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*** Spider-Man: No Way Home ***

 
dfdh kritik
 
Autor: Christopher Diekhaus
 
Keine Zeit zum Durchschnaufen: Gerade erst lief auf Disney+ die Miniserie „Hawkeye“ an, und schon steht mit dem dritten Soloauftritt Spider-Mans das nächste Marvel-Werk auf dem Programm. Großen Spaß hat man vor allem mit Letzterem.
 
Am Pranger
 
Unter all den abgehärteten Superhelden des Marvel Cinematic Universe (MCU) sorgte der von Tom Holland spitzbübisch-charmant verkörperte Peter Parker alias Spider-Man bislang schon deshalb für frischen Wind, weil es sich bei ihm um einen Jugendlichen mit typischen Teenagerproblemen handelt.
 
In „Spider-Man: Homecoming“ schickte ihn Jon Watts („Cop Car“) auf eine Coming-of-Age-Reise, die der Nachfolger „Spider-Man: Far From Home“ weitgehend überzeugend fortsetzte und am Ende mit einer besonderen Wendung versah: Peters Identität als Spinnenmann wurde in Videoaufnahmen seines Widersachers Quentin Beck alias Mysterio (Jake Gyllenhaal) gelüftet, was einige Zeitgenossen wie der Verschwörungsreporter J. Jonah Jameson (J. K. Simmons) begierig nutzten, um eine mediale Hetzkampagne zu starten.
 
 
Im dritten Soloabenteuer findet sich der von einigen Seiten plötzlich als Verbrecher abgestempelte Peter nun im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit wieder und ist in der schwungvoll gebauten Auftaktsequenz bemüht, sich und seine Freundin MJ (Zendaya) fürs Erste aus der Schusslinie zu bringen. Anfeindungen und der Druck der Ermittlungsbehörden sorgen für enormen Stress.
 
Vollends gefrustet ist der junge Mann allerdings erst, als er mit ansehen muss, wie MJ und sein bester Kumpel Ned (Jacob Batalon) wegen der Kontroversen von ihrem Wunschcollege abgewiesen werden. Hilfe verspricht sich Peter von Doctor Strange (Benedict Cumberbatch), den er überreden kann, mit einem Zauber das Wissen um seine Identität auszulöschen. Parkers hastig vorgebrachte Änderungswünsche lassen das magische Prozedere dummerweise außer Kontrolle geraten. Und so bekommt er es nur wenig später mit mehreren Bösewichten zu tun, die aus anderen Spider-Man-Dimensionen in seine Welt befördert wurden.
 
Einige Stars des Films richteten bei der Pressevorführung in einer vorab aufgenommenen Videobotschaft die eindringliche Bitte an die versammelten Journalisten, mit Spoilern hinterm Berg zu halten. Nicht selten sind derartige Aufrufe reichlich übertrieben, weil es nur wenig Überraschendes zu verraten gibt. In diesem Fall wäre es jedoch kontraproduktiv, zu sehr ins Detail zu gehen.
 
Denn durch die Öffnung des Multiversums tauchen die Macher um Regisseur Watts tief in die gesamte Leinwandgeschichte der Comic-Figur Spider-Man ein. Wer alle bislang veröffentlichen, auch außerhalb des MCU entstandenen, Kinoarbeiten kennt, darf sich auf viele Verweise und zahlreiche Gastauftritte freuen. Gleichzeitig nimmt „Spider-Man: No Way Home“ aber auch jene Zuschauer mit, die in Spideys Leinwandvergangenheit nicht vollständig bewandert sind.
 
01 ©2021 Sony Pictures02 ©2021 Sony Pictures04 ©2021 Sony Pictures05 ©2021 Sony Pictures
 
Unterhaltsamer Mix
 
Das umfangreiche Auflaufen vertrauter Gesichter führt zwangsläufig dazu, dass nicht alle denselben Spiel- und Entfaltungsraum erhalten. Sehr wohl sind aber diverse amüsante Scharmützel garantiert. Überhaupt ist es bemerkenswert, wie viele gelungene Scherze der Film zu bieten hat. Größer war die Gagdichte wahrscheinlich in keinem bisherigen MCU-Beitrag. In manchen Momenten sind die Witze, so gut sie auch gesetzt sein mögen, allerdings eher Fluch statt Segen, da sie zu schnell auf hochdramatische oder besonders emotionale Momente folgen. Etwas weniger Augenzwinkern hätte es sicher auch getan, ohne den Unterhaltungswert zu schmälern.
 
Im Gegensatz zu manch anderem Superheldenblockbuster verliert sich „Spider-Man: No Way Home“ nicht in permanenten Effektkaskaden, sondern verteilt seine tricktechnisch durchaus beeindruckenden Actionabschnitte wirkungsvoll über die fast zweieinhalbstündige Laufzeit. In optischer Hinsicht brennt sich vor allem die von Peter und Doctor Strange besuchte Spiegeldimension ins Gedächtnis ein. Eine Passage, deren kreative Spielereien man beim ersten Schauen nur in Ansätzen aufsaugen kann.
 
Erzählerisch folgt der Film seinem am Ende des zweiten Teils eingeschlagenen Weg und führt den jungen Spinnenmann an mehr als eine heraufordernde Gabelung. Schafft er den letzten Schritt zum Erwachsensein? Oder werfen ihn die zum Teil sehr schmerzhaften Erfahrungen des neuen Abenteuers aus der Bahn? Verraten wollen wir an dieser Stelle nichts Genaueres. Nur so viel: Im Finale schlägt das Drehbuch eine spannende Richtung ein, die dem Protagonisten mehr Tiefe verleiht. Wie es mit seiner Geschichte weitergeht, möchte man so schnell wie möglich erfahren – was man beileibe nicht über jeden Marvel-Helden sagen kann.
 
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Fazit
 
Unverkrampft gespielt, schnittig in Szene gesetzt, überdurchschnittlich lustig und manchmal verblüffend bewegend: „Spider-Man: No Way Home“ gehört eindeutig zu den kurzweiligsten Superheldenstreifen im Marvel Cinematic Universe.
 
 
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