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Kritik: Black Adam

 
dfdh kritik
 
Autor: Christopher Diekhaus
 
Bricht mit Dwayne Johnson im qualitativ durchwachsenen DC-Kinouniversum eine neue Ära an? Eher nicht, dafür schleppt der Blockbuster „Black Adam“, der den Ex-Wrestler in der Titelrolle zeigt, zu viele Probleme mit sich herum.
 
Quasi unkaputtbar Lange wurde über das Projekt gemunkelt und diskutiert, nun ist der Film über den DC-Antihelden Teth-Adam alias Black Adam endlich da. Glaubt man den Verlautbarungen seines Hauptdarstellers, wird er den von Warner Bros. verantworteten Leinwandkosmos in eine neue Richtung lenken und viele Kinogänger erfreuen. Sagen wir mal so: Wenn man von einer Comicadaption nicht mehr erwartet als einen Dauerbeschuss mit Computereffekten, könnte „Black Adam“ so manchem Zuschauer wirklich das Herz erwärmen.
 
In „Black Adam“ blitzt und kracht es an allen Ecken und Enden. Gleichzeitig wird aber auch schmerzhaft deutlich, dass es digitalen Ergüssen oft an Unmittelbarkeit und Wucht fehlt. Unübersehbar am Beispiel von David Ayers in wahllosem CGI-Krawall mündenden DC-Beitrag „Suicide Squad“ von 2016, der nach einem knackigen Einstieg zunehmend entgleist.
 
Ähnlich wie dort scheint die Ausgangslange von „Black Adam“ allerdings verlockend, da sie einen rüden, von den gewohnten Standards abweichenden Antiheldenfilm erwarten lässt. Teth-Adam (Dwayne Johnson), so erfahren wir zu Anfang, erhielt vor etwas weniger als 5000 Jahren übermenschliche Kräfte und löschte mit diesen den brutalen Herrscher seiner nordafrikanischen Heimat Kahndaq aus, der seine Macht auf eine von schwarzer Magie erfasste Krone gestützt hatte. Nach dem Sieg wurde das gefährliche Artefakt versteckt. Und der mysteriöse Befreier ward nie mehr gesehen.
 
 
In der Gegenwart leiden die Bewohner Kahndaqs erneut unter einem brutalen Ausbeutungsregime, dieses Mal errichtet von einer Verbrecherorganisation namens Intergang, die es – natürlich – auf die ominöse Krone abgesehen hat. Den Gangstern zuvorkommen will die Uniprofessorin Adrianna Tomasz (Sarah Shahi), der es tatsächlich gelingt, den heißbegehrten Gegenstand aufzuspüren. Dumm nur, dass ihre Widersacher sie just in diesem Augenblick stellen.
 
In ihrer Not beschwört sie den legendären Teth-Adam herauf, dessen Grabstätte sich vor Ort befindet, und erhält schlagkräftige Unterstützung. Während sie und ihr Sohn Amon (Bodhi Sabongui) im wilden Rundumschlag des quasi unzerstörbaren Rückkehrers ein Zeichen der Hoffnung sehen, hält die Justice Society of America, kurz JSA, Teth-Adam für eine akute Bedrohung. Eine Bedrohung, die es einzufangen gilt…
 
01 ©2022 Warner Bros Pictures02 ©2022 Warner Bros Pictures05 ©2022 Warner Bros Pictures06 ©2022 Warner Bros Pictures
 
Nicht düster genug
 
Ist die Titelfigur eine Gefahr oder doch eine Hilfe? Hat sie mehr Ecken und Kanten, als man es aus dem Superheldenkino kennt? Zunächst sieht es so aus, als müsste man mit „Gefahr“ und „Ja“ antworten. Dwayne Johnson gibt sich alle Mühe, besonders grimmig dreinzuschauen. Teth-Adams Sprache ist betont martialisch. Und Gewalt ist bei ihm das erste Mittel, um seine Ziele durchzusetzen. Gleichzeitig wirft er den JSA-Mitgliedern vor, sich wie ignorante, imperialistische Weltpolizisten zu verhalten. Nie zuvor seien sie nach Kahndaq gekommen. Erst jetzt würde sie Interesse aufbringen und ihr Verständnis von Gerechtigkeit durchsetzen wollen.
 
„Black Adam“ begibt sich auf thematisch reizvolles Terrain, ist aber nicht bereit, sich ernsthaft mit den aufgeworfenen Fragen zu beschäftigen. Teth-Adam wird als hochgradig ambivalenter Charakter verkauft, ohne dass sich die ganz großen Abgründe auftäten. Etwas Gutes schimmert immer durch. Und erwartungsgemäß rauft er sich irgendwann mit den JSA-Abgesandten zusammen. Immerhin gibt es eine noch bösere Kraft, die die Welt ins Chaos stürzen will. Ärgerlich dabei: Der eigentliche Gegenspieler (Marwan Kenzari) ist ein eindimensionaler Reißbrettschurke, dessen Allmachtsfantasien sich nicht von den Verwüstungsplänen vieler Antagonisten im Superheldenkino unterscheiden.
 
Auch bei den meisten anderen Nebenfiguren sieht es nicht gerade rosig aus. Adrianna bleibt enttäuschend farblos. Die JSA-Grünschnäbel Maxine Hunkel alias Cyclone (Quintessa Swindell) und Al Rothstein alias Atom Smasher (Noah Centineo) sind im Grunde überflüssig, weil sie nichts Entscheidendes zur Geschichte beitragen. Und Kent Nelson alias Doctor Fate (Pierce Brosnan) nutzt seine Gabe, in die Zukunft zu schauen, seltsamerweise sehr willkürlich. Einige der auf cool getrimmten Dialoge lassen die Grenze zur Lächerlichkeit weit hinter sich, während nur wenige Gags ins Schwarze treffen. Pseudoversuche, dem Plot etwas mehr Gewicht zu geben, werden schnell entlarvt. Wirklich wichtig sind den Machern die sich dicht aneinanderreihenden Kampfpassagen, in denen zwar das ein oder andere eindrucksvolle Bild abfällt, die mit ihren CGI-Lawinen aber zunehmend für Ermüdung sorgen.
 
Fazit
 
„Black Adam“ ist ein lieblos zusammengerührter Superheldenbrei, dem selbst der sonst so präsente Dwayne Johnson seinen Stempel nicht aufzudrücken vermag.
 
 
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