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*** Ready Or Not ***


ouatih kritik

Autor: Christopher Diekhaus
 
Drum prüfe, wer sich ewig bindet... In „Ready or Not – Auf die Plätze, fertig, tot“ erlebt eine junge Frau eine blutige Hochzeitsnacht, die knackig-kurzweilige Unterhaltung zwischen knisternder Spannung und böser Komik bietet.
 
Bizarre Familientradition
 
Der große Tag steht vor der Tür. Die Liebe zwischen Grace (Samara Weaving) und Alex Le Domas (Mark O’Brien), seines Zeichens Spross einer Dynastie erfolgreicher Spielehersteller, soll offiziell besiegelt werden. Die Zeremonie findet auf dem herrschaftlichen Anwesen seiner Familie statt, deren Mitglieder sich offensichtlich nicht alle über den Zuwachs freuen. Die Braut jedoch lässt sich von abschätzigen Blicken nicht aus der Ruhe bringen und ist wild entschlossen, den Augenblick zu genießen.
 
Irgendwann am Abend ist es Zeit für einen alten Le-Domas-Brauch, dem sich jeder neue Angehörige stellen muss. Aus einem mysteriösen Kästchen darf Grace eine Karte ziehen, die festlegt, welches Spiel in der Hochzeitsnacht auf dem Programm steht. Dieses Mal heißt es Verstecken, und nur wenig später sucht sich die frisch Getraute ein stilles Plätzchen in der weitläufigen Villa. Als sie begreift, dass die plötzlich schwer bewaffneten Verwandten ihres Ehemannes sie nach dem Auffinden ermorden wollen, ist guter Rat teuer.
 

 
„Ready or Not – Auf die Plätze, fertig, tot“ umarmt die Absurdität der Prämisse von Anfang an und lässt rasch einen schwarzen Humor aufblitzen, den man in einem Survival-Horrorfilm nicht unbedingt erwarten würde. Statt einer ausgeklügelten Geschichte servieren die Regisseure Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett dem Zuschauer eine schnörkellose Hetzjagd auf begrenztem Raum, in der sich am Reißbrett entworfene Figuren tummeln.
 
Dass die Protagonisten lediglich rudimentäre Eigenschaften erhalten und manche überdeutlich als Karikaturen angelegt sind, ist allerdings nicht weiter schlimm. Denn zum einen fällt die Inszenierung erfreulich dynamisch aus. Zum anderen liefert Hauptdarstellerin Samara Weaving eine zupackende Performance ab, die den Betrachter zum Mitfiebern animiert. Scheint Grace zunächst mit der makabren Spielsituation überfordert, entwickelt die junge Frau mit der Zeit einen unbändigen Überlebenswillen und schwingt sich zu einer wehrhaften Gegnerin auf, ohne dabei superheldenhafte Züge anzunehmen.
 
Die Mischung macht’s
 
Die Idee, Spannung und sarkastischen Witz zu verbinden, hätte durchaus in die Hose gehen können. Der Film jongliert aber recht wirkungsvoll mit diesen beiden so gegensätzlichen Konzepten. Regelmäßig gibt es Momente, in denen der Nervenkitzel spürbar ansteigt. Etwa dann, als Grace dem unheimlichen Butler Stevens (John Ralston) in der Küche zu entwischen versucht. Das prunkvolle, labyrinthische, mit seinen nur schummrig ausleuchteten Gängen erdrückend wirkende Setting tut sein Übriges, um ein konstantes klaustrophobisches Gefühl zu produzieren.
 
01 ©2019 Twentieth Century Fox02 ©2019 Twentieth Century Fox03 ©2019 Twentieth Century Fox04 ©2019 Twentieth Century Fox
 
Für Auflockerung sorgt nicht nur die teilweise betont ironische Musikuntermalung. Auch das mitunter groteske Verhalten der Le-Domas-Vertreter ruft so manchen Lacher hervor. Vor allem Alex‘ Vater Tony (Henry Czerny) und dessen ständig finster dreinschauende Schwester Helene (Nicky Guadagni) nehmen den eigentümlichen Hochzeitsbrauch, an den angeblich ein Fluch geknüpft ist, auf belustigende Weise ernst.
 
Für eine bissige Satire auf die Spinnereien und Maßlosigkeiten der Oberschicht ist „Ready or Not – Auf die Plätze, fertig, tot“ sicher etwas zu grob gestrickt. Wie der Horrorspaß die verrückten Schnösel durch den Kakao zieht, hat aber definitiv Unterhaltungswert, auch wenn an manchen Stellen etwas mehr Raffinesse wünschenswert gewesen wäre. Das bereits früh angedeutete übernatürliche Element nutzen die Macher, um im Finale ein kleines Splatter-Fest zu feiern. Das kann man plump und selbstzweckhaft finden. Gleichzeitig ist es mit Blick auf den bizarren, zwischen Grauen und Komik hin- und herpendelnden Überlebenskampf aber irgendwie nur konsequent.
 
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Fazit
 
Wer keine hohen Ansprüche stellt und sich für garstig-amüsante Horrorkost begeistert, wird bei „Ready or Not – Auf die Plätze, fertig, tot“ auf seine Kosten kommen.
 
 
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