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Kritik: Minions & Monster

 
sub kritik
 
Autorin: Melanie Fibich
 
Die gelbe Backrooms-Tapete bekommt diesen Sommer Konkurrenz, denn die Minions sind zurück und zeigen, wer bei der Trendfarbe den Hut auf hat!
 
Chaos in der Traumfabrik
 
Henry und James sind beste Freunde und langweilen sich im Gegensatz zu den anderen Minions bei der endlosen Suche nach dem nächsten Superschurken. Stattdessen wollen sie spannende Geschichten erzählen und mit der Welt teilen. Da kommt es doch ganz praktisch, dass sie sich im Hollywood der 20er Jahre wiederfinden und den erfolgreichen Regisseur Max treffen. Die gelben Quatschköpfe setzen sich ein neues Ziel: sie wollen Filmstars werden! Für ihr eigene Filmidee begeben sich James und Henry auf die Suche nach einem furchteinflößenden Monster … welches natürlich in keinem Film fehlen darf. Doch die chaotische Natur der Minions und andere böswillige Mächte machen es den beiden schwerer als geplant…
 
Es ist noch Geld im Topf
 
Dieses Mal dürfen die Minions wieder ohne Gru & Co. KG auf Reisen gehen. Und das ist auch gut so! Denn wo Gru‘s Geschichte so langsam auserzählt ist, können die Minions mühelos in jede Zeit und an jeden Ort gesteckt werden, um dann zu schauen was passiert. Und was dieses Mal passiert, ist sehr erfolgsversprechend und hat zumindest bei der Pressevorführung das Kino mit Publikum jedes Alters gut gefüllt. Nicht nur die Generation, die mit Minions aufgewachsen ist, hat hier Spaß, auch dessen Eltern…und die neue Generation an Kindern. Und dass, obwohl längst die Vermutung aufkam, dass der Geldtopf bald leer sein müsste. Doch Illumination überzeugt uns vom Gegenteil.
 
Der schmale Grad zwischen Nostalgie und Entwicklung
 
Nicht nur die Qualität der Animationen ist absolut sehenswert, auch der Humor ist immer noch genau wie man ihn von den Minions erwartet….und doch hat er sich weiterentwickelt und ist ein großes Stück moderner geworden. Vielleicht ist es nur der eigene Blick, der gereift ist, aber die Witze wirken an einigen Stellen brutaler und richten sich nun des Öfteren direkt an Erwachsene. Es ist, als ob die Filme mit dem Publikum gewachsen sind. Das Highlight bleibt jedoch die wild gemixte Sprache der Minions, die hier wieder schön und teilweise sehr gezielt eingesetzt wurde.
 
 
Achtung: Woke!
Doch nicht nur der Humor ist moderner geworden, sondern auch die Figuren. Neben Ed, einem gehörlosen Minion, gibt es auch einen weiblichen Charakter, die für Frauenrechte kämpft. Allein die Existenz der Charaktere führt oft zu Beschwerden und schnell fällt das Wort: „Woke“. Doch bei solchen Charakteren kommt es vor allem darauf an, wie sie gezeigt werden. Wirken sie aufgedrängt und unnatürlich in der Geschichte? Sind sie nur da, um ein Image zu präsentieren? Oder werden sie, wie die anderen Charaktere eingebaut und bieten echte Repräsentation? In diesem Fall ist es 50:50, denn der gehörlose Minion ist super und wird kurz und knapp eingeführt ohne zu nerven und hat ein paar niedliche Momente, die sogar noch öfter stattfinden könnten.
Die anderen 50 Prozent
 
Die protestierende Frauenrechtlerin ist echt sinnlos im Film und wird im weiteren Verlauf nur noch für eine Liebesgeschichte genutzt, also alles andere als eine starke Frau, wovon das Minions Universum eigentlich viele hat. Es wird hier eine ganz neue Geschichte aufmacht, für die im Film gar kein Platz ist. Auf einmal wird das Abenteuer mit James und Henry unterbrochen und eine schon längst tot erzählte Romanze aufgemacht, die zum Gähnen einlädt.
 
Und auch ihr Schwarm, ein außerirdischer Roboter dient nur einem unnötigen Zweck im Film und sorgt sonst eher für Verwirrung. Außerdem hätte man sich hier echt entscheiden können: Entweder Außerirdischer ODER Roboter! Anstatt diesen Nebenplot aufzumachen, wäre die schon auf 90 Minuten begrenzte Filmzeit bei den Minions besser aufgehoben gewesen. Denn die Geschichte Rund um Henry und James ist tatsächlich das Herz des Filmes, die ihn auch so angenehm macht.
 
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Gute Seiten, schlechte Seiten
 
Vor allem das erste Drittel ist extrem kurzweilig und in jedem Detail erkennt man die Liebe. Hier lernen wir auch den Filmregisseur Max kennen, der von Christoph Waltz hervorragend gesprochen wird. Er ist wohl der beste Charakter im Film abseits der Minions selbst. Seine Ausstrahlung ist authentisch, angenehm erwachsen und ungewohnt vielschichtig im Gegensatz zu Goomi, der sehr vorhersehbar geschrieben ist, selbst für Kinder.
 
Doch besonders das Intro des Filmes ist echt gelungen. Man wird mit Eastereggs aus Hollywood überschüttet und hat als Fan der Filmgeschichte einfach Spaß. Doch der Höhenflug am Anfang stürzt im Finale gewaltig ab. Die Action zieht sich in die Länge, der Antagonist ist uninteressant und es gibt kaum Spannung. Wo anfangs Liebe zu erkennen war, fehlt hier leider jegliche Seele und Kreativität.
 
Banana! Ach ne…Fazit!
 
Minions & Monster ist zum Großteil eine schöne Hommage an die Filmgeschichte, die Kinofans jeden Alters Spaß machen kann. Neben vielen niedlichen Figuren, bietet der Film einen gerissenen Humor und zeigt, dass das Franchise mehr kann, als sich selbst für den Profit auszugschlachten.
 
Doch leider hat das kurzweilige Abenteuer ein Ende, das dem Rest des Filmes nicht gerecht wird und einige weitere Schwachstellen bei den Charakteren. Trotzdem überrascht er definitiv positiv und lässt ein gutes Bauchgefühl zurück! Hier lohnt es sich ins Kino zu gehen.
 
 
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