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*** Sonic - The Hedgehog ***


ouatih kritik

Autor: Walter Hummer
 
Was haben ein Film über einen außerirdischen Igel und eine bekannte Fastfoodkette gemeinsam? Eine ganze Menge, wenn man so drüber nachdenkt …
 
I‘m lovin it
 
Der kleine superschnelle Sonic muss von seinem Planeten flüchten. Zuflucht findet er auf der Erde, wo er sich in einem Wald nahe einer typisch amerikanischen Kleinstadt versteckt. Aber auch dort ist er nicht lange sicher. Im Auftrag der Regierung sucht der böse Dr. Robotnik (Jim Carrey) nach dem flinken Außerirdischen. Nur der Kleinstadtsheriff Tom (James Marsden) steht dem schnellen kleinen Igel bei …
 
Ein Cheeseburger von Mc Donalds ist weder besonders lecker, noch besonders raffiniert zubereitet. Aber wenn man einen bestellt, weiß man was man bekommt. Man wird damit wohl kaum jemals eine Überraschung erleben. Genauso funktioniert der erste Spielfilm von Regisseur Jeff Fowler. Der Film liefert genau das, was Plakat und Trailer versprochen haben. Nicht mehr und nicht weniger.
 
Die Story von Patrick Casey und Josh Miller, die bisher vor allem Drehbücher für das Fernsehen und B-Movies verfasst haben, liefert uns einen freundlichen Außerirdischen, seinen irdischen Freund, der ihm behilflich ist und den bösen Wissenschaftler, der das Alien für seine finsteren Pläne benutzen möchte. So weit so vorhersehbar. Und so wie einem ein Big Mac zwar ein Völlegefühl beschert aber keine wertvollen Inhaltstoffe liefert, so muss einem hier klar sein, wie kitschig und unrealistisch das unvermeidliche Happy End ausfallen wird.
 
 
Die Dialoge dieses Films erinnern ein wenig an den Salat und die Tomate die das schottische Restaurant teilweise zwischen Brötchen und Fleisch packt. Für sich genommen würde niemand sowas essen wollen. Aber zusammen mit dem Rest des Burgers rutscht der Grünzeug-Ersatz durchaus runter. Und so gehen auch die unoriginellen Dialoge im Gewusel des Films irgendwie unter. Zeilen wie „Hör niemals auf zu rennen“ oder der Wortwechsel „Ich hab Dir gesagt, Du schaffst das!“ – „Hey, wir haben es geschafft!“ werden niemandem im Gedächtnis bleiben.
 
Die Pommes vom goldenen M sind nicht das beste Ende das eine Kartoffel nehmen kann. Und die Gags in „Sonic the Hedgehog“ sind keine Perlen des Humors. Aber so wie man sich durchaus auch mal mit den salzigen lauwarmen Fritten vollstopfen kann, so kann man auch über die Scherze in diesem Film lachen. Wenn man Glück hat, werden die Pommes sogar mal heiß und knusprig serviert. Und auch im Film kann man sich über einzelne wirklich witzige Ideen amüsieren. In meiner Lieblingsszene hat jemand zwei sehr unterschiedliche Torten vorbereitet, um jeweils jedes mögliche Ergebnis einer Bewerbung feiern zu können.
 
Los Wochos
 
Das Ambiente der meisten Lokale der bekannten Restaurantkette ist durchaus in Ordnung. Klar, nichts daran lädt zum längeren Verweilen ein. Aber die Tische und Sitze sind halbwegs gemütlich und das Personal achtet in der Regel auf Sauberkeit. Und so gibt es technisch bei diesem Film nicht viel zu bemängeln. Der Look des computergenerierten Titelhelden wurde ja noch rechtzeitig nachgebessert. Und auch wenn keine einzige Szene, kein Bild dieses Films irgendeinen besonderen Eindruck hinterlässt, fällt auch nichts wirklich unangenehm auf.
 
