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Kritik: Tad Stones und die Suche nach der Smaragdtafel

 
dfdh kritik
 
Autor: Christopher Diekhaus
 
Zum dritten Mal stürzt sich der leidenschaftliche, aber chaotische Altertumsfan Tad Stones in ein wildes Abenteuer, das ihn rund um den Globus führt. Sein großes Ziel: die ersehnte Anerkennung in archäologischen Kreisen.
 
Hoppla, ein Fluch!
 
In einer Welt, in der die Animationsfilme der großen Hollywood-Studios den Kinomarkt prägen und dominieren, sind Alternativen herzlich willkommen. So gut es Pixar und Co oft auch gelingt, Spannung, Herz und spektakuläre Bilder zu verbinden – andere Impulse bereichern das Feld und erweisen sich manchmal sogar als echte Perlen.
 
Auf die aus spanischer Produktion stammende Abenteuerreihe rund um den eifrigen Hobbyarchäologen Tad Stones, dessen Entdeckungen stets Chaos nach sich ziehen, trifft Letzteres zwar nicht zu. Solide Popcornunterhaltung bieten „Tad Stones – Der verlorene Jäger des Schatzes!“ und „Tad Stones und das Geheimnis von König Midas“ aber schon, wenn man nicht allzu streng ist. Etwas mehr Esprit wäre allerdings wünschenswert, wie man nach dem dritten Teil festhalten muss.
 
 
Tads große Hoffnung, in der Forscherszene anerkannt zu werden, ist nach wie vor außer Reichweite, auch wenn er dank seiner Freundin Sara, einer etablierten Archäologin, im neuen Beitrag an einer Ausgrabung in Mexiko teilnehmen darf. Ihr hat der frühere Bauarbeiter versprochen, der Öffentlichkeit nichts von seinen bisherigen Funden zu verraten. Kein Wunder also, dass er bei den Arbeiten in Mittelamerika lediglich mit Handlangertätigkeiten abgespeist wird.
 
Durch Zufall stößt er dabei seltsamerweise auf einen Sarkophag aus dem alten Ägypten und löst ungewollt einen Fluch aus, der seine besten Buddys, die Inka-Mumie Mummy, seinen Hund Jeff und den Papagei Belzoni, in Gefahr bringt. Um den Zauber rückgängig zu machen, begibt sich die Clique auf die Suche nach einer sagenumwobenen Smaragdtafel.
 
Flotte Actioneinlagen
 
Dass der auch an deren Vorgängern mitwirkende Regisseur Enrique Gato und seine kreativen Mitstreiter wissen, wie man Schwung ins Geschehen bringt, beweist schon der Einstieg. In bester Indiana-Jones-Manier – Spielbergs ikonischer Kinoarchäologe ist die wohl stärkste Inspirationsquelle der Animationsreihe – brennt der Film ein Feuerwerk an irrwitzigen Stunts ab und unterstreicht einmal mehr, dass der Protagonist Missgeschicke magisch anzieht. Knackige Actionsequenzen gibt es auch im weiteren Verlauf mehrfach zu bestaunen. Etwa dann, wenn unser Held und seine Begleiter in Paris per Boot die Flucht antreten müssen.
 
01 ©2022 Paramount Pictures02 ©2022 Paramount Pictures04 ©2022 Paramount Pictures05 ©2022 Paramount Pictures
 
Große Langeweile lässt die mit einer 90-minütigen Laufzeit recht kompakt gehaltene Sause nicht aufkommen. Ein paar echte Ruhepausen täten der Geschichte aber sicher gut. Meistens geht es in Windeseile von einem markanten oder exotischen Schauplatz zum nächsten, ohne dass es Gelegenheit gäbe, die Beziehungen der Figuren, ihr Innenleben oder die aufgegriffenen Themen – Anerkennung und Freundschaft – etwas genauer zu betrachten. Am Ende mag eine sympathische Botschaft stehen. Zustande kommt sie jedoch mit der Brechstange und wirkt dadurch nur halb so kraftvoll.
 
Positiv anrechnen muss man Gato und Co wiederum, dass sie der Antagonistin Victoria, einer alten Freundin Saras, nicht nur eine dunkle Seite geben. Ins Auge sticht unter vielen eher flüchtig gezeichneten Charakteren ferner die von Tad zum Leben erweckte, zynische Pharaonin Ramona, die immer wieder auf die korrekte Aussprache ihres Namens hinweist und sich darüber beklagt, dass sie von ihrer Nachwelt einfach vergessen wurde.
 
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Auch wenn das Drehbuch so manche Panne, Slapstick-Einlage und so manchen Scherz auffährt, ist „Tad Stones und die Suche nach der Smaragdtafel“ eher ein Fall zum Schmunzeln. Zu den prägnantesten Ideen gehören die als Running-Gag inszenierten, sich irgendwann allerdings totlaufenden Auftritte eines CIA-Agenten, der das Bild des ignoranten, sich ständig in den Vordergrund drängenden US-Amerikaners bedient.
 
Ein Mann, dessen Benehmen wohl nicht von ungefähr an einen gewissen Donald Trump erinnert. Witzig gemeint, auf lange Sicht aber ein kleiner Quälgeist ist der hyperaktive Mummy, der ständig seiner Handy- und Selfie-Sucht frönt. Ein Glück, dass der Fluch ihn irgendwann ein wenig ausbremst!
 
Fazit
 
Mit Tempo erzählt und einigen spektakulären Stunts garniert, aber ohne Tiefe oder echten Charme und damit auch schnell wieder vergessen – so lässt sich das dritte Tad-Stones-Abenteuer treffend zusammenfassen.
 
 
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