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*** Renegades: Mission of Honor ***


 
rmoh kritik
 
Autor: Walter Hummer
         
Von Zeit zu Zeit kommt man ein Film ins Kino, der auf schöne Art altmodisch ist. „True Grit“ von den Coen-Brüdern war so ein Film. „Renegades“ von Steven Quale ist auch ein altmodischer Film. Aber auf eine ganze andere Art altmodisch.
 
Paris, August 1944
 
Die Wehrmacht plündert Paris. Kunstschätze und Goldbarren werden vor den herannahenden Alliierten in Sicherheit gebracht. Nachdem diese Schätze im Tresorraum einer Bank eines kleinen Ortes in der Nähe von Sarajevo untergebracht wurden, sprengen Widerstandskämpfer einen Staudamm. Schätze, Bank und Stadt liegen für die nächsten 50 Jahre auf dem Grund eines so entstandenen Sees.
 
1995 bringt ein Trupp Navy-Seals einen serbischen Kriegsverbrecher in seine Gewalt. Anschließend gelingt die Flucht mit einem Panzer und per Boot. Die bosnische Freundin eines der Seals arbeitet zwar als Kellnerin, hat aber gerade eine Stiftung zum Wiederaufbau Bosnien-Herzegowinas gegründet. Und weil das Stiftungskapital wegen der miesen Trinkgelder ein bisserl arg knapp ist, überredet sie ihren Freund zusammen mit seinen Freunden den Goldschatz vom Grund des Sees zu heben. Aber da sind auch noch die Schergen des serbischen Kriegsverbrechers …
 
 
„Renegades“ hat vielleicht nicht die dümmste Handlung, die ich je in einem Spielfilm gesehen habe. Aber es ist sicher schon lange her, seit mir etwas Dümmeres untergekommen ist. Hier die TOP 5 der dümmsten Handlungselemente:
 
5. Alle Gebäude der Stadt bleiben stehen, als die Stadt nach der Sprengung eines Staudamms von einer Flutwelle überrollt wird. Und danach bleibt an der Stelle ein See zurück, der diese Stadt bedeckt. Klar, gibt es tatsächlich versunkene Städte auf dem Grund von Stauseen. Aber doch nur nachdem ein Staudamm GEBAUT wurde, nicht nachdem einer gesprengt wurde.
 
4. 50 Jahre lang versucht niemand zu der Stadt zu tauchen. Laut einer der Figuren im Film hat man die Stadt vergessen. Wie bitte? Eine ganze Stadt? Vergessen? Gut, 1944 war viel los am Balkan. Aber trotzdem ...
 
3. Im Keller der Bank der Stadt (in der sämtliche Gebäude unversehrt sind, siehe 5.) finden die Taucher die 25 Tonnen Gold in einer einzigen großen Kiste mit einer Seitenlänge von etwas über einem Meter. Wie ist diese Kiste in diesen Keller gelangt? Wer hat diese Kiste getragen? Und wie? Und wer stapelt Gold über einen Meter hoch?
 
2. Vor der Sprengung kann der Großvater der Heldin einen Goldbarren stehlen und verstecken. 50 Jahre später ist dieser Barren immer noch in Familienbesitz. Offensichtlich hat diese Familie in Sarajevo zwischen 1944 und 1995 niemals schwere Zeiten erlebt. Ich trenne mich ja auch ungern von Sachen, aber das ist beeindruckend.
 
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1. Die Kriegsverbrecher werden auf das Gold aufmerksam, nachdem einer der Gangster mit einem Stück Gold von der Größe eines kleinen Fingers bezahlt und zwar – bitte beachten - in einem Lebensmittelgeschäft! Nicht in einer Bar. Nicht in einem Bordell. Der Gangster hat nicht versucht seine Schulden bei einem Dealer oder Kredithai mit Gold zu bezahlen und so Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Nein, er hat seine Einkäufe in einem Lebensmittelgeschäft mit einem Splitter von einem Goldbarren bezahlt! Action? Welche Action?
 
Von Actionfilmen erwartet man ja längst nicht allzu viel Logik. Aber was man dann doch erwarten möchte, wäre Action. Davon bekommt man aber nur wenig. Die Verfolgungsjagd am Anfang hat man vor mehr als zwanzig Jahren in „Goldeneye“ besser gesehen. Dann passiert lange nicht viel. Dann schießt ein Hubschrauber den ungeschicktesten Kampfjet aller Zeiten ab. Dann gibt es ein paar passable Tauchszenen. Und die Schießerei am Ende dauert knapp anderthalb Minuten. Es gibt Tatort-Episoden mit mehr Action. Und damit meine ich auch Tatort-Episoden aus Ludwigshafen.
Auf schlimme Art altmodisch …
 
In mancher Hinsicht erinnert „Renegades“ an zweitklassige Söldnerfilme der 70er und 80er Jahre. Die waren auch immer billig produziert. Und über 30 Jahre später verwechselt man auch in diesem Film wieder unreifen Machismo mit Coolness. In einer Szene zünden die Helden den Ärmel eines anderen Gastes in einer Bar an, weil er ihnen zu laut gesprochen hat. In einer anderen fangen sie einfach eine Prügelei mit verbündeten Soldaten an, weil die ihnen zu feige waren. Die kurze Szene, in der sich die Freunde über die Kellnerin unterhalten, ist so frauenfeindlich, das man aufstehen und den Kinosaal verlassen möchte.
 
In den alten Söldnerfilmen hat man sich immer ein oder zwei halbwegs bekannte Stars geholt um eine Besetzung aus Nobodys aufzuwerten. Ernest Borgnine und Lee van Cleef haben sich so ihre Rente finanziert. Und wenn er nicht mit Werner Herzog echte Filmkunst geschaffen hat, war auch Klaus Kinski immer gerne bereit, schnell verdientes Geld einzustecken.
 
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J.K Simmons hat vor drei Jahren einen Oscar für „Whiplash“ bekommen. Er muss aber trotzdem in großen finanziellen Schwierigkeiten stecken, wenn er sich für eine unoriginelle Nebenrolle in diesem Film hergibt.
 
Sullivan Stapleton hat bereits in „300: Rise of an Empire“ gezeigt, wie wenig Ausstrahlung er hat. Damals hat aber Eva Green davon abgelenkt, was für ein unterdurchschnittlicher Schauspieler er ist. Als Anführer seiner Truppe wirkt er keinen Moment überzeugend.
 
Charlie Bewley hat in der“ Twilight“-Serie den zwölften Vampir von links gespielt und damals keinerlei Eindruck hinterlassen. Wenn ihm das bloß in diesem Film wieder gelungen wäre …
 
In den alten Söldnerfilmen gab es meistens auch eine einzige weibliche Rolle, die immer von einer sehr attraktiven aber mittelmäßigen Schauspielerin verkörpert wurde. Wer erinnert sich noch an Barbara Carrera? Oder an Christina Donadio? Nun, in „Renegades“ wirkt eine Dame namens Sylvia Hoeks mit. Zu sagen, Frau Hoeks sei eine schlechte Schauspielerin, wäre übertrieben. Frau Hoeks ist gar keine Schauspielerin.
 
Fazit
 
Als Kritiker versucht man immer, auch im miesesten Film noch etwas Positives zu finden. Momentchen, ich muss nochmal kurz nachdenken, ….. ähm, ..… pfh, ..… also, ….. nö. Tut mir leid. Da war nix. Gar nix.
 
 
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