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***Absolutely Fabulous***

afab kritik
 
Autor: Peter Osteried
 
Von 1992 bis 2012 wurden in Großbritannien fünf Staffeln und ein paar Specials zu „Absolutely Fabulous“ produziert. Man ließ sich immer reichlich Zeit, um die jeweils neuesten Erlebnisse von Edina Monsoon und Patsy Stone weiterzuspinnen.
 
Aber Zeit war und ist nicht nur der Feind dieser Serie, sondern auch ihrer beiden Hauptdarstellerinnen. Denn was inhaltlich noch überzeugend gewesen sein mag, als beide propere Mittvierziger waren, wirkt nun alles andere als passend. Immerhin sind sie im Oma-Alter.
 
Legen wir Kate Moss um?
 
Edina Monsoon (Jennifer Saunders) arbeitet in der PR, das Leben war jüngst aber nicht gut zu ihr. Die großen Stars fehlen und ihre Memoiren bestehen im wahrsten Sinne des Wortes nur aus Blabla, weswegen sie keiner will. Doch dann erfährt sie von ihrer besten Freundin Patsy Stone (Joanna Lumley), dass Kate Moss sich nach einer neuen Publizistin umsieht. Da wäre es doch gelacht, wenn Edina diesen Fisch nicht an Land ziehen könnte.
 
Aber auf der Party, bei der sie sich an Moss heranmachen will, geschieht das Unfassbare. Sie stößt sie versehentlich in die Themse. Moss ist verschwunden und gilt als tot, weswegen Edina zur Persona Non Grata wird und zusammen mit Patsy ihr Heil in Frankreich sucht.

 
Not fabulous at all!
 
Es mag sein, dass der Film auch nur funktioniert, wenn man ein Fan der Serie ist. Das dürfte gerade in unseren Breitengraden aber eher problematisch sein. „Absolutely Fabulous“ lief zwar im Fernsehen, war aber nie ein Erfolg und wurde sogar dermaßen lieblos eingedeutscht, dass man sich inmitten der Serie auf neue Stimmen einstellen musste.
 
Es ist aber auch gut möglich, dass das Format mit der kürzeren Laufzeit einer Fernsehserie besser funktioniert. Als 90-minütiger Film gestaltet sich „Absolutely Fabulous“ als reichlich nervig. Und das nicht nur wegen den halbgaren, teilweise sogar peinlich schlechten Gags, sondern auch, weil man hier zwei Hauptfiguren hat, wie sie unsympathischer nicht sein könnten.
 
Edina und Patsy sind Säufer, Egoisten, Narren und sexuell aggressiv. In einer besonders peinlichen Szene macht sich Patsy an Schauspieler Jon Hamm heran, dessen Unschuld sie nahm, als er 15 Jahre alt war. Natürlich haben auch ältere Menschen Sex, aber die Attitüde von Patsy ist peinlich. Weil sie alt ist. Und zwar Oma-alt. Das macht es aber auch etwas peinlich, denn die beiden Hauptfiguren wollen und können ihr Alter nicht wahrhaben. Sie kleiden sich jung und hip, sie agieren auch so und wirken dabei wie traurige Clowns. Und zu lachen gibt es dabei nur wenig.
 
01 ©2016 Twentieth Century Fox03 ©2016 Twentieth Century Fox05 ©2016 Twentieth Century Fox07 ©2016 Twentieth Century Fox
 
Bekannte Gesichter
 
Da der Film in der Londoner Modeszene spielt, gibt es auch jede Menge Cameos. Die können im Nichts verpuffen wie bei Jerry Hall oder sogar ganz amüsant sein wie bei Gwendoline Christie, die man aus „Game of Thrones“ kennt. Weitere bekannte Gesichter sind Emma Bunton, Stella McCartney oder Lulu, um nur ein paar zu nennen. Das Problem dabei ist, dass die in Großbritannien populärer sind als andernorts. Und dass die meisten auch schon in die Jahre gekommen sind, womit der Wiedererkennungswert für junge Zuschauer verloren geht.
 
Sehr schön ist auch der Auftritt von Mark Gatiss (Mycroft Holmes in „Sherlock“), der als Lektor mit Edina spricht und dabei einen der besten Sprüche des Films parat hat: „Es mag sein, dass ihr Leben lebenswert war, aber lesenswert ist es nicht.“
 
Der aus „Glee“ bekannte Chris Colfer spielt hier einen Stylisten. Im Grunde ist es kurios, dass der Schauspieler gerade diese Rolle angenommen hat. Die Gefahr des Typecastings ist damit endgültig gegeben, falls es nicht ohnehin schon zu spät ist. In „Glee“ spielte er den homosexuellen Kurt Hummel, hier könnte es im Endeffekt dieselbe Rolle sein.

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Fazit
 
Wohlwollend könnte man sagen, dass „Absolutely Fabulous – Der Film“ für Fans der Serie ist. Er biedert sich bei ihnen an, indem er eine Art Lang-Episode bietet. Aber die Schwierigkeit ist dabei, dass das normale Publikum außenvorgelassen wird, weil alles zu sehr darauf abgestellt ist, ein großer Insider-Gag zu sein. Darüber hinaus muss man mit den beiden Hauptfiguren warm werden, denn sympathisch sind die Zwei nun wirklich nicht.
 
 
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