THE ROSES DIS Display Static 160x600 AB

 
nflix news

DIE ÄLTERN – Fiktion oder Realität?

dewi mag header
 
 
 
Im Film von SÖNKE WORTMAN (u.a. DER SPITZNAME) wird SEBASTIAN BEZZEL (u.a. EBERHOFER-Krimis) als Hannes mit den Tücken eines älter werdenden Mannes, aber auch Vaters konfrontiert.
 
Also Generationenkonflikte und Mid-Life-Crises! Inszeniert nach einem Bestseller von JAN WEILER (u.a. DAS PUBERTIER). Aber inwieweit entspricht das bei Erwachsenen generell der Realität? Wir haben bei KYA-CELINA BARUCKU, PHILIP MÜLLER, sowie ANNA SCHUDT, welche dessen Sohn, Tochter, sowie Ehefrau verkörpern, nachgefragt…
 
 
 
Wie habt ihr euch auf eure Rollen vorbereitet?
 
Kya: Nach dem Lesen des Drehbuchs habe ich die Sachen, die ich dabei über Carla erfahren habe, noch weiter vertieft und mich damit beschäftigt, wo diese Figur herkommt, was sie zu dem gemacht hat, was sie jetzt ist und wo sie hinwill. Mich hat vor allem an Carla interessiert, was sie dazu bringt, ihren Vater zum Beispiel beim Frühstück einfach stehen zu lassen. Ich habe mich damit beschäftigt, was Carlas tiefe Wünsche wirklich sind, weil ich nicht glaube, dass sie einfach nur genervt von ihren Eltern ist, sondern sich tief im Inneren wünscht, dass sie ihre Probleme, die sich auf die ganze Familie auswirken, lösen kann.
 
Philip: Ich habe mich ein bisschen in mein 14 jähriges Ich reinversetzt und außerdem viel deutschrap gehört, was ich sonst niemals freiwillig tun würde!! Ich habe auch einfach sehr oberflächlich gelebt für den Drehzeitraum. Was auch eine Herausforderung für mich war! Privat bin ich sehr Hippie! Und ein freier Geist wodurch ich mich in dieser Generation wie ein Alien fühle. 
 
Bei DIE ÄLTERN geht es vor allem um Generationskonflikte. Wie geht ihr damit um?
 
Kya: Ich muss sagen, ich persönlich, bin total dankbar für generationsüberschneidende Freundschaften und Beziehungen im Allgemeinen. Ich finde, man kann so viel voneinander lernen, durch unterschiedliche Ansichten und Erfahrungen. Ich sehe das eher als etwas sehr Wertvolles an. Habt ihr evtl. Tipps für ein besseres Verständnis zwischen Eltern und Jugendlichen?
 
Philip: Mit Humor, wenn ich schlau bin. Mit Trotz, wenn ich müde bin. Generationskonflikte entstehen oft aus Tempo-Unterschieden: Die einen wollen festhalten, die anderen wollen losrennen. Ich glaube, es hilft, sich klarzumachen, dass beide Seiten eigentlich dasselbe wollen – Sicherheit und Freiheit – nur in unterschiedlicher Reihenfolge.
 
Anna: Schwierige Frage – ein familiäres Verhältnis kann man sich ja nicht aussuchen und das kann je nach Familie so unglaublich unterschiedlich sein. Ich will mich da nicht aus dem Fenster lehnen und behaupten, eine Lösung zu haben. Ich glaube, in Beziehungen ist es immer am wichtigsten, aufeinander zu hören und zu versuchen, einander zu verstehen, auch wenn man in dem Moment vielleicht ganz unterschiedliche Meinungen oder Ansichten hat.
 
Was hat euch an Erwachsenen in eurer Jugend am meisten genervt?
 
Kya: Dass sie immer alles besser wissen und mir schon erzählen, wie es ausgehen wird, bevor ich es überhaupt selbst erlebt habe. Oder nicht ernst genommen zu werden, weil man als noch zu jung angesehen wird.
 
Philip: Diese absolute Überzeugung, dass sie recht haben Nicht mal, dass sie recht haben wollten – sondern diese Selbstverständlichkeit. Ich erinnere mich, wie ich dachte: „Ihr habt doch auch keine Ahnung, ihr seid nur älter.“ Heute weiß ich: Stimmt teilweise. Aber älter sein ist eben auch eine Form von Erfahrung. Trotzdem finde ich es charmant, wenn Erwachsene sich ein bisschen Unsicherheit erlauben.
 
Anna: Das sie nicht verstanden haben, dass ich die Einzige bin, die tatsächlich den Durchblick hat (lacht). Aber im Ernst, ich fand die Erwachsenen in meiner Jugend gar nicht so nervig, die haben mich ziemlich in Ruhe gelassen und auch unterstützt. Hannes hat im Film ein Problem mit Veränderungen und dem „älter“ werden.
 
Habt ihr evtl. Tipps für ein besseres Verständnis zwischen Eltern und Jugendlichen?
 
