wird, setzt er kurzerhand ein Kopfgeld aus. Neben vielen anderen Kriminellen beteiligt sich auch Harley an der Jagd und kreuzt die Wege von Sionis‘ neuer Fahrerin Dinah Lance (Jurnee Smollett-Bell) und der geheimnisvollen Armbrustkillerin Helena Bertinelli (Mary Elizabeth Winstead).
 
Irrwitzige Actioneinlagen
 
Von den ersten Minuten an erinnert „Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn“ an die Leinwandauftritte des aus dem Marvel-Kosmos stammenden Sprücheklopfers Deadpool. Ähnlich wie dort übernimmt die Protagonistin die Rolle der Erzählerin, schlägt einen frechen, betont ironischen Tonfall an und lässt sich zu augenzwinkernden Meta-Kommentaren hinreißen. Die Qualität der Pointen schwankt jedoch gewaltig. Immer mal wieder erscheint der selbstreflexive Anstrich etwas zu bemüht. Wenn Harley beispielsweise über filmdramaturgische Konventionen und Klischees sinniert, fehlt ihren Ausführungen der letzte Pfiff. Plattitüden offen zu benennen, sie dann aber, zumindest in Teilen, zu bestätigen, ist jedenfalls kein allzu großer Clou.
 
Dass die Handlung nicht chronologisch verläuft, Quinn gelegentlich das Geschehen zurückdreht, um bestimmte Zusammenhänge zu veranschaulichen, täuscht nicht über die fehlende Substanz hinweg. Das von Christina Hodson („Bumblebee“) verfasste Drehbuch folgt einem 08/15-Plot, den man trotz schräger Einlagen in dieser Form schon unzählige Male gesehen hat. Auch wenn im Titel von einer Emanzipation die Rede ist, schert sich der Film nur wenig um die Entwicklung seiner Figuren. Plötzliche Meinungsumschwünge sind keine Seltenheit. Und echte Emotionen kommen in dem wilden, betont sarkastischen Treiben zu keinem Zeitpunkt auf.
 
01 ©2020 Warner Bros Pictures02 ©2020 Warner Bros Pictures03 ©2020 Warner Bros Pictures04 ©2020 Warner Bros Pictures
 
Weil die Darbietungen erfrischend temperamentvoll ausfallen, bleibt man dennoch meistens bei der Sache. Nicht nur die genüsslich aufdrehende Margot Robbie reißt den Betrachter mit. Auch ihre weiblichen Co-Stars und der eine gefährliche Unberechenbarkeit ausstrahlende Ewan McGregor setzen einprägsame Farbtupfer. Einen irrwitzigen Drive haben überdies einige der Actionsequenzen, bei denen Regisseurin Cathy Yan („Dead Pigs“) ihr inszenatorisches Können eindrucksvoll unter Beweis stellt. So ansteckend der kirmeshafte Charakter des Spin-offs zuweilen sein mag – rundum zufrieden verlässt man das Kino aufgrund der Holprigkeiten nicht.
 
Fazit
 
„Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn“ ist definitiv besser als der Antiheldenstreifen „Suicide Squad“, fühlt sich aber etwas zu chaotisch und beliebig an, um einen riesigen Satz nach vorne zu machen.
 
 
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