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*** Kleiner Aladin und der Zauberteppich ***


kaudzt kritik

Autor: Walter Hummer
 
Noch ein Film über Aladin? Nun bei dieser Produktion aus Dänemark sollte keinerlei Verwechslungsgefahr mit dem Blockbuster aus dem Hause Disney bestehen.
 
Die Welt ist so groß
 
Der kleine Aladin träumt von der großen Stadt und von Abenteuern in der weiten Welt. Leider hat er sein kleines Heimatdorf noch nie verlassen dürfen und muss immer die einzige Ziege der Familie hüten. Da bekommt er eines Tages einen fliegenden Teppich geliehen. Auch wenn sich ihm die Steuerung des Teppichs zunächst nicht erschließt, fliegen er und seine Ziege bald los …
 
„Mockbuster“ nennt man billig produzierte Filme, deren Titel und Inhalte an erfolgreiche Produktionen großer Studios erinnern, damit unbedarfte Filmfreunde sie mit diesen verwechseln. „Transformers“ von 2007 hatte ein Budget von 150 Millionen Dollar. Im selben Jahr produzierte das Billigstudio „Asylum“ für gerade mal 300.000,- Dollar die billige Nachahmung „Transmorphers“. Nachdem ich mich seit über dreißig Jahren mit Filmen beschäftige und meinte, das Leben hätte für mich keine Überraschungen mehr zu bieten, durfte ich nun zum ersten mal einen dänischen Animations-Mockbuster sehen.
 

 
Bevor ich auf die vorhersehbare Handlung, die unlustigen Scherze, die wirklich furchtbar schlechte Qualität der Animation und die allgemein miese Qualität dieses Films eingehe, das wichtigste vorweg: Dieser Film hat nichts mit Disneys „Aladdin“ zu tun. Dieser Film hat auch nichts mit dem alten Märchen aus 1001 Nacht „Aladin und die Wunderlampe“ zu tun. Dieser Film hat überhaupt nichts mit irgendeinem „Aladin“ zu tun. Die Hauptfigur dieses Films hat nur in der deutschsprachigen Synchronfassung den Namen „Aladin“ bekommen. Im dänischen Original heißt der Bursche „Hodja“.
 
Der Originaltitel des Films lautet dann auch „Hodja fra Pjort“, was so viel wie „Hodja aus Pjort“ bedeutet, wobei „Pjort“ der Name des kleinen Dorfes ist, aus dem Hodja stammt. Der englische Verleihtitel lautet „Up and away“. Der Etikettenschwindel mit dem Namen „Aladin“ im Titel scheint also eine Idee des deutschen Verleihs gewesen zu sein. Derlei Taschenspielertricks sind bei einem gelungenen Film unnötig. Bei einem weniger gelungenen Film sorgen sie für Verärgerung beim Publikum.
 
Ich flieg, ich flieg, ich flieg mit meinem Teppich
 
„Kleiner Aladin und der Zauberteppich“ ist so misslungen, dass man sich fragt, wie der deutsche Verleih auf die Idee kommen konnte, mit sowas durchzukommen? Tatsächlich muss man sich fragen, wieso ein Film wie dieser überhaupt im Kino laufen sollte? Die Qualität der Animation erinnert an alte Nickelodeon-Serien aus der Frühzeit der Computeranimation. Die Hintergründe sind zweidimensional, statisch und weitgehend leer. Die Figuren bewegen sich als wären sie aus einer Nintendo Wii entflohen. Die Gesichter der Figuren haben praktisch keinen Ausdruck.
 
01 ©2019 Little Dream Entertainment02 ©2019 Little Dream Entertainment03 ©2019 Little Dream Entertainment04 ©2019 Little Dream Entertainment
 
Serien wie „Jimmy Neutron“ oder „Angela Anaconda“ hat man sich mit seinen Kindern nicht wegen der großartigen Animation angesehen, sondern weil sie unterhaltsam und witzig waren. „Kleiner Aladin und der Zauberteppich“ ist leider weder das eine noch das andere. Visuelle Gags können schon mal wegen der miesen Animation nicht funktionieren. In einer Szene frisst die Ziege Gemüse vom Familientisch. Weil die billige Software sowas aber nicht darzustellen vermag, „kaut“ die Ziege zwar auf einer Lauchstange, das Gemüse verändert sich während der gesamten Szene aber kein bisschen.
 
Sprachwitz funktioniert hier auch nicht. Das Kind das über Dialogstellen wie „fies wie Kamelkacka“ oder „Die Ziege ist meine Schwester“ lacht, kann noch nie einen Disneyfilm im Kino gesehen haben.
 
Schlimmer als die Dialoge ist nur das Lied zum Film. Der Text lautet tatsächlich: „Ich flieg, ich flieg, mit meinem Teppich, nanananana, nananana, nanananana, nananana mit meinem Teppich“. Tim Rice muss wohl auch weiterhin keine Angst vor Konkurrenz aus Dänemark haben. Muss ich noch erwähnen, wie lächerlich vorhersehbar die Handlung ist? Soll ich wirklich noch über die mittelmäßige Synchronarbeit berichten? Oder soll ich es den Machern des Films gleichtun, die nach weniger als 80 Minuten bereits wieder den erlösenden Abspann laufen lassen, und mich kurz fassen?
 
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Fazit
 
Diese dänische Animationsfilm wirkt wie eine überlange Folge einer Fernsehserie, von der kein Sechsjähriger eine zweite Folge sehen möchte. Der Etikettenschwindel mit dem deutschen Verleihtitel macht aus einem belanglosen Film ein Ärgernis.
 
 
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