Kritik: The Survivor

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Kritik: The Survivor


 
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Autor: Peter Osteried
 
Es ist eine wahre Geschichte, die Barry Levinson mit THE SURVIVOR verfilmt hat. Über Harry Haft, einen Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz, der von einem Offizier der SS gezwungen wurde, wieder und wieder in den Ring zu steigen. Er war ein begabter Boxer und hielt sich so am Leben. Die Verlierer wurden jedoch erschossen.
 
Das Leben nach dem Überleben
 
USA in den späten 1940er Jahren: Harry Haft (Ben Foster) ist ein Boxer, einigermaßen gut, aber wenig erfolgreich. Er hofft dennoch auf die große Chance. Auf einen Kampf gegen Rocky Marciano. Aber er wird auch immer wieder von der Vergangenheit eingeholt. Von den Erinnerungen an die Zeit im Konzentrationslager Auschwitz.
 
Dort zwang ihn ein Offizier der SS, als Boxer in den Ring zu steigen. Er wurde von ihm ausgebildet und musste im Ring nicht nur zur Belustigung des Wachpersonals, sondern auch für das eigene Überleben kämpfen. Denn Verlierer wurden erschossen. Nach dem Krieg sucht er nun nach seiner verlorenen Liebe, und übersieht vielleicht eine neue, während er hofft, sich im Ring ein Leben aufbauen zu können.
 
 
Die Macht der Erinnerungen
 
Es gab in deutschen Konzentrationslagern mehr als nur einen Ring. Mehrfach wurden Gefangene zum Boxen gezwungen. Das war auch die Basis für den Film TRIUMPH DES GEISTES aus dem Jahr 1989. Damals spielte Willem Dafoe einen Boxer namens Salamo Arouch. Ben Foster wiederum ist Harry Haft, der seine Lebensgeschichte Anfang der 2000er Jahre seinem Sohn erzählte, der daraus mit Hilfe einiger Historiker ein Buch machte. Darauf beruht nun auch THE SURVIVOR.
 
Es ist ein eindringlicher Film, der vom Trauma des Überlebens erzählt, aber auch davon, wie man mit diesen Erinnerungen lebt und wie man – irgendwann – mit ihnen zurechtkommt, ohne dass man sie je vergessen könnte. Ben Foster spielt das hervorragend. Überhaupt hat er Leib und Seele in diese Rolle gesteckt. Für die Szenen im KZ hat er mehr als 25 Kilogramm abgenommen, dann machte die Produktion eine fünfwöchige Pause, in der er wieder zunahm und sich einem rigorosen Trainingsprogramm unterwarf, so dass er das verlorene Gewicht mehrheitlich als Muskelmasse wieder aufbaute.
 
Aber nicht nur die physische Veränderung ist imposant, auch die in der Darstellung – es ist fast, als hätte man zwei Menschen vor sich. Eine Leistung, für die Ben Foster nicht genug gelobt werden kann.
 
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Vergangenheit und Gegenwart
 
Barry Levinson greift auf ein interessantes erzählerisches Mittel zurück. Die in den späten 1940er Jahre spielenden Szenen sind in Farbe, die in Auschwitz allesamt in Schwarzweiß. Damit entspricht er auch dem Sehgefühl des Zuschauers, der nur Schwarzweißaufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg kennt. Das verleiht den Szenen auf paradoxe Art und Weise eine größere Authentizität.
 
Exzellent ist der Schnitt von THE SURVIVOR. Der Wechsel zwischen den beiden Handlungsebenen ist der kontante Motor dieser Geschichte. Jeder Blick in die Vergangenheit sorgt so auch für mehr Verständnis für die Szenen der filmischen Gegenwart.
 
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Fazit
 
THE SURVIVOR ist ein beeindruckendes Drama, in dem es nicht wirklich um das Boxen geht. Mehr geht es um den Willen zum Überleben, aber auch darum, was es heißt, überlebt zu haben. Denn das geht mit einem ganz eigenen Set an Problemen und Schmerzen einher. Traumata sind dabei nur eines, konstantes Wecken von bestimmten Erinnerungen durch das, was man sieht oder hört oder riecht, etwas ganz anderes. Ben Foster ist der unumwundene Star des Films.
 
Sein Schauspiel ist großartig. Er erinnert an den jungen Robert De Niro, und das nicht nur in den Kampfszenen, die an WIE EIN WILDER STIER erinnern. Kurz gesagt: Ein toller, vielschichtiger, bewegender Film.
 
 
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