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Kritik: Der Super Mario Galaxy Film

 
sub kritik
 
Autorin: Melanie Fibich
 
Das beste Super-Mario-Spiel bekommt endlich eine Verfilmung! Kann der Super-Mario-Galaxy-Film mit seinem legendären Vorbild mithalten?
 
Auf ins Abenteuer!
 
Eine gefährliche Macht erhebt sich, als „Bowser“ von seinem Sohn befreit wird. Zusammen wollen sie ihre finsteren Pläne in die Tat umsetzen. Mit der magischen Kraft von Prinzessin „Rosalina“ erlangen sie die benötigte Energie für eine planetenzerstörende Waffe. Prinzessin „Peach“ und die Klempner-Brüder „Mario“ und „Luigi“ nehmen die Herausforderung an und begeben sich erneut auf ein Abendteuer durch fremde Welten. Zusammen mit dem neu dazugewonnenen Dino „Yoshi“ macht sich die Helden-Gruppe auf den Weg, den kleinen „Luma“- Sternen ihre Mutter zurückzubringen. Dabei treffen sie auf eine Menge ganz besondere Charaktere…
 
Nicht alles was glitzert ist Gold
 
Wie erwartet bekommen wir wieder eine wunderschöne Welt präsentiert. Die Animationen überzeugen von Sekunde eins und strahlen in voller Farbenpracht. Wenn dann noch ein nostalgischer Soundtrack auf den nächsten trifft, müsste doch eigentlich die Geheimformel für den perfekten zweiten Teil geknackt sein. Doch an dieser Stelle müssen die Fans sich am besten einmal hinsetzen…und zwar nicht in den Kinosessel, denn wer voller Erwartungen und großen Hoffnungen ins Kino geht, wird vermutlich enttäuscht.
 
Fans der Pixel-Ära
 
Das Publikum wird überflutet von allen möglichen Nischen-Anspielungen, die für die Masse vermutlich gar nicht mehr verständlich sind. Kinder, die nicht bereits seit 1990 auf dem Game Boy ihre ersten Prinzessinnen gerettet haben, können damit nicht viel anfangen. Doch selbst, wenn keines der Easter Eggs ein Problem darstellt, bietet der Film noch weitere Möglichkeiten, enttäuscht zu sein.
 
 
Eine Geschichte ohne Inhalt
 
Während der erste Teil uns vergleichsweise langsam in die Mario-Bros.-Welt eingeführt hat und gezielte Highlights in die Storyline eingebaut hat, wird hier viel gewollt, aber nichts zu Ende gebracht. Es gibt keine ausgearbeitete Dramaturgie oder einen roten Faden.
 
Nach dem Film fragt man sich, wann die Geschichte eigentlich anfängt, denn der Film ist ausschließlich dafür da, eine Figur nach der anderen in den Raum zu werfen. Wir werden ohne viel Erklärung von einem Ort zum anderen gebracht, ohne diese erkunden zu können. Hier wird tatsächlich eine ganze Galaxie auf eine Karte geschmissen, anstatt spannende Orte und Charaktere gezielt einzuarbeiten. Mit dieser Masse wurde es sich bei der Animation nicht leicht gemacht, doch weniger ist manchmal eben einfach mehr.
 
100 Minuten Atem anhalten
 
Als Fan sehnt man sich nur so nach einem Moment zum Durchatmen und vor allem die Sternenwarte und alle ihre versteckten Ecken zu erkunden. Das Galaxy-Spiel lebt von seiner verträumten und fast philosophischen Atmosphäre, die Ruhe und ein gewisses Mysterium ausstrahlt. Davon gibt es in diesem Film nicht einen Funken wiederzufinden. Sobald man sich freut, dass ein Teil des Galaxy-Soundtracks startet, hört er auch schon wieder auf.
 
Es wirkt so, als hätte Nintendo die eigenen Lizenzen an der Musik nicht gehabt und müsste es deshalb auf kleine Hörproben begrenzen. Eine Verdopplung der Filmlänge hätte einiges entzerren können, aber damit wäre wohl das junge Publikum nicht mehr greifbar. Eine Aufteilung in mehrere Teile hätte jedoch die benötigte Zeit bieten können, um die Charaktere für eine Galaxy Geschichte vorzubereiten.
 
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Ein Haufen Leere
 
Zu keinem Zeitpunkt wird man von den Emotionen gepackt. Weder Traurigkeit, Freude noch Nostalgie kommen zustande, denn dafür wird gar keine Zeit gelassen. Mit der Zeit bekommt nur eine Emotion ein Monopol im Film: Gleichgültigkeit. Alles muss heldenhaft und großartig sein, aber wenn alles episch ist…ist eben nichts mehr episch.
 
Auch die Witze ziehen nicht. Das Publikum im Saal bleibt leise, denn der Humor hat nichts an Kreativität abbekommen. Einen Großteil der Gags haben wir in der Filmgeschichte bereits zu Hauf in den verschiedensten Ausführungen gesehen. Die Innovation in dieser Kategorie bleibt auf der Mario-Kart-Strecke zurück.
Figuren-Entwicklung...was ist das?
 
Die Highlights des Films sind natürlich trotzdem die Charaktere. Endlich bekommen wir Yoshi mit in das Team, der schnell mit seiner Niedlichkeit überzeugt. Er ist nur noch von den Luma zu toppen, die dem Film etwas mehr Herz verleihen. Sobald jedoch Freude über die kleinen Sternchen aufkommen kann, verschwinden sie auch wieder vom Bildschirm. Auch Rosalina weckt zuerst Hoffnungen, wird dann aber quasi einfach in einer Ecke abgestellt und für jegliche Handlung lahmgelegt.
 
Wenigstens wird zuerst nach Peachs Hilfe gefragt, wodurch diese einige starke Momente bekommt und zeigen kann, dass nicht nur die Klempner-Brüder Prinzessinnen retten können. Jedoch durchläuft keiner der Charaktere eine echte Entwicklung. Ein paar wenige Erklärungen und Einführungen gibt es, aber besonders Mario und Luigi lernen nichts. Tatsächlich verfallen sie fast zu Nebencharakteren ohne, dass es stattdessen einen anderen Hauptcharakter gibt. Da die Leinwand dauerhaft so voll gemüllt wird, kann sich kein Charakter durchsetzen.
 
Fazit
 
Super-Mario-Galaxy ist ein Film für iPad Kids und gleichzeitig Retro-Nintendo-Fans… oder zumindest will er das sein. Er passt sich an die heutige Social-Media-Aufmerksamkeitsspanne der jüngeren Generation an und verwendet gleichzeitig Charaktere, die nur eine ältere Generation kennen kann.
 
Dieser Mix funktioniert leider so gar nicht, wenn man weder Ultra-Fan noch iPad Kid ist. Das Ergebnis: Ein Film, der vollgepackt mit Ideen ist, aber trotzdem keinen einzigen schönen Moment für die Fans liefern kann, geschweige denn Neulinge unterhalten kann.
 
 
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