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***Die Mumie***

 
mumie kritik
 
Autorin: Timea Sternkopf
 
Tom Cruise reitet in der irakischen Wüste voller Tatendrang in Richtung Abenteuer.  Wenig später rettet er eine blonde Schönheit aus einem abstürzenden Flugzeug. Beste Zutaten für einen “Mission Impossible”-Film, doch die Rede ist von der Neuverfilmung des Gruselstoffes “Die Mumie”.
 
Boris Karloff zog 1932 mit düsterer Grimasse um seinen Körper gewickelte Bandagen hinter sich her. Lang ist es her, dass “Die Mumie” Kinozuschauer in Angst und Schrecken versetzte. 1999 folgte eine Neuverfilmung mit Brandan Fraser in der Hauptrolle, die bis 2008 unsere Lachmuskeln trainierte statt für Alpträume sorgte.
 
In der neuesten Auflage des bandagierten Mannes ist die Mumie eine weibliche Sexbombe und trägt ein CGI-Kostüm. Auch diese Version bietet wenig Grusel und das ist enttäuschend. Die Universal Studios reanimierten den Horrorklassiker und verpackten ihn mit Tom Cruise in der Hauprolle in ein lautes, bombastisches Action-Spektakel, das jegliche Spannung und Furchtmomente von überdimensionalen Effekten überstrahlt.

 

“Dark Universe” - Crossover der Monster
 
“Dark Universe” heißt die neue Franchise-Reihe des Hollywood-Studios. Die Universal Studios wollen mitmischen und kreieren nun ihre ganz eigene Welt - ganz nach dem Vorbild des Marvel Cinematic Universe oder Warners DC Extended Universe. Geplant sind mehrere Stand-Alone-Filme, die auf Horrorklassiker wie “Dracula”, “Der Unsichtbare” oder “Frankensteins Monster” basieren. Diese Filme werden dann wiederum in einem Crossover-Mix miteinander verknüpft. Als Bindeglied fungiert Russell Crowe als Dr. Henry Jekyll.
 
Dieser hat in “Die Mumie” seinen ersten Auftritt als Wissenschaftler mit dunklem Geheimnis. Und irgendwie funktioniert diese sonderbare Vermischung von Stevensons Novelle mit der bandagierten Mumien-Lady so gar nicht. Universal sollte sich besser einen Plan B zu seinem Dark Universe überlegen, denn wenn die Reihe so weitergeht wie “Die Mumie”, könnten die Monster bald freiwillig in ihre Särge zurückkriechen.
 
Im Vorfeld zu “Die Mumie” wurde die Stimmung ordentlich angeheizt. Eine düstere, ernste Geschichte wurde uns versprochen. Kein Blödelspass, wie die Reihe mit Brendan Fraser. Universal versprach uns Horror - bekommen haben wir ein albernen Actionfilm, der knapp zwei Stunden die Gehirnzellen des Zuschauers unterfordern.
 
Gruselig an der Neuverfilmung ist lediglich das unerklärlich jugendliche Aussehen des Hauptdarstellers Tom Cruise. Der mittlerweile 54-jährige Mime scheint ein Mittel für ewige Jugend gefunden zu haben. Anders lässt es sich nicht erklären, dass der jüngere Russell Crowe neben Cruise wie sein alter Onkel aussieht.
 
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Gleich zu Beginn zerstört “Die Mumie” jegliche Hoffnung auf einen spannungsgeladenen Horrorfilm. Das Drehbuch liefert eine Aneinanderreihung von platten Dialogen. Vor allem Tom Cruise als Hallodri Nick Morton und Jake Johnson als sein Kumpel Chris tauschen plumpe, als Dialog getarnte Einzeiler aus.
 
Die beiden Abenteurer plündern Antiquitäten im Irak und stoßen dabei auf das Grab der Pharaonentochter Ahmanet (eine algerische Schönheit: Sofia Boutella) in einer tiefen Gruft. Das Fundstück ist allerdings nicht irgendein Sarg einer gewöhnlichen Prinzessin. Ahmanet tötete ihren Vater und seinen neugeborenen Sohn, der ihr den Rang als Erbin streitig machte. Als Strafe für ihre blutigen Taten wurde sie lebendig mumifiziert. Noch vor ihrem Tod beschwor sie Seth, den ägyptischen Gott des Todes, der viele Jahrhunderte später Unheil über die Menschheit bringen sollte und Nick verfluchen wird.
 
Kurz vor einem IS-Angriff retten Nick und die Archäologin Jenny (austauschbar: Annabelle Wallis) den Sarkophag samt Inhalt und verfrachten ihn nach London. Doch bereits im Flugzeug passieren sonderbare Dinge: Nicks Kumpel Chris verwandelt sich in eine Art Zombie und will alle Anwesenden töten. Das Flugzeug stürzt ab und einzig Jenny überlebt. Scheinbar. Denn wenig später erwacht Nick auf dem Tisch des Pathologen und merkt, dass er gar nicht so tot ist, wie er es sein sollte. Währenddessen erwacht die die Mumie wieder zum Leben und wütet in London rum.
 
Neben Jenny und Nick, will auch Dr. Jekyll (Russell Crowe) die teilverweste Schönheit mit der doppelten Iris aufhalten. Hier wird die Story wirr und nach Logik sucht man vergebens. An Actionszenen fehlt es in “Die Mumie” nicht, allerdings hätten die Drehbuchautoren weniger an der Dramaturgie und der Ausarbeitung der Charaktere sparen sollen. So verkommt die Neuverfilmung zu einem unnötigen CGI-Kracher, der statt mit Spannung seine Zuschauer mit Effekten in den Stühlen gefangen hält.
 
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Fazit
 
Langweilig wird es nicht, dafür bleibt dank gut inszenierter Action-Szenen keine Zeit. Doch nach 110 Minuten Reizüberflutung der Augen und Ohren fragt man sich, was der Sinn solcher Kinoerlebnisse sein soll.
 
Man wünscht sich fast die Universal Studios hätten dieses “Monster”-Projekt für immer in ihrem Archiv-Sarkophag ruhen lassen.
 
 
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