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*** Das Haus der geheimnisvollen Uhren ***


 
dhdgu kritik
 
Autor: Allan F
   
Ein lustiges Schauermärchen für die ganze Familie von Splatter-Meister Eli Roth? Geht das überhaupt?
 
Nach einem Roman von…
 
Lewis Barnavelt (Owen Vaccaro), gerade mal zehn Jahre alt, hat seine Eltern verloren und wird deshalb bei seinem wunderlichen Onkel Jonathan (Jack Black) untergebracht. Schnell findet der Junge mit dem Hang zur Klugscheisserei heraus, dass mit seinem Onkel, der Nachbarin Florence Zimmermann (Cate Blanchett) und dem alten Haus etwas nicht stimmt.
 
Als Jonathan und Florence dem verwirrten Jungen offenbaren, dass die beiden Zauberer sind, will auch Lewis unbedingt die hohe Kunst der Magie lernen. Doch Lewis findet heraus, dass da noch mehr im Haus vor sich geht. Der Vorbesitzer, Isaac Izard (Kyle MacLachlan), war ebenfalls ein mächtiger Zauberer und kam in diesem Haus mit seiner Frau ums Leben. Davor hatte er sich mit schwarzer Magie beschäftigt und eine geheimnisvolle Uhr in den Wänden des Hauses versteckt. Gemeinsam versuchen die drei hinter das Geheimnis zu kommen…
 
 
Bis hierhin erstmal ganz interessant. Nicht wirklich neu, aber dennoch interessant. Der Film basiert auf der Vorlage einer Kinderbuch-Serie der 70er-Jahre. Daher auch wirklich nicht neu. Ohne zu viel zu verraten, ist aber dennoch so viel zu sagen: Origineller wird es leider nicht – weder in der Story, noch in der Machart des Filmes selber.
 
Blasser Tim Burton-Verschnitt
 
Der Film versucht alles, was Kinder mögen. Gruseliges Setting, fantasievolle Story und schräge Charaktere. Leider ist nichts davon mit Liebe ausgearbeitet. Die Charaktere sind einfach gehalten ohne echten Tiefgang. Man versucht zwar den Figuren einen leicht bizarr-liebenswerten Touch á la Tim Burton zu geben (die Kostüme sind eines der heimlichen Highlights des Films), aber so richtig klappen will das nicht.
 
Jung-Star Owen Vaccaro spielt sehr gekonnt den Sonderling Lewis, allerdings wird zu schnell über alle Probleme des Jungen drübergebügelt statt sich der Entwicklung seines Dilemmas zu widmen. So auch bei den Charakteren von Jack Black und Cate Blanchett, die Hintergrundstories der Figuren sollen einfach vom Zuschauer akzeptiert werden und alle haben gefälligst mitzufühlen. Leider ist das die generelle Vorgehensweise durch den ganzen Film durch: Das Drehbuch macht einfach was es will ohne große Erklärungen oder Logik.
 
Kyle MacLachlan (den ich persönlich sehr schätze) hat leider in diesem Streifen nicht wirklich etwas zu tun, sein Auftritt ist schon eher an der Schmerzgrenze, was aber eher an grottigem Make-Up und lahmer Story als an ihm selber liegt. Sorry, Kyle! So blutarm wie die Charaktere ist auch der Look des Films. Zwar haben Set-Designer alles zusammengetragen, was alt, gruselig und „vintage“ aussieht, aber auch hier springt der Funke nicht über. Der Film ist in einem konstanten Grau gehalten, die Szenen im Haus wirken kraftlos auf der Leinwand, die Bilder und Kameraführung insgesamt sehr brav, fast schon auf TV-Niveau. Große Bilder, tolle Farben und innovative Kamerafahrten: Fehlanzeige!
 
01 ©2018 Universal Pictures02 ©2018 Universal Pictures03 ©2018 Universal Pictures04 ©2018 Universal Pictures
 
Bei einem Film über Zauberei erwartet man tolle Effekte und witzig-rasante Situationen. Hier muss man sich mit einem rollenden Sessel als Jack Blacks Sidekick, kotzenden Kürbissen und einer kackenden Heckenfigur in Form eines Löwens abfinden. Das sind dann auch die großen Effekt-Highlights. Zusammen mit den müden Jokes und Slapstick-Einlagen der Figuren ist das Ganze alles andere als fantastisch…
 
Fishing for franchise
 
Mit „Das Haus der geheimisvollen Uhren“ wirft Hollywood wieder die Angel aus und versucht eine neue Filmreihe wie „Harry Potter“ auf dem Markt zu etablieren. Schließlich warten noch 11 andere Bücher mit den Abenteuern von Lewis Barnavelt auf eine Filmadaption. Doch eine Verfilmung mit so wenig Liebe zum Detail und so viel Aufgewärmten wird sicherlich keinen Bestand haben. Leider habe ich keines der Bücher gelesen, aber wenn die Vorlage eben so wenig Substanz in der Geschichte hat, dann war das sicher nicht die beste Wahl, aus der man einen großen Blockbuster machen sollte.
 
Eli, bleib bei deinen Leisten
 
Ganz unschuldig an der Misere sind Regisseur Eli Roth und DP Rogier Stoffers sicherlich nicht. Roth, der bereits mit Splatter-Hits wie „Hostel“ und „Cabin Fever“ auf dem Regiestuhl überzeugen konnte, hat mit seinem Ausflug außerhalb des Horror-Genres absolut daneben geschossen. Bei den Bildern von Kameramann Stoffers, der u.a. für „School of Rock“ und „Disturbia“ verantwortlich war, ist sowieso noch nie ein großer „Aha“-Effekt bei mir eingetreten (und da bin ich sicher nicht der Einzige!). Eli Roth kann ich dieses kunterbunte Durcheinander daher noch verzeihen, allerdings sollte er doch eher beim Produzieren und Schreiben bleiben.
 
01 ©2018 Universal Pictures02 ©2018 Universal Pictures03 ©2018 Universal Pictures04 ©2018 Universal Pictures
 
Fazit
 
Zugegeben, mit Mitte 30 bin ich sicherlich nicht die Zielgruppe. Aber Blockbuster für Kids zieh ich mir sehr gerne rein, solange der Stoff mich fasziniert, belustigt und beeindruckt. Hier wurde leider überhaupt nichts für mein inneres Kind getan. 45 Minuten absolutes Grillenzirpen bevor die Story irgendwie Fahrt aufnimmt, dazwischen ein paar müde Lacher und halbgare Taschenspieler-Tricks. So richtig wussten die Macher wohl nicht wohin mit dem Stoff – Dauerfeuer-Spaß und knallige Special Effects oder hochqualitatives Sehvergnügen für Kinder und Erwachsene wie bei „Lemony Snicket“.
 
Also wurde einfach alles mit reingepackt, richtig gut ist davon nichts geworden. Als dann auch noch der zweite Weltkrieg ganz am Rande ins Spiel gebracht wurde, war bei mir „Cringe-Faktor 100“. Ich liebe Filme jeder Art und mir widerstrebt es, das zu sagen, aber es war leider einer der schlechtesten und langweiligsten Filme, die ich in der letzten Zeit in diesem Bereich gesehen habe. Lieber die Bücher kaufen und euren Kids vorlesen…
 
 
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