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***Spider-Man: Homecomming***

 
smhc kritik
 
Autor: Alexander Friedrich
 
Vor einem Jahr durfte der neue Spider-Man, gespielt von Tom Holland, bereits in „Captain America: Civil War“ seinen ersten Auftritt haben. Und der hatte es in sich. Zeitweise stahl die arg verjüngte freundliche Spinne aus der Nachbarschaft den bekannten Althelden Iron Man, Captain America, Ant-Man und Co. die Show.
 
Jetzt bekommt Neu-Spidey schließlich seinen eigenen Film und nachdem Sony bereits erst kürzlich mit den „Amazing Spider-Man“-Filmen die Marke wieder neu gestartet hat, war eine der größten Fragen, ob man sich so schnell mit einer Neubesetzung anfreunden kann. Das Ergebnis ist ein klares „Jein“. Ins Marvel Cinematic Universe fügt sich der neue Spider-Man super ein und Tom Holland als Teenager-Variante von Peter Parker fühlt sich angenehm neu an.
 
Superhelden unter sich
 
Als eigener Film kann „Homecoming“ trotzdem nur wenige Akzente im übersättigten Superhelden-Genre setzen. Peter Parker (Tom Holland) sehnt sich seit seinem Auftritt in „Civil War“ zu Größerem berufen. Statt weiterhin nur normale Kleinganoven auf der Straße das Handwerk zu legen, will der fünfzehnjährige Schüler zu den Avengers gehören und wie diese die Welt beschützen. Doch Mentor Tony Stark (Robert Downey Jr.) lässt das zunächst nicht zu und lehrt den frustrierten Peter, mit seinen Kräften verantwortungsbewusst umzugehen und sich Grenzen zu setzen.
 
 
Doch dann wird New York von einer mysteriösen Bande bedroht, angeführt vom Verwertungsunternehmer Adrian Toomes (Michael Keaton), der noch eine Rechnung mit Stark offen hat…
 
Reboot mit Folgen
 
Als Sony und Marvel sich vor zwei Jahren endlich geeinigt haben, die Filmrechte der Marke Spider-Man zu teilen, war die Filmlandschaft gespalten. Einerseits herrschte große Freude darüber, das Spidey nun bei den Avengers im Marvel Cinematic Universe mitmischen darf. Andererseits hieß das, das Sony sein gerade erst neu gestartetes „The Amazing Spider-Man“-Universum wieder auf Eis legen musste. Größter Leidtragender in der Geschichte: Spidey-Darsteller Andrew Garfield, der sich für die Rolle seines Lebens so sehr ins Zeug legte und nun plötzlich arbeitslos war.
 
Die beiden „The Amazing Spider-Man“-Filme mussten auch herbe Kritik einstecken, denn das größte Problem des Reboots im Jahre 2012 war, dass es trotz eines tollen Hauptdarstellers wie eine Kopie der Tobey Maguire-Filme von Regisseur Sam Raimi wirkte. Diesen Fehler macht „Spider-Man Homecoming“ nun nicht. Mit seinen deutlich jüngeren Figuren (neben Peter Parker ist auch seine Tante May, gespielt von Marisa Tomei im Alter nochmal stark gefallen) und dem MCU-Anstrich, samt Eingliederung von Tony Stark als Iron Man in die Handlung, wirkt das Reboot diesmal auch wie eine frische Neuauflage, die sich endlich von den Sam Raimi-Werken, so toll sie auch waren, befreien kann.
 
Viel CGI und Leichtigkeit ...
 
Das dunkle „Amazing“-Kapitel streicht Sony dabei komplett aus dem Kanon und nun heißt es nur noch, nach vorne zu schauen. Folglich wird in „Homecoming“ unter der Regie Jon Watts eine herrliche Leichtigkeit an den Tag gelegt.
 
Man kann aber auch etwas den ernsten Ton der alten Raimi-Filme vermissen. „Homecoming“ ist mehr ein typischer MCU-Marvel-Film ohne wirklich neue Impulse. Das gilt vor allem für die Action-Szenen. Mit Ausnahme von „Civil War“ stellen die in den Marvel-Filmen seit einiger Zeit eine große Schwäche dar und auch diesmal gewinnt keine der Sequenzen, in denen auch Fan-Liebling Iron Man seine Auftritte hat, einen Originalitäts-Preis.
 
Speziell der mit visuellen Computereffekten überladene Look stört dabei, mehr handgemachte Action hätte dabei gut getan. Hauptdarsteller Tom Holland macht dennoch allzeit eine gute Figur. Sein junger frecher und rebellischer Spider-Man fasziniert vor allem mit einer interessanten Zerrissenheit, die den anderen Spider-Man-Reihen noch fehlte: Durch die Avengers ist Spider-Man anders als zuvor kein besonderer Held mehr, den die ganze Stadt New York bewundert.
 
Nach den zahlreichen Weltretter-Einsätzen von Helden wie Thor, Iron Man und Vision ist der kleine Spider-Man nichts Besonderes mehr. Mit diesem Frust muss Peter Parker kämpfen und dieser Ansatz gefällt uns an „Homecoming“. Insgesamt kann der Film dennoch nicht an die großartigen Sam Raimi-Filme mit Tobey Maguire heranreichen.
 
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... aber ein Held ohne Strahlkraft
 
Denn deren emotionale Tiefe und Schauwerte werden nie erreicht. Raimis Filme haben dabei das Genre der Superhelden-Filme und die Filmwelt der 2000er-Jahre essenziell mitgeprägt. „Homecoming“ tut das nicht. Jon Watts Variante ist nur ein weiterer Ableger im Marvel-Universum, der sich toll in den Kanon mit einfügt aber auch nicht wirklich groß im Gedächtnis bleiben wird.
 
Das ändert sich auch nicht mit Bösewicht Adrian Toomes, auch wenn dieser etwas interessanter ausfällt als die meisten austauschbaren Widersacher im Marvel-Universum. Das liegt zum großen Teil an Michael Keaton, der seit seiner Rolle in „Birdman“ eine wahre Renaissance seiner Karriere durchlebt und erneut zu überzeugen weiß.
 
Robert Downey Jr. als Peters Mentor macht auch jede Menge Spaß. Jedoch wäre ein komplett eigenständiger Film ohne Iron Man vielleicht die bessere Wahl gewesen.

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Fazit
 
„Spider-Man Homecoming“ ist besser als erwartet und weniger gelungen, als erhofft. Jon Watts schafft jedenfalls die Hürde, die Figur und die Marke neu aufzulegen und in den Avengers-Kanon zu integrieren. Trotzdem bleibt der fade Beigeschmack um die Ausbootung von Andrew Garfield.
 
Wir hätten gerne mehr davon gesehen. Und an Tobey Maguires errinerungswürdige Performance als Peter Parker kann Tom Holland auch noch nicht heran reichen. Aber vielleicht ändert sich das ja noch. Der neue Anstrich weiß zu überzeugen und lässt auf eine Zukunft hoffen, in der etwas Großes entstehen kann.
 
So geht „Homecoming“ als Marke und Mythos auf, als eigener Film wächst er jedoch nicht über sich hinaus, sondern liefert mehr vom Gleichen ab.

 
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