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*** Star Wars: Der Aufstieg SkyWalkers ***


ouatih kritik

Autor: Walter Hummer
 
Nach Episode 7, „Star Wars: Das Erwachen der Macht“, ist bei Episode 9 auch wieder J. J. Abrams für Regie und Drehbuch verantwortlich. Und niemand kann behaupten, er hätte sich keine Mühe gegeben. Aber Mühe hat sich Anakin Skywalker auch immer gegeben. Und wo hat das hingeführt?
 
Lange habe ich darauf gewartet
 
Imperator Palpatine ist wieder da. Das ist kein Spoiler, weil die Filmemacher und der Verleih das bereits im Trailer und auf dem Plakat verraten haben. Obwohl „wieder da“ natürlich falsch ausgedrückt ist. Der Herr Kaiser vom Imperium war gar nie weg. Und wie bereits in den Prequels, war auch diesmal alles was in den letzten beiden Filmen passiert ist und alles was im größten Teil dieses Films passiert, natürlich wieder Teil seines Plans.
 
Und es passiert viel in Episode 9. Sehr viel. Und es gibt viel zu sehen. Sehr viel. Wirklich sehr sehr viel. Manchmal zu viel. Aber Regisseur und Co-Drehbuchautor J. J. Abrams dachte sich wohl, „Wir ham’s ja!“ oder besser gesagt „Disney hat’s ja!“. Und wo er Recht hat, hat er Recht. Wie bereits bei Episode 7 bemüht Abrams sich wieder, den Fans alles, aber auch wirklich alles zu geben, was ihnen an den früheren Filmen gefallen hat. Oder den Fans gefallen haben könnte.
 
 
Oder woran sich die Fans noch erinnern. Oder woran sie sich erinnern könnten. Das tut Abrams einerseits, in dem er immer und immer wieder Variationen dessen bietet, was in der Ur-Trilogie zu sehen war. Also bekommen wir Kylo Ren wieder mit seiner Maske zu sehen. Und die Ritter von Ren, die praktisch nichts zur Handlung beitragen und kein echter Ersatz für die Sith sind. Es gibt wieder eine geheime Welt, die auf keiner Karte verzeichnet ist. Und erinnern wir uns noch daran, wie Luke in Episode 5 auf Dagobah gegen einen Feind angetreten ist, der dann er selbst war? Na, wer wird sich Rey wohl in einer Traumsequenz in den Weg stellen? Selbst Han Solos lässige Antwort auf Leias „Ich liebe Dich“ auf Bespin wird variiert. Das alles ist zum größten Teil ganz gut und schön, lässt den Film aber kaum originell wirken.
 
Noch schlimmer wird es, wenn Abrams den Fans alles Mögliche aus den alten Filmen eins-zu-eins wiederbringen will. Die Mitwirkung des Imperators haben wir schon erwähnt. Lando Calrissian war auch bereits im Trailer und auf dem Plakat zu sehen. Aber damit nicht genug. Kann sich jemand erinnern, wie klein die Einzelteile waren, in die es den zweiten Todesstern am Ende von Episode 6 zerfetzt hat? Falsch! Von dem Ding liegen noch Trümmer von der Größe einer Kleinstadt herum, um als Kulisse zu dienen. Ein kurzer Gastauftritt eines alten Mitstreiters in der finalen Schlacht fällt ganz nett aus. Der Überraschungsgast davor ist aber Fanservice im galaktischen Maßstab.
 
Irgendwann nach knapp zwei Stunden dachte ich so bei mir, jetzt fehlen nur noch die Ewoks und Jar Jar Binks und sollte damit zur Hälfte Recht behalten. Was Abrams an eigenen Ideen zu bieten hat, fällt ganz nett aus, mehr aber auch nicht. Die Handlung ist ziemlicher Unsinn. Und fast alles kommt einem dann doch immer wieder bekannt vor. Wieder muss ein Gefangener befreit werden. Wieder gibt es einen Showdown im Thronraum des Imperators während draußen die letzte Entscheidungsschlacht tobt. Und am Ende kommt es wieder zu einer dieser Szenen, bei denen sich selbst eingeschworene Fans der Serie fragen müssen: „Seit wann geht DAS denn?“.
 