Das Personal bei McD trägt unvorteilhafte Uniformen, besteht aber zum größten Teil aus Profis die alle wissen was sie zu tun haben. Jeder weiß, wann die Pommes aus der Fritteuse genommen werden müssen. Jedem Mitarbeiter ist klar, wie viele Gurkenscheiben auf einen Cheeseburger gehören. Und alle arbeiten zusammen, damit die Produkte in gewohnter Qualität über die Theke gehen. Ähnliches kann man über die Besetzung dieses Films sagen.
 
01 ©2020 Paramount Pictures04 ©2020 Paramount Pictures05 ©2020 Paramount Pictures06 ©2020 Paramount Pictures
 
James Marsden kennen die meisten als Cyclops aus den frühen „X-Men“-Filmen. Er war halbwegs witzig in „Verwünscht“, überfordert in „Straw Dogs“ und musste sich bereits in „Hop – Osterhase oder Superstar“ neben einem computergenerierten Hauptdarsteller behaupten. Wie in den meisten seiner Filme wirkt er auch in der Rolle des Kleinstadtsheriffs Tom wieder sympathisch ohne zu beeindrucken.
 
Tika Sumpter kennt man vielleicht aus „Ride Along“ oder „Ride Along 2“ oder auch gar nicht. Ihre sympathische Darstellung von Toms Ehefrau Maddie passt so wunderbar zu Marsdens Darstellung als Ehemann, die Film-Ehe der beiden muss im Himmel geschlossen worden sein.
 
Jim Carrey hat in “The Truman Show” eine der besten darstellerischen Leistungen des Jahres 1998 gezeigt, bevor er 2004 in „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ eine der besten darstellerischen Leistungen des Jahrzehnts gezeigt hat. Warum er seither immer und immer wieder Variationen seiner Figuren aus „Ace Ventura“, „Dumm und Dümmer“ und „Der Dummschwätzer“ zum Besten gibt, muss er selbst wissen. Hier liefert er als finsterer Bösewicht genau die Darstellung, die man von Jim Carrey als finsteren Bösewicht erwarten würde. Wer sich seine Figur aus „Lemony Snicket“ mit einem anderen Bart und Mantel vorstellt, liegt genau richtig.
 
Der Verleih hatte bereits vor dem Filmstart folgende frohe Botschaft zu verkünden: „Als deutsche Synchronstimme für die Titelfigur konnte einer der bekanntesten deutschen Influencer – Julien Bam (über 5 Millionen Youtube-Abonnenten) – gewonnen werden“. Der junge Herr Bam macht seinen Job hier weder besonders gut, noch richtig schlecht. Warum man die Aufgabe nicht einfach einem professionellen Sprecher übertragen hat, ist trotzdem unklar.
 
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Hier ein kleiner Tipp an die Entscheidungsträger: Der Film „Kartoffelsalat – Nicht fragen“ wurde von einem youtuber mit mehr als 3 Millionen Abonnenten gedreht. Im Kino wollten den Film aber bloß ungefähr 300.000 Leute sehen. Einfach mal nachrechnen ob die Gleichung, youtube-Abonnenten = verkaufte Kinokarten, wirklich so aufgeht. Bei McDonalds wird der Milkshake ja auch nicht besser, wenn Crazy Frog dazu die Geräuschkulisse liefert.
 
Fazit
 
Ein Film wie eine Mahlzeit bei McDonalds. Nicht besonders gut, nicht besonders hochwertig und nichts woran man sich später erinnern wird. So wie man Kindern zwischen 8 und 12 Jahren durchaus mal ein Happy Meal gönnen kann, solange sie sonst etwas Ordentliches und Gesundes zu essen bekommen, so kann man sich mit ihnen auch mal „Sonic the Hedgehog“ ansehen, solange sie sonst etwas Ordentliches und Gescheites zu sehen bekommen.
 
 
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