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***American Assassin***

 
aa kritik
 
Autor: Peter Osteried
 
Die Verfilmung seines Romans hat Autor Vince Flynn nicht mehr miterlebt.Er starb 2013 an den Folgen von Prostata-Krebs. Bis dahin hatte er bereits 15 Abenteuer mit seiner Figur Mitch Rapp ersonnen, den man als so etwas wie den Punisher der Terroristenszene beschreiben könnte.
 
Die Verfilmung „American Assassin“ orientiert sich allerdings nicht am ersten Roman, sondern greift den auf, der chronologisch am Anfang steht. Denn Flynn hat seine Geschichten in wilder Kontinuität veröffentlicht.
 
Von einem Moment zum anderen
 
Für Mitch Rapp (Dylan O’Brien) ändert sich in einem Augenblick alles. Gerade noch hat er sich mit seiner Freundin am Strand verlobt, schon zerschlagen islamistische Terroristen alle Lebensträume, die er einmal hatte. Er wird verletzt, seine Verlobte stirbt. 18 Monate ziehen ins Land – und Mitch Rapp ist ein anderer Mensch geworden.
 
Er kann kämpfen, exzellent schießen, spricht arabisch und hat es geschafft, die Terrorgruppe zu infiltrieren, die ihm alles genommen hat, was ihm jemals wichtig war. Sein Ziel ist es nun, Terroristen zu töten, wo auch immer er sie findet. Ein solches Talent bleibt von der CIA nicht unbemerkt, weswegen er rekrutiert und von dem erfahrenen Hurley (Michael Keaton) trainiert wird. Dann folgt der erste Einsatz, der nach Istanbul und Rom führt. Denn ein Söldner Ghost (Taylor Kitsch) will Plutonium meistbietend verkaufen …
 
 
Modern und Packend
 
Kurios ist, wie wandelbar die Hauptfigur gestaltet ist. Denn eigentlich wollte man Chris Hemsworth für die Rolle, der auch interessiert war, aber aus Termingründen absagen musste. Sein Ersatz Dylan O’Brien, bekannt aus der Serie „Teen Wolf“ und den „Maze Runner“-Filmen, ist zwar ein gänzlich anderer Typ, funktioniert aber dennoch ziemlich gut. Vielleicht sogar besser, da man es ihm eher abnimmt, vor diesem einschneidenden Ereignis ein ganz normaler Mensch gewesen zu sein.
 
Die Geschichte wurde für den Film allerdings modernisiert. Im Roman spielt sie nämlich Ende der 1980er Jahre und verarbeitet das Lockerbie-Attentat, hier ist es ein Angriff auf Urlauber. Das zeigt Wirkung, da man das auch aus den Nachrichten kennt, zumal diese Anfangsszene auch sehr eindringlich und mitreißend gestaltet ist. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie die Panik bei einem solchen Ereignis um sich greift.
 
Der eigentliche Star des Films ist aber Michael Keaton. Denn seine Figur handelt in der Geschichte aus einem persönlichem Antrieb heraus. Der Söldner war nämlich einst sein Schüler. So dreht sich im Grunde alles um Keaton und Kitsch als Gegner, während Mitch Rapp als Figur recht losgelöst ist. Stärker wäre es hier gewesen, ihm auch eine persönliche Motivation zu geben, die darüber hinausgeht, dass er bei jedem Terroristen den Mörder seiner Freundin vor Augen sieht.
 
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Altbekannt
 
Ansonsten ist die Story alles andere als originell. Ähnliches hat man schon in zahlreichen Agenten-Action-Streifen gesehen. Lediglich die Umsetzung ist sehr solide gelungen. Das täuscht dann auch ein wenig darüber hinweg, dass es hier keine Überraschungen gibt. Und die, die da sind, ergeben sich aus den Konventionen des Genres. Man erwartet diese Entwicklungen einfach.
 
Trotzdem macht „American Assassin“ als Actionfilm durchaus Spaß, zumal man schon spürt, dass hier Potenzial für mehr vorhanden ist. Der Film muss jetzt nur noch gut laufen, dann kann das alles in Serie gehen, da das produzierende Studio auch schon die Rechte am achten Roman erworben hat. Und wenn es mit dem Kinoerfolg doch nicht klappen sollte, dann würde sich die Figur des Mitch Rapp mit Sicherheit auch für eine Fernsehserie sehr gut eignen.
 
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Fazit
 
„American Assassin“ erfindet das Rad nicht neu, kann jedoch durch solide Erzählweise, vor allem aber auch mit knallharter Action überzeugen. Mit einem großartigen Michael Keaton, der fast noch überzeugender wirkt als der Hauptdarsteller.
 
 
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