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Assassination Nation: Sensible Promi-Daten im Netz


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Ist die Privatsphäre vielleicht längst tot? Im digitalen Zeitalter, in dem täglich übers Internet unfassbare Mengen an Daten ausgetauscht werden, ist der Schutz von privaten Inhalten wichtiger als jemals zuvor.
 
Ob vertrauliche Daten von multinationalen Konzernen oder die neuen süßen Fotos vom Enkelkind, die im Familienchat ausgetauscht werden: Verbraucher setzen auf die Sicherheit ihrer Daten im Netz und vertrauen Internetanbietern und App-Programmierern, dass ihre Nachrichten verschlüsselt sind und bleiben. Und trotzdem machen mehr Hackerangriffe und Leaks denn je die Runde und machen selbst vor Prominenten keinen Halt.
 
Was passieren kann, wenn private Nachrichten im Netz landen, zeigt ASSASSINATION NATION drastisch im Kino. Wir stellen zum Kinostart die berühmtesten Hacks von Promis vor und schauen uns die reale Verbreitung peinlicher Daten und ihre Auswirkungen an.
 
THE FAPPENING (2014)
 
„The Fappening“ (Portmanteau aus „fap“ - umgangssprachlich für „onanieren“ - und „happening“) war wohl einer der intimsten Eingriffe in die Privatsphäre von Stars. Der Hackerangriff betraf rund 100 Berühmtheiten. Am 31. August 2014 wurden mehr als 500 teils sehr explizite Bilder geleakt.
 
Der Hack fand über die iCloud-Accounts der Stars statt und die Bilder wurden an jenem Tag auf „4chan“, einer Imageboard-Website, veröffentlicht. Schon bald waren die Fotos auch über „Reddit“ und „Imgur“ zu finden und die Verbreitung der sensiblen Inhalte nicht mehr zu stoppen. Medien weltweit berichteten über den „peinlichen“ Skandal, der für die Betroffenen aber weitaus schwerwiegender war.
 
Leittragende waren u.a. die Schauspielerinnen Jennifer Lawrence und Kaley Cuoco. Öffentlich kritisierten sie iCloud und vor allem Medien, die die Verbreitung der Fotos nur förderten. Selbst der bekannte Promi-Blogger Perez Hilton lud Bilder von Lawrence und Victoria Justice auf seinen Blog, wofür er sich später entschuldigte und selbst die zensierten Versionen entfernte. Schauspielerin Lena Dunham rief dazu auf, sich die Bilder nicht anzugucken und zu teilen, weil sie empfand, dass die Frauen, die hauptsächlich gehackt wurden, dadurch wieder und wieder verletzt werden würden.
 
Jennifer Lawrence selbst nannte den Leak ein Sexualverbrechen und sagte in einem Vanity Fair Interview: „Jeder, der sich die Fotos anguckt, trägt dazu bei, eine Sexualstraftat fortzusetzen und sollte vor Schande niederkauern.“ Nach ausgiebigen Untersuchungen wurde der Hacker schließlich dingfest gemacht. Der Täter gestand den Hack und die Verbreitung ein und wurde 2016 zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt. Er nutzte Phishing-Mails, um sich die Zugangsdaten von den Geschädigten zu erschleichen. Ein weiterer Hacker wurde 2017 für Teile des Hackangriffs zu neun Monaten Haft verurteilt.
 
 SONY HACK (2014)
 
Am 24. November 2014 ging ein Raunen durch Hollywood. Der Grund: Die Hacker-Gruppe „Guardians of Peace“ stahl angeblich mehr als 100 Terabyte an Daten über Sony-Mitarbeiter, ihre Familien, E-Mails und Informationen über die Gehälter der Konzernspitze - und veröffentlichte diese im Netz. Anschließend infizierten sie die Systeme mit einer „Shamoon wiper“ -Malware, die die Sony Computerinfrastruktur komplett lahmlegte. Interna des gesamten Studios waren nun der Öffentlichkeit zugänglich.
 
Das betraf neben diskreten Informationen über anstehende Filmproduktionen auch sensible Daten von Mitarbeitern, wie z.B. Sozialversicherungsnummern. Sony erfuhr vom Hack, nachdem reihenweise Mitarbeitercomputer durch die Malware nicht mehr funktionierten und Warnungen vom Kollektiv „Guardians of Peace“ aufploppten. Ermittler schätzten, dass die Bande wohl mindestens zwei Monate lang Daten kopierte, während die Hacker selbst behaupteten, mindestens ein Jahr lang ohne das Wissen von Sony agiert zu haben. Schon bald machten Äußerungen über Schauspieler aus internen Mails die Runde. Vor allem E-Mail-Verkehre zwischen Amy Pascal, damalige Co-Vorsitzende von Sony, und Filmproduzent Scott Rudin über Angelina Jolie wurden von der Presse aufgegriffen. Rudin und Pascal entschuldigten sich zwar öffentlich für die Äußerungen, der Druck wurde allerdings so hoch, dass Pascal kurze Zeit später zurücktrat und das Unternehmen verließ. Doch es wurde noch schlimmer für Sony.
 
Die Hacker gingen noch einen Schritt weiter und nutzten die gestohlenen Informationen, um Sony zu erpressen. Als die ersten Warnungen keine Früchte trugen, leakten die Diebe bis dato unveröffentlichte Filme, u.a. „Annie“, „Mr. Turner“ und „Still Alice“. Das Desaster war komplett.
 
 THE FAPPENING 2.0 (2017)
 
Und wieder machten sich Hacker daran, vor allem weibliche Stars mit Nacktfotos bloßzustellen. Da es wieder eine Vielzahl von Berühmtheiten traf, wurde der Angriff in Anlehnung an den Skandal von 2014 auch „The Fappenning 2.0“ genannt. Die Opfer der Attacke waren dieses Mal u.a. die Schauspielerinnen Amanda Seyfried und Kristen Stewart.
 
Genau ein Jahr nach der Verurteilung von Collins wurden die Bilder wieder anonym auf „4chan“ und der Website „Celeb Jihad“ veröffentlicht. Emma Watson, deren Nacktfotos sich als Schwindel herausstellten, wurde im Vorfeld mit einer Veröffentlichung bedroht.
 
Der „Harry Potter“-Star wurde nach einer bewegenden Rede bei den Vereinten Nationen über Geschlechtergleichstellung avisiert. Die Hacker bauten sogar eine Website, die den geplanten Leak mit einem Countdown ankündigte. Kristen Stewart arbeitete wie Watson vehement mit rechtlicher Hilfe daran, den Hackern das Handwerk zu legen. Auch Miley Cyrus, Sportlerin Lindsey Vonn und ihr damaliger Freund Tiger Woods waren Opfer des Angriffs. Doch trotz der Anstrengungen der Anwälte, Fotos aus dem Internet zu entfernen, verbreiteten sich die Bilder weiter. Ein Schuldiger für das „Fappening 2.0“ wurde bis heute nicht gefunden.
 
 
 
ASSASSINATION NATION zeigt auf eindringliche Weise, dass die vorsätzliche Verletzung der Privatsphäre von Personen, schreckliche Ausmaße annehmen und unermesslichen Schaden in Zeiten von Shitstorms mit sich bringen kann. Wie alles aus dem Ufer laufen kann, wenn es sogar eine ganze Kleinstadt betrifft, sieht man seit dem 15. November 2018 auf der Kinoleinwand.
 
 
 
 
 
 
 
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