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***Regeln spielen keine Rolle***

 
rskr kritik
 
Autorin: Timea Sternkopf
 
“Überprüfe niemals einen interessanten Fakt”, sagte Howard Hughes - oder auch nicht.
 
Regisseur Warren Beatty beginnt sein neuestes Werk “Regeln spielen keine Rolle” mit diesem augenzwinkernden “Zitat”. Hollywood-Legende Beatty ließ sich ganze 18 Jahre Zeit seit seiner letzten Regiearbeit (“Bulworth”) und entschied sich für einen Stoff über eine andere Hollywood-Legende.
 
Howard Hughes’ Leben bietet immer wieder Vorlagen für Filmgeschichten. 2004 war es Martin Scorsese der das Leben des berühmten Milliardärs, Luftfahrtpioniers und Produzenten Hughes mit Leonardo DiCaprio auf die Leinwand brachte. 1977 verkörperte auch schon Tommy Lee Jones die Rolle des Exzentrikers. Nach langer Pause wagte sich Beatty nicht nur an die Regie und das Drehbuch, sondern übernahm gleich die Rolle des Howard Hughes. Wobei “Regeln spielen keine Rolle” zu Beginn nicht Hughes in den Mittelpunkt stellt, sondern seine Angestellten. Nach und nach schwindet die im Vordergrund erzählte Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen und macht schließlich doch Platz für eine Art Biopic über Hughes.
 
Denn er ist die eigentliche Attraktion in diesem ansonsten belanglos inszenierten Drama. Warren Beatty wird eins mit der Rolle des Hughes, seine Darstellung des von Zwangsstörungen geplagten Egomanen ist wirklich beachtlich. Gerne hätte man ihm das Regiezepter aus der Hand genommen und ihm in einer anderen Geschichte, aber in exakt dieser Rolle, zugesehen.
 
 
Gähnende Langeweile bei Beattys langsamen Erzähltempo
 
Doch Beatty wollte zuallererst die Liebesgeschichte der fiktiven jungen Schauspielerin Marla Mabrey (Lily Collins) und des Chauffeurs Frank Forbes (Alden Ehrenreich) erzählen - und daran scheitert er fast. Sein stolzes Alter von 80 Jahren mag für das gemächliche Erzähltempo eine Erklärung sein, doch es entschädigt den Zuschauer letztendlich nicht für die gähnende Langeweile, die über 127 Minuten Spielfilmlänge immer wieder auftreten.
 
Die streng religiös erzogene Marla kommt im Jahr 1958 mit ihrer Mutter Lucy (Annette Bening) aus der tiefsten Provinz direkt in die glamourösen Hollywood Hills. Die noch unerfahrene Schauspielerin steht am Anfang ihrer Laufbahn, doch hat sie das Glück von keinem Geringeren als dem Produzenten Howard Hughes unter Vertrag genommen zu werden. Obwohl Marla ihn nie getroffen hat, stattet Hughes sie mit einem Bungalow und einem eigenen Chauffeur aus - so wie zahlreiche andere Schauspielerinnen, die auf Probeaufnahmen hoffen.
 
Marla bleibt nichts anderes übrig, als geduldig auf ein Treffen mit ihrem Gönner zu warten. In der Zwischenzeit funkt es gewaltig zwischen ihr und dem charmanten und ebenso frommen Chauffeur Frank. Dumm nur, dass Hughes jegliche Liebelei und Annäherung zwischen seinen Angestellten strengstens verbietet.
 
01 ©Twentieth Century Fox02 ©Twentieth Century Fox03 ©Twentieth Century Fox04 ©Twentieth Century Fox
 
Farblose Charaktere umgeben Beatty als Howard Hughes
 
Das allein als Konflikt für einen Film mit vornehmend recht langweiligen Charakteren reicht nicht aus, um zu fesseln. Beattys Drehbuch und Inszenierung lässt seinen jungen Darstellern nicht genügend Raum sich zu entfalten. Außerdem scheitert Hauptdarstellerin Lily Collins mit ihrer mädchenhaften Ausstrahlung an der Aufgabe dem Zuschauer glaubwürdig zu vermitteln, dass eine Hollywood-Größe wie Howard Hughes in ihr tatsächlich etwas Besonderes entdeckte.
 
Der Vergleich zu Göttinen aus der Zeit wie Grace Kelly, Audrey Hepburn oder Marlyn Monroe fällt schwer. Lily Collins spielt auf der einen Seite zwar gekonnt die naive Provinzschönheit. Dass sich ein sympathischer junger Mann wie Frank in sie verliebt ist verständlich. Was allerdings ein Howard Hughes an ihr finden soll, bleibt ein Rätsel. Hier hätte man sich vielleicht doch eine andere Besetzung gewünscht.
 
Alden Ehrenreich als Aufsteiger Frank Forbes, macht seine Sache ordentlich. Doch viel gibt die Rolle des Franks nicht her, Beattys Figuren bleiben insgesamt farblos. Annette Bening als Marlas Mutter Lucy hätte man gerne noch mehr gesehen, sie verschwindet leider allzu schnell im Hintergrund. Auch Hughes rechte Hand Levar Mathis kommt wenig zum Einsatz, wobei Matthew Broderick sicherlich einiges aus dem frustrierten Angestellten rausgeholt hätte.
 
Fazit
 
“Regeln spielen keine Rolle” ist kein Meisterwerk geworden, dafür plätschert die Geschichte zu lange vor sich hin, ohne echte Höhepunkte. Doch es sind ein-zwei gelungene Szenen, in denen Banane-Nuss-Eis oder ein Flugzeug die Hauptrolle spielen, die den Zuschauer milde stimmen könnten. “Aviator” sahnte damals zahlreiche Preise ab, darunter auch fünf Oscars. Das Beatty mit seiner Interpretation des Exzentrikers Hughes einen ähnlichen Erfolg haben wird, bleibt fraglich.
 
 
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