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Ridley Scott – Mit 78 endlich ein Oscar?

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 Autorin: Claudia Oberst
 
Ridley Scott über seinen Film „Der Marsianer“, warum er zu Russell Crowe „Verpiss dich!“ sagt und was uns bei „Blade Runner 2“ erwartet.
 
Ridley Scott macht keine halben Sachen. „Alles was ich mache, mache ich so groß wie möglich. Alles soll episch sein. Ich will die Leute ja schließlich nicht langweilen“, erklärt der Star-Regisseur bei einem Interview im Rahmen des AFI Filmfests in Los Angeles.
 
Auch in seinem neuesten Werk, „Der Marsianer“ setzt der Brite auf Pomp und wird seinem Ruf als „Großmeister des Visuellen“ mehr als gerecht. Atemberaubende Spezialeffekte geben der Wüste Wadi Rum in Jordanien, in der schon „Lawrence von Arabien“ gedreht wurde, einen alienhaften Anstrich.
 
Seine Ausbildung zum Künstler beeinflussen Scotts Werk und seine Herangehensweise an jeden Film. Der Sohn eines Berufssoldaten, dem bis jetzt der Oscar verwehrt blieb, musste sich im Laufe der Jahre immer wieder gegen harsche Kritik verteidigen und einige Flops wegstecken.
 
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Marsmännchen auf Erfolgskurs
 
Mit „Der Marsianer“ ist Scott wieder ganz oben; der Film ist der kommerziell erfolgreichste seiner Karriere. Matt Damon spielt den Botaniker Mark Watney, der bei einer missglückten Mars-Expedition auf dem roten Planeten zurückgelassen wird und Kartoffeln züchtet, um zu überleben.
 
„Matt war eine Bereicherung für uns. Er hat diesen trockenen Humor, der seine Figur ausmacht“, schwärmt Scott von seinem Hauptdarsteller, der den Film über große Strecken als One-Man-Show trägt und jeden Rückschlag mit einem amerikanisch-coolen Kommentar hinnimmt.
 
Die Kostüme und technische Ausrüstung im Film sehen täuschend echt aus - und das aus gutem Grund, wie Scott erklärt: „Alles im Film ist eine Kopie von NASA-Material. NASA hat uns sehr geholfen, diesen Film zu machen.
 
“Wie für alle seine Filme hat der Absolvent der elitären Kunsthochschule „Royal College of Art“ in London auch für „Der Marsianer“ jede Szenen am Zeichentisch ausgearbeitet. Seine Vorbereitung ist akribisch, dafür dreht er und schneidet er in unter einem Jahr - Raketengeschwindigkeit in Hollywood.
 
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Dickes Fell
 
In seine Rolle als Regisseur musste sich der gelernte Bühnenbildner, der lange als Werbefilmer arbeitete, erst hineinfinden. „Schauspieler spüren, ob du selbstbewusst bist oder nicht. Wenn du es nicht bist, machen sie dir den Dreh zur Hölle – besonders Russell Crowe“, lacht Scott und fügt hinzu: „Russell und ich sind alte Kumpels. Wir sagen schon mal „Verpiss dich!“ zueinander.“
 
Die Liebe zum Film begleitet Scott seit seiner Kindheit. Jeden Samstag ging er ins Kino, auch um der rauen Wirklichkeit Nordenglands zu entfliehen. „Ich hab alles geschaut, was kam. Am liebsten Western. Ich hab so ziemlich jeden Western dieser Welt gesehen.“
 
Das Thema des einsamen Helden, der gegen das Böse kämpft, findet sich auch in vielen seiner Filme wieder, man denke nur an „Alien“. Mit dem Science-Fiction-Thriller gelang ihm 1979 der Durchbruch – da war er bereits über 40 Jahre alt.
 
Die harsche Kritik an seinen Filmen, die ihm besonders am Anfang seiner Karriere entgegenschlug - „Die Presse hat mich richtig fertig gemacht“, erinnert er sich, „besonders für 'Blade Runner'“ - hat Scott stärker gemacht: „Als Filmemacher musst du dein eigener Kritiker sein. Wenn du das nicht packst, hast du in dem Job nichts verloren.“
 
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Endlich der Oscar?
 
Nach einigen Flops in den letzten Jahren (die missglückte „Robin Hood“-Verfilmung mit Russell Crowe oder der von Kritikern zerrissene „Der Mann, der niemals lebte“) ist Scott mit „Der Marsianer“ wieder auf Erfolgskurs und hat seit kurzem einen Stern auf dem „Walk of Fame“.
 
Der 77-jährige denkt noch lange nicht ans Aufhören. 2017 wird er bei der „Alien“-Fortsetzung „Alien: Covenant“ Regie führen. Außerdem ist er als Produzent eine der treibenden Kräfte hinter dem zweiten Teil von „Blade Runner.“
 
Die Geschichte von „Blade Runner 2“ ist streng geheim. Scott verrät lediglich, dass in der ersten Szene Blade Runner, gespielt von Harrison Ford, vor einem Farmhaus vorfährt und dort auf einen „richtig schweren Brocken“ trifft. „Mehr verrat ich nicht, schaut euch den Film im Kino an!“ neckt der Regisseur seine Zuhörer.
 
Keine Frage, Ridley Scott ist ein vielbeschäftigter Mann - und potentieller Oscar-Kandidat. Die Los Angeles Times bezeichnet seine Auszeichnung als „längst überfällig“. Nach drei Nominierungen (für „Gladiator“, „Black Hawk Down“ und „Thelma & Louise“) könnte Scott im Februar endlich die begehrte Goldstatue in den Händen halten. Verdient hätte er es.
 
 
 
 
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