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*** Bad Times at the El Royale ***


 
btater kritik
 
Autor: Mark Wrede
     
Was passiert eigentlich, wenn Regisseure zum Kult werden und andere Regisseure versuchen ihnen nachzueifern? Dann entstehen beispielsweise Filme wie „Bad Times at the El Royale“.
 
Drew Goddard („The Cabin in the Woods“, „The Martian“) hat sich für seine Hommage dabei keinen geringeren als Alt-Meister Quentin Tarantino ausgesucht. Und das Ergebnis kann sich trotzdem durchaus sehen lassen.
 
Verschachtelte Story mit Schockgarantie!
 
Es beginnt wie immer bei solchen Filmen alles ganz harmlos. Sieben Fremde treffen zufällig in einem Hotel am Lake Tahoe im El Royale zusammen. Charaktere, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Vom Priester bis zum angeblichen Staubsaugervertreter ist alles dabei.
 
Doch nicht nur das Hotel besitzt ein dunkles Geheimnis, auch die vermeintlichen Gäste führen ein Doppelleben. Eine Kombination, die ihnen schon bald zum Verhängnis wird. Soweit die Story in der Kürze. Auf der Leinwand ist sie allerdings vielschichtiger, als man zunächst annehmen möchte.
 
 
Ein Tarantino-Fanboy!
 
Wer Tarantino-Filme wie „The Hateful 8“ kennt, dem wird sofort auffallen, dass sich „Bad Times at the El Royale“ ganz stark an dessen Dramaturgie anlehnt. Herausragendes Merkmal ist dabei, dass der Regisseur, der im übrigen auch das Drehbuch verfasst hat, die einzelnen Handlungsstränge wie bei seinem Vorbild aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Dabei hat er sogar die Unterteilung in einzelne Kapitel übernommen.
 
Aber trotz dieser Übereinstimmungen beweist Drew Goddard ein Gespür für Dramaturgie. Deshalb gelingt es ihm nahezu perfekt, die Zuschauer zu fesseln und unerwartet zu schocken. Wir haben es hier also mit einem packender Thriller zu tun, der es durchaus mit den Werken des Altmeisters aufnehmen kann.
 
Top-Besetzung trotz Plagiat
 
Dazu trägt wohl ebenfalls das Ensemble hochkarätiger Schauspieler bei. Für das Projekt konnten nämlich unter anderem Jeff Bridges, Cythia Erivo, Jon Hamm, Dakota Johnson, sowie Thor-Darsteller Chris Hemsworth gewonnen werden. Letzterer beweist diesmal sogar eindrucksvoll, dass er nicht nur strahlende Superhelden verkörpern kann, sondern sogar das Zeug zu einem Antagonisten hat, dem man besser nicht nachts begegnen möchte.
 
Ein hervorragendes Schauspiel liefert aber vor allem Jeff Bridges als getarnter Priester ab. Er verleiht seinem Charakter im schizophrenen Wechsel sowohl emotionale Tiefe als auch brutale Kälte.
 
01 ©2018 Twentieth Century Fox02 ©2018 Twentieth Century Fox03 ©2018 Twentieth Century Fox04 ©2018 Twentieth Century Fox
 
Von Dakota Johnson hingegen bekommen wir größtenteils mal wieder das zu sehen, was man von ihr erwartet und kennt. Eine laszive, unnahbare, undurchsichtige Göre mit Schlafzimmerblick. Und dunklen Geheimnissen! Sowie einem Vokabular, dass sicher dazu beigetragen hat, dass die Jugendschützer dem Film eine höhere Altersfreigabe geben mussten.
 
Jon Hamm darf sich als verdeckter Ermittler, getarnt als Staubsaugervertreter, unter die Gäste mischen. Nur schade, dass er das nicht allzu lange tun darf. Seine Figur hätte nämlich durchaus dafür sorgen können, dass mehr Gäste des Hotels überleben. Aber die Drehbuchautoren haben das wohl anders gesehen.
 
Ach ja und dann wäre da noch Cythia Erivo. Wenn man nicht wüsste, dass dies der Film „Bad Times at the El Royale“ ist, könnte man zunächst annehmen, dass wir die Geschichte der jungen Tina Turner zu sehen bekommen.
 
Trotzdem schafft auch sie die Gradwanderung ihrer Figur sowohl unschuldige, naive Charakterzüge, sowie in brenzligen Situationen einen knallharten, wachen Geist einzuhauchen.
 
Über den Pagenboy kann und darf sich gerne jeder seine eigene Meinung bilden. Aber keine Sorge, bei der Besetzung dieser Rolle haben die Casting-Agenten ebenfalls ein gutes Gespür gehabt.
 
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Fazit
 
Einigen könnten die offensichtlichen Ähnlichkeiten zu den Meisterwerken von Quentin Tarantino in den ersten Minuten womöglich negativ aufstoßen. Aber das legt sich schnell.
 
Denn spätestens ab der Mitte des Films bleiben keine Zweifel mehr offen, dass wir es hier mit einem Meisterwerk zu tun haben. Der Alt-Meister kann also stolz auf Drew Goddard und seine Hommage an ihn sein.
 
 
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