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***Norman***

 
norman kritik
 
Autor: Walter Hummer
 
Richard Gere spielt einen wenig sympathischen Charakter, umgeben von noch schlimmeren Menschen, in einem Film der viele Fragen aufwirft.
 
Sollen wir Norman mögen?
 
Norman Oppenheimer (gespielt von Richard Gere) ist ein zwielichtiger Geschäftsmann. Am Rande der New Yorker Hochfinanz versucht er seine Deals abzuwickeln und geht den Leuten auf die Nerven. Er stört ihre Privatsphäre. Er lügt und betrügt um sich überall rein zu drängeln. Bereits in den ersten Szenen finden wir ihn schnell unsympathisch. Die Szenen, in denen er einem Geschäftsmann beim Joggen auflauert oder sich ohne Einladung in die Dinnerparty eines Firmeninhabers hineinschummelt, hätten in einem anderen Film mit einem anderen Schauspieler vielleicht witzig wirken können. In diesem Film mit diesem Hauptdarsteller wirken sie nur unangenehm.
 
Wer schenkt einem Fremden teure Designer-Schuhe?
 
Die Schlüsselszene des Films hätte in keinem Film, mit keinem Schauspieler jemals funktionieren können. Bei einem Wirtschaftssymposium hört Norman einen Vortrag von Micha Eshel, einem jungen israelischen Politiker. Anschließend verfolgt er den Politiker quer durch Manhattan. Als dieser die Schaufenster eines teuren Herrenausstatters bewundert, schmeißt er sich an ihn ran. Er überredet Micha, einen teuren Anzug zu probieren. Als dieser den Preis sieht, zieht er ihn sofort aus. Norman kniet sich vor den Politiker, der nur noch eine Unterhose trägt, und bittet ihn, ihm doch wenigstens die Schuhe für mehr als 1.100,- Dollar kaufen zu dürfen.
 
 
Nur um Missverständnisse zu vermeiden: Dieser Film ist keine Komödie.
 
Das ist auch keine gleichgeschlechtliche Romanze. Dieser Film will ein ernstzunehmendes Drama sein. Und so sehen wir also Richard Gere, wie er vor einem Fremden kniet, der nur eine Unterhose anhat, und den Halbnackten anfleht, ihm sündhaft teure Schuhe schenken zu dürfen.
 
Ist das Networking oder schon Terror?
 
Ein paar Jahre später ist der junge Politiker zum Premierminister von Israel gewählt worden. Norman trägt immer noch den gleichen Mantel, was aber in Ordnung ist, weil sich in New York das Wetter nie geändert hat. Auf einer Gala erkennt Micha den Mann der ihm Jahre zuvor die teuren Schuhe gekauft hat sofort wieder. Er umarmt ihn und bezeichnet ihn als Freund.
 
Plötzlich ist Norman der Star des Abends. In einer expressionistisch gestalten Sequenz drängt jeder der Galagäste Norman seine Visitenkarte auf. Die eigenartige Montage soll wohl wie ein Traum wirken, hat aber etwas Alptraumhaftes. Das anschließende Spiel von Gefallen und Gegengefallen, von miteinander verknüpften Deals kommt nie richtig in Gang. Das liegt aber auch an dem Stab des neuen Premierministers, der in diesem Film nur aus Idioten besteht. Sollen wir wirklich glauben, dass der israelische Regierungschef die Hilfe eines erfolglosen Geschäftsmannes braucht, damit sein Sohn in Harvard studieren kann?

01 ©2017 Sony Pictures02 ©2017 Sony Pictures04 ©2017 Sony Pictures05 ©2017 Sony Pictures

Stolpert der Premierminister über seine teuren Schuhe?
 
Während Norman es in New York nicht schafft, aus der Freundschaft zu Micha Profit zu schlagen, versuchen Michas politische Gegner ihn in Israel zu stürzen. Dazu benutzen sie tatsächlich die Geschichte um die geschenkten Designerschuhe. Das Ende des Films soll wohl überraschend und traurig sein, ist dann aber einfach nur sehr vorhersehbar.
 
Wie soll dieser Film funktionieren?
 
Lasse Halström hat vor mehr als 25 Jahren mal einen mutigen Film gemacht in dem Richard Dreyfuss einen extrem unsympathischen aber trotzdem charmanten Geschäftsmann gespielt hat. „Ein charmantes Ekel“ hat damals funktioniert. Trotzdem hat der Film nie ein großes Publikum gefunden und ist heute praktisch vergessen. Joseph Cedar, der Regisseur von „Norman“ ist kein Lasse Hallström. Und Richard Gere ist kein Richard Dreyfuss.
 
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Fazit
 
In „Norman“ stecken nur wenige nette Ideen. Hank Azarias Part als Todesengel ist recht originell. Daneben gibt es einige Ideen, die einfach nicht funktionieren.
 
Richard Gere als jüdischen „Macher“ zu besetzen war sicher mutig aber trotzdem ein Fehler. Vor allem leidet der Film aber unter vielen schlechten Ideen. Der Film zeigt keine einzige sympathische Figur. Nicht eine. Das macht es dem Publikum nicht leicht, den Film zu mögen.
 
 
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