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*** Die schönste Zeit unseres Lebens ***


ouatih kritik

Autorin: Nadja Goldhammer
 
Wenn Sie jemals die Wahl hätten einen Tag in einer anderen Zeit gelebt zu haben oder einen ganz bestimmten aus der Vergangenheit wieder neu zu erleben, würden Sie es tun? Eine skurriles Theater-Ensemble namens „Time Travellers“ hat sich zur Aufgabe genau diesen Wunsch für ihre Kunden zu erfüllen…
 
Damals war alles besser…
 
Nostalgie ist in unserer Zeit weit verbreitet, mehr als je zuvor, und dies tatsächlich in jeder Generation. Letztens war ich auf einem 16. Geburtstag dabei und die ganzen Kiddis sahen stilmäßig so aus, als wären sie den frühen 90ern entsprungen.
 
Und das obwohl die 90er vor ihrer Geburt liegen. Hipster orientieren sich auch gerne an den Dinge von früher. Eine Anlange ist out, lieber der fancy Plattenspieler, da hört sich ja alles mehr „real“ an. Die 50+ sind da wenigstens die authentischen Zurückdenker.
 

 
Genau so einer ist Victor (Daniel Autuiel) ein eigentlich sehr talentierter Comiczeichner, welcher die neue Welt und all ihre technologisierten, modernen Veränderungen grundsätzlich ablehnt und sogar verachtet. Er zeichnet zwar noch, doch seine Karriere ist vorbei, da der Comic so wie er es kannte nicht mehr zu existieren scheint. Seine Frau Marianne (Fanny Ardant) dagegen scheint, wenn auch etwas krampfhaft mit der Moderne mithalten zu wollen und passt sich in jeder Hinsicht den Eigenarten unserer Generation an. Sie lässt Veränderung zu, lässt sich von dieser davon strömen und prallt dabei auf ihren zynischen Ehemann, den sie bald nicht mehr ertragen kann und vor die Tür setzt.
 
Dieser eine Tag…
 
Victor hört von der besagten Firma von Antoine (Guillaume Canet), dem besten Freund seines Sohnes und bekommt nun einen Tag geschenkt, den er erneut erleben darf. Er entscheidet sich für einen im Jahre 1974, den besagten, an dem er im hippen Café „la Belle Epoque“ seine große Liebe trifft. Durch Zeichnungen und Geschichten kann der durchaus perfektionistische Choleriker Antoine alles bis ins kleinste Detail nachstellen. Die Hauptrolle von Victors Schicksalsbegegnung wird von Margot verkörpert, die in Wahrheit eigentlich Antoines On/Off-Freundin ist.
 
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Bei deren Beziehung zeigt sich übrigens ein schöner Kontrast zu der Lovestory, die im Mittelpunkt steht. Eine moderne Liebe, intensiv, distanziert, kompliziert. Victor scheint sich mit Hilfe der jungen Schauspielerin jedenfalls wieder wie 25 zu fühlen und droht sich in der Vergangenheit der gestellten 70er, samt Cannabis, Sex-Orgien und Unmengen an rauchenden Menschen zu verlieren. Damit auch den Bezug zur Realität, denn auch als Zuschauer muss man aufpassen nicht durcheinander zu kommen.
 
Dieser Film auch eigentlich leichtem Genres hat es nämlich in sich. Mit einzigartigen Bühnentricks wie ein plötzlicher Rosenblätter-Regen werden die wahrhaftigen Situationen nochmals unterstrichen und theatralischer gemacht. An Punkten wie diesen oder wenn die Chefs vom Produktionsbüro insgeheim die Fäden in der Hand halten und die Darstellung sarkastisch untermalen, zeigt sich noch einmal stärker, dass jeder Versuch in der Vergangenheit zu leben nichts als eine Täuschung an sich selbst ist.
 
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Fazit
 
Nicolas Bedos hat sich schon längst auf dem französischem Kinomarkt etabliert. Sein Können ernste Themen humorvoll und mit originellen Ideen aus einem anderem Blickwinkel zu verdeutlichen, blüht in jeder Szenerie seines neuen Werkes auf. Eine Verschmelzung von Alt und Neu, Wahrheit und Fiktion, von Liebe die vorbei ist und wieder aufblüht. Herzerwärmendes Kinoerlebnis für jung (Gut, vielleicht nicht ganz so jung) und alt.
 
 
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