Philip: Weniger „Du verstehst mich nicht“ und mehr „Ich erklär’s dir nochmal“. Und vielleicht ein bisschen Geduld mit der Tatsache, dass Eltern auch nur Menschen sind, die plötzlich Eltern wurden. Niemand bekommt ja mit 30 ein Handbuch ausgehändigt. Und Jugendliche auch nicht. Eigentlich improvisieren alle. Wenn man das einmal akzeptiert, wird’s automatisch liebevoller.
 
Warum glaubt ihr tun sich Erwachsene oft so schwer damit sich auf neue Dinge im Leben einzulassen?
 
Anna: Veränderungen sind anstrengend. Ich finde es verständlich, dass man den Versuch unternehmen kann, nach Karriere, Familienaufbau und Haus bauen erstmal denkt, so, jetzt hab ich aber meine Ruhe verdient. Aber meist muss man sich irgendwann wieder die Laufschuhe schnüren.
 
Habt ihr Tipps wie man das Älter werden positiv angehen kann?
 
Kya: Gute Frage, ich bin ja selbst gerade einmal 21 Jahre alt und bisher macht mir das Älterwerden beziehungsweise Erfahrungen sammeln unglaublichen Spaß.
 
Philip: Neugierig bleiben. Wirklich. Sobald man aufhört, sich für neue Musik, neue Menschen, neue Gedanken zu interessieren, wird man innerlich sofort zehn Jahre älter. Ich glaube, Altern ist weniger eine Zahl als eine Haltung. Und Humor hilft extrem. Wer über sich selbst lachen kann, bleibt beweglich.
 
Anna: Ich bin genauso wenig Experte, wie andere Menschen, denen das zum ersten Mal begegnet, aber ich würde mir selber immer raten: Nimm’s mit Langmut und viel Humor. Es geht vorbei.
 
Hannes findet am Ende seinen Sinn im Leben. Was ist für euch der Sinn des Lebens?
 
Anna: Ich würde behaupten, Hannes macht sich auf die Suche. Und da schließe ich mich an.
 
Kya: Herauszufinden, wie ich mein Leben verbringen möchte. Mit welchen Menschen, welcher Arbeit, welchen Beschäftigungen, welchem Umfeld ich mich umgeben möchte, was mich erfüllt, weiterbringt und vor allem glücklich macht. Ich möchte meine Zeit mit Dingen verbringen, die mir Spaß machen.
 
Philip: Für mich besteht der Sinn des Lebens Freude und gute Energien zu verbreiten, auch ein großer Grund warum ich Schauspieler geworden bin. 
 
Inwieweit entspricht der Film eurer Realität?
 
Kya: Lustigerweise bin ich fast parallel zu unseren Dreharbeiten, also nur ein wenig vorher, auch ausgezogen. Bei mir verlief es allerdings etwas anders – ich habe ein sehr liebevolles Verhältnis zu meinen Eltern, fand das Ausziehen gar nicht so leicht und besuche meine Eltern immer noch ganz regelmäßig zu Hause.
 
Warum sollte man sich DIE ÄLTERN unbedingt ansehen?
 
Kya: Weil es ein Film ist, den man unbedingt mit seiner Familie sehen sollte – ein Film, in dem jede „Figur“ einer Familie dargestellt wird und sich somit jeder gesehen und hoffentlich verstanden fühlen kann und man gemeinsam als Familie über so manche Konflikte auch einfach mal lachen kann.
 
Philip: Weil man sich garantiert irgendwo wiedererkennt. Entweder in einem Satz, der gefallen ist, oder in einem Blick, den man selbst schon mal hatte. Der Film ist lustig, aber nicht oberflächlich. Er nimmt dieses ewige Eltern-Kind-Thema und zeigt: Wir bleiben alle ein bisschen Kind, egal wie alt wir werden. Und vielleicht versteht man nach dem Kino Besuch die eigene Familie ein kleines bisschen besser – oder ruft sie zumindest an.
 
Anna: Ein sehr schöner, humorvoller Familienfilm mit Tiefgang, bei dem jeder etwas mit nach Hause nimmt.
 
 
 
DIE ÄLTERN ist unter der Regie von Sönke Wortmann entstanden, der nicht nur mit DER VORNAME, DER NACHNAME, DER SPITZNAME oder CONTRA bewiesen hat, dass er die Herzen der deutschen Kinofans zugleich berühren und zum Lachen bringen kann.
 
Inszeniert nach dem Drehbuch von Romanautor Jan Weiler, sowie Robert Gold (DER FALL COLLINI). An der Seite von Sebastian Bezzel (EBERHOFER-Reihe) und Anna Schudt („Hundertdreizehn“) spielen u.a. Kya-Celina Barucki (MÄDCHEN MÄDCHEN), Philip Müller (DIE SCHULE DER MAGISCHEN TIERE 4), Judith Bohle („Safe“), Thomas Loibl (KONKLAVE), sowie Nilam Farooq (CONTRA).
 
DIE ÄLTERN läuft seit dem 12. Februar 2026 im Verleih von Constantin Film bundesweit in den Kinos.