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Die Hütte - Ein Ort der Selbstheilung?

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Nachdem William Paul Youngs Buch "Die Hütte" ganz überraschend 16 Monate lang die Bestseller-Liste der New York Times anführte, wird nun auch der Film zum US-Erfolg.
 
In der Startwoche stieg er mit einem Einspielergebnis von beeindruckenden 16,1 Millionen Dollar auf Platz 3 der Kinocharts ein. Auch vier Wochen nach Kinostart hält sich das Drama mit Sam Worthington und Octavia Spencer noch in den Top 10 und hat mittlerweile knapp 50 Millionen Euro Umsatz eingespielt. Das Buch, welches seinerzeit vor allem auch aufgrund der christlichen Weltanschauung für Aufmerksamkeit gesorgt hat, dreht sich in erster Linie um die Bewältigung eines Schicksalsschlags durch Familenvater Mackenzie Phillips, der auf tragische Weise eine seiner Töchter verloren hat.
 
Die Hütte ist hier als Metapher für jenen Ort zu verstehen, an dem Menschen all ihre Gedanken und Geheimnisse verbergen. Aus Angst vor Mitleid oder fehlendem Verständnis lassen wir niemanden außer uns an diesen Ort. Doch „Um Heilung zu finden, muss man zu den Orten zurück, an denen man zerbrach – man darf sich davor nicht drücken, man darf es nicht ignorieren.“ (William P. Young)
 
Den Weg zurück kann jeder Einzelne nur für sich alleine bestreiten – wie auch Mack in der Bestsellerverfilmung.
 
Ein Wochenende mit außergewöhnlichen Begegnungen
 
Manchmal braucht es einen Anstoß oder eine Begegnung, um ein tragisches Erlebnis verarbeiten und überwinden zu können. Für Mack ist es die postalische Einladung in jene Hütte, in der vor Jahren die letzten Lebenszeichen seiner verschwundenen kleinen Tochter gefunden wurden.
 
Absender des Briefs: Papa – der Spitzname seiner Frau für Gott. Nach anfänglichen Bedenken entscheidet sich Mack den Ort erneut aufzusuchen, an dem sein Leben eine so tragische Wende nahm, um dort den Absender des Briefs zu treffen. Scheinbar vergeblich wartet Mack in der verschneiten Hütte, bis ihn ein Fremder anspricht und ihm mitteilt, dass man auf ihn warte.
 
Kurz darauf findet sich Mack in einer vollkommen neuen Umgebung wieder, in der Papa bereits auf ihn wartet. Mit drei Begleitern an seiner Seite beginnt für Mack ein Wochenende voller Lektionen und neuer Perspektiven.
 
Wunden heilen (lassen)
 
Mehrere Schicksalsschläge in seinem Leben, vor allem der Verlust seiner jüngsten Tochter, haben den Familienvater Mack völlig aus der Bahn geworfen und tiefe Spuren hinterlassen. Auf direktem Wege konfrontiert Papa Mack bei ihrem ersten Gespräch mit seinem tief verborgenen Schmerz: „Ich möchte die Wunde heilen, die in dir klafft, und auch zwischen uns.“
 
Doch wie soll er sich frei machen von dem, was ihm und seiner Familie widerfahren ist? Wo war Papa, als er ihn am meisten brauchte? „Alles betrachtest du nur durch das Schlüsselloch deines Schmerzes“, erklärt Papa. Indem Mack sich nur damit beschäftigt, nach Erklärungen für „seine“ Welt zu suchen, verliert er das Wesentliche aus den Augen: seine Familie und die Liebe seiner Frau. Er muss lernen, zu vergeben, lernen, loszulassen.
 
Gut und Böse
 
In einem Garten aus bunt leuchtenden Blumen, die sich wild mit wie zufällig gepflanztem Gemüse und Kräutern mischen, wird Mack von Sarayu empfangen. Obwohl er einen perfekt geordneten englischen Garten erwartet hätte, imponieren Mack das farbenfrohe Chaos und die aromatisch duftenden Kräuter. Sarayu erklärt ihm: „Wild, wundervoll und auf dem besten Weg. Du bist dieses Durcheinander.“
 
Schnell macht Sarayu Mack mit der Aufgabe vertraut, Wurzeln auszugraben, um so das elementare Wuchern aufzuhalten und Platz für Neues zu machen. Als Mack auf etwas Giftiges stößt, möchte er wissen, was es im Garten zu suchen habe. Dass der giftige Saft in Kombination mit Blütennektar eine Heilkraft entfalten kann, daran hatte Mack nicht gedacht.
 
„Wie sehr vertraust du auf deine Fähigkeiten, Gut und Böse unterscheiden zu können?“, will Sarayu wissen. Ohne zu zögern weiß Mack, dass das Gute förderlich für ihn ist und das Böse ihm und seinem Umfeld schadet. Und wie Sarayu weiß, gibt es viele wie Mack, die genauso urteilen. Was aber, wenn sein Nachbar etwas für gut halte, was Mack als schädlich empfinde? So entstünden Kriege. Ein Gespräch auf Augenhöhe wie unter guten Freunden könnte das verhindern, lehrt ihn Sarayu.
 
In der Gegenwart leben
 
„Richtest du deine Aufmerksamkeit auf die Vergangenheit, die Gegenwart oder auf die Zukunft?“ empfängt Jesus Mack an seiner nächsten Station am See.
 
Eine einfache Frage, die Mack vor Augen führt, dass er seine Zeit gedanklich größtenteils in der Vergangenheit und in der Zukunft verbringt – wie viele andere Menschen auch. Dabei vergessen sie, im Hier und Jetzt zu leben. Kurze gedankliche Reisen in die Vergangenheit, um daraus zu lernen, seien sinnvoll, lehrt ihn Jesus. Indem Mack aber bereits besorgt und skeptisch in die Zukunft blickt, verpasse er das Schöne, was direkt vor ihm liegt. Jesus erklärt: „Es ist ein verzweifelter Versuch, etwas zu kontrollieren, über das du keine Kontrolle hast.
 
Es ist unmöglich für dich Macht über die Zukunft zu erlangen, weil die Zukunft überhaupt nicht real existiert.“ Schritt für Schritt wird Mack diese Gedanken hinter sich lassen müssen.
 
Richter sein?
 
Ein wichtiger Tag mit ernsten Konsequenzen steht Mack bevor. Dafür erwartet ihn Sophia, die Weisheit. Sie bittet ihn, Richter zu sein: „Du hast dein ganzes Leben damit zugebracht, alles und jeden zu beurteilen. Ihre Handlungen und ihre Motive. Als würdest du sie tatsächlich kennen.“ Drogenhändler, Schläger, Mörder – Mack fällt es leicht, sie schuldig zu sprechen. Als Sophia von ihm verlangt zu entscheiden, welches seiner Kinder in die Hölle und welches in den Himmel kommen soll, will Mack aufhören.
 
Hartnäckig fordert Sophia Mack auf, diese Entscheidung zu treffen. „Ich bitte dich nur, etwas zu tun, von dem du glaubst, eine höhere Macht täte es.“ Übermannt von all seinen Emotionen und der Forderung, eine solch unmögliche Entscheidung zu treffen, ist Mack bereit, aus Liebe zu seinen Kindern alles für sie aufzugeben, wenn er nur kein Richter mehr sein müsse.
 
 
 
 
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