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Die Macht brachte uns zusammen
 
Wirklich originell ist nur wenig. Eine Szene in der Rey von einem Sternenzerstörer flüchtet, liefert ein eindrucksvolles Bild. Und eine Art Tauziehen um ein Schiff (sozusagen ein „Schiffstauziehen“, haha) sieht nicht nur gut aus, es endet auch überraschend. Interessant zu sehen ist, wie die Jedis ihre Macht mit anderen teilen können um zu heilen. Dass wir das im Film nach dem ersten noch ein zweites Mal sehen würden, war klar. Die dritte Machtheilung geht von mir aus auch noch in Ordnung. Aber müssen wir die Heilerei wirklich vier Mal sehen?
 
Filmtechnisch ist das Ganze natürlich auf dem höchsten Stand. Die computergenerierten Effekte sind Handelsklasse 1A. In einer Einstellung sehen wir mehr verschiedene Raumschiffe, als in den ersten drei .. ach was sag ich … in den ersten sechs Filmen zusammen. Der mittlerweile verstorbene Autor Robert B. Parker meinte vor langer Zeit, nur Pferde hätten den Film „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ retten können. Auch das muss sich Abrams zu Herzen genommen haben, denn im neuen Film sehen wir die galaktische Version des Angriffs der leichten Brigade auf einem Sternenzerstörer. Und das war kein Tippfehler. Hier galoppieren tatsächlich Pferde (oder etwas in der Art) auf der Oberfläche eines Sternenzerstörers.
 
Aber wenn Abrams dann auch noch bei Filmen klaut, die gar nichts mit Star Wars zu tun haben oder wenn ein, von Tony- und Pulitzerpreisträger Lin-Manuel Miranda komponiertes Musikstück in dem ganzen Durcheinander komplett untergeht, wird alles ein bisserl viel. Man muss nicht alles machen, was man kann, bloß weil man es kann. Das gilt auch für die Szenen mit der 2016 verstorbenen Carrie Fisher. Hier wurde bisher nicht gezeigtes Material aus den beiden früheren Filmen verwendet. Und auch wenn man das nicht sofort sieht, merkt man es trotzdem. Die Dialoge und Übergänge der Szenen mit Leia wirken arg konstruiert und stören mehr als sie zum Film beitragen.
 
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Die Dialoge sind ohnehin wieder das Schwächste am Film. Aber das war bei der ersten Trilogie schon so. Und bei den Prequels war es noch schlimmer. Trotzdem liefern alle Darsteller tapfer ihren Text ab. Jeder einzelne von Ihnen ist deutlich zu gut, für das was er hier zu tun hat. Das gilt vor allem für Daisy Ridley.
 
Mehr noch als Episode 7 und 8 trägt sie Episode 9 weitgehend allein auf ihren schmalen Schultern. Nicht nur dem Publikum, auch seiner Hauptdarstellerin mutet Regisseur und Drehbuchautor Abrams einiges zu. Wie Ridley als einsame Heldin immer wiederabwechselnd verzweifeln und Mut schöpfen muss, wie sie immer wieder dramatisch Lichtschwerter ablehnen, zurückgeben und annehmen muss, wie sie jede Wendung des Drehbuchs und ihres Charakters mitträgt, stellt eine beachtliche Leistung dar.
 
Fazit
 
J. J. Abrams will es zum Abschluss der Trilogie nochmal wissen. Die Fans bekommen nochmal ganz viel von allem was Star Wars ausmacht. Das ist nicht alles gut, aber vieles davon ist gut genug.
 
 
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