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***Moonlight***

mlight kritik
 
Autor: Peter Osteried
 
Für einen Moment war „La La Land“ der beste Film des Jahres, aber dann setzte die Realität ein und es wurde klar, dass es hinter den Kulissen der Oscar-Verleihung ein peinlicher Fehler geschehen war. Man hatte Warren Beatty die falsche Karte gereicht, von der er den Gewinner ablas.
 
Denn als bester Film des Jahres war „Moonlight“ gekürt worden. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass „La La Land“ es mehr verdient hätte, ist „Moonlight“ doch toller Darstellungen zum Trotz eher enttäuschend, was daran liegt, dass er eigentlich nichts zu erzählen hat.
 
Drei Kapitel
 
„Moonlight“ besteht aus drei Segmenten. Im ersten steht ein junger afroamerikanischer Junge namens Chiron im Mittelpunkt, den alle nur Little nennen. Er läuft von zuhause weg, da er es mit seiner drogensüchtigen Mutter nicht mehr aushält. Der Dealer Juan (Mahershala Ali) gabelt den Jungen auf und hilft ihm. Chiron wird für ihn so etwas wie der Sohn, den er nie hatte. Er kümmert sich um den Kleinen und ist sein Mentor, auch wenn das seiner Mutter missfällt.
 
Im zweiten Kapitel sieht man Chiron als Teenager, der immer noch unter seiner Mutter leidet und von anderen Teenagern herumgeschubst und gehänselt wird, weil sie ihn für schwul halten. Es ist zu der Zeit, dass Chiron einem alten Kindheitsfreund wiederbegegnet und seine ersten sexuellen Erfahrungen hat, aber verraten wird – und wütend um sich schlägt, was Konsequenzen mit sich bringt.
 
Der dritte Akt spielt zehn Jahre später. Chiron nennt sich jetzt Black und ist ein Drogendealer und erhält einen Anruf von Kevin, der nun in Miami lebt und ihn wiedersehen will.
 
 
Ohne Fokus
 
Im Grunde passiert in diesem Film nichts. Es ist ein Coming-of-Age-Drama in der Großstadt, das mit seiner Konzentration auf die Drogen, ihren Verkauf und wie sie Leben von afroamerikanischen Männern und Frauen ruinieren, weniger wichtig als vielmehr klischiert erscheint. Regisseur Barry Jenkins hat einfach nichts zu erzählen, das man nicht schon kennen würde.
 
Die Zeitsprünge tun der Geschichte nicht unbedingt gut, weil man die Hauptfigur immer wieder neu etablieren muss, dies aber im letzten Akt nur unzureichend gelingt. Zumal man sich hier für einen Schauspieler entschieden hat, der kaum noch Ähnlichkeit mit der Teenie-Version von Chiron hat.
 
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Problematischer ist aber, dass die Geschichte ziellos mäandert. Immerhin ist sie dabei konsequent, denn das Ende bleibt ohne Höhepunkt, auch ohne Abschluss. Der Film ist einfach vorbei, wie es mit Chiron und Kevin weitergeht, bleibt ganz und gar der Fantasie des Zuschauers überlassen.
 
Großartiger Nebendarsteller
 
Das Beste am Film ist Mahershala Ali, der für seine Leistung in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“ mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Er ist im Grunde das Herz des Films. Seine Darstellung ist roh und gewaltig und sie treibt das erste Segment des Films voran. Bedauerlicherweise hat seine Figur danach keine Bedeutung mehr, womit aber auch das Interesse des Zuschauers nachlässt.
 
Sehr gut ist auch Naomie Harris als Chirons Mutter. Sie spielt intensiv und die Szenen mit ihrem Sohn gehören zu den Besten des Films, auch und gerade, weil der Junge, dessen Leben von ihr aus der Bahn geworfen wurde, ihr letzten Endes vergibt. Das ist ein starker Moment in einem ansonsten sehr lang gezogenen letzten Akt, der „Moonlight“ komplett implodieren lässt.
 
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Fazit

„Moonlight“ kann durchaus mit Atmosphäre punkten, zerfällt aber durch die mäandernde Erzählweise, was umso problematischer ist, da jedes neue Kapitel schwächer ist als das vorherige.
 
Dem entgegen stehen zumindest einige beeindruckende schauspielerische Leistungen, der beste Film des Jahres ist „Moonlight“ aber auf keinen Fall.

 
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