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Kritik: Hui Buh und das Hexenschloss

 
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Autor: Max Wrede
 
Schon 16 Jahren ist es her, dass Regisseur Sebastian Niemann und sein Team die beliebte Kinderbuchvorlage zum ersten Mal in einer Mischung aus Real- und Animationsfilm für das Kino umgesetzt haben. Mit den damaligen Comedy-Giganten Michael Herbig, Rick Kavanian und Christoph Maria Herbst. Zu der Zeit steckte die Animationstechnik allerdings noch in den Kinderschuhen. Kann das die Fortsetzung jetzt toppen?
 
Böse und gute Hexen
 
Der Film beginnt, als würde man in einem Ableger der Harry Potter - Reihe sitzen. Mit einem visuell aufwändigen Intro, bei dem die böse Hexe Erla auf die Hexe Maria (Mina Tander) und deren Tochter Ophelia (Nelly Hoffmann) Jagd macht, um in den Besitz des Necronomicon zu gelangen. Einem Buch, welches ihr die Jugend zurückbringen kann. Doch Maria gelingt es, Ophelia mitsamt dem Werk und der Hilfe von Magie nach Schloss Berneck zu schicken.
 
Damit König Julius (Christoph Maria Herbst) und Hui Buh sie und das Buch beschützen können. Denn der schusselige Geist ist der Onkel von Ophelia. Allerdings findet Erla schon bald heraus, wo sich das Mädchen aufhält. Ob Hui Buh und Julius der bösen Hexe Paroli bieten und Maria aus deren Fängen befreien können?
 
 
Hui Buh - die Anfänge
 
Das Licht der Welt erblickten die Geschichten um den quirligen Geist bereits Mitte der sechziger Jahre. Zunächst im Radio und anschließend auf Langspielplatte. Für die Jüngeren kurz erklärt waren das ca. 30cm große schwarze runde Tonträger, die mit einer Nadel abgetastet wurden. Klingt seltsam? War aber so…
 
Dabei lieh dem Geist der Schauspieler und Sprecher Hans Clarin seine unverkennbare Stimme. Bestens bekannt auch als Stimme von PUMUCKL. HUI BUH wurde dank seiner Mithilfe schließlich ein großer kommerzieller Erfolg. Insgesamt entstanden über die Jahre 23 Hörspiele, sowie sieben Bücher mit dem tollpatschigen, aber liebenswerten Gespenst.
 
Und Sebastian Niemann ist es für seinen Kinofilm HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST sogar gelungen, Clarin kurz vor seinem Tod im Jahre 2006 noch einmal in einer kleinen Nebenrolle als Kastellan zu besetzen.
 
01 ©2021 Warner Bros Pictures02 ©2021 Warner Bros Pictures03 ©2021 Warner Bros Pictures04 2022 Warner Bros Pictures
 
Effekte ala Hollywood
 
Und weil das turbulente Kinospektakel seine Kosten eingespielt hat, dürfen wir uns jetzt nach einer langen Durststrecke auf eine Fortsetzung freuen. Allerdings nicht mehr im Verleih von Constantin Film, sondern dem amerikanischen Studio Warner Bros.. Ein Wechsel, der sich bei der Produktion vor allem budgetär bemerkbar gemacht hat.
 
Etwas, daß man augenscheinlich sofort bei der visuellen Umsetzung des Films merkt. Denn das Color Grading, die Effekte und die Masken sind von dem, was wir sonst von Hollywood präsentiert bekommen, nicht weit entfernt. Alles ist unglaublich realistisch und bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Vor allem das animierte Necronomicon ist perfekt gelungen. Doch nicht nur das macht einen Kinobesuch lohnenswert.
 
Auch das Drehbuch, welches ebenfalls von Sebastian Niemann verfasst wurde, ist absolut stimmig. Dialoge machen Sinn und tragen nie zu dick auf. Selbst die unter dem Tourette - Syndrom leidende Knusperhexe, oder der etwas laute und aufdringliche Butler Charles, verkörpert erneut von Rick Kavanian, wirken in keiner Szene nervig. Und als Regisseur sorgt er mit vielen originellen Ideen für eine schaurig-schöne märchenhafte Stimmung.
 
Außerdem hat der Film viele Momente zu bieten, die auch Erwachsener so einige Lacher entlocken. Ganz besonders bei Carmen-Maja Antoni als Knusperhexe bleibt kein Auge trocken.
 
05 2022 Warner Bros Pictures06 2022 Warner Bros Pictures07 2022 Warner Bros Pictures09 2022 Warner Bros Pictures

Bully komplett animiert
 
Michael Herbig ist dieses Mal, im Gegensatz zum ersten Teil, nur als animierter Titelheld zu sehen. Sprich der Comedian leiht HUI BUH lediglich seine Stimme. Aber auch Christoph Maria Herbst wirkt auf den ersten Blick etwas unwirklich. Denn der trägt während des gesamten Films eine schwarze Perücke. Ein Utensil, welches ihm dafür aber außerordentlich gut steht.
 
Der Comedian darf aber auch seine wohl hässlichste Seite im Film zeigen. Denn nachdem er einen Kecks im Knusperhäuschen verspeist hat, wird er selbst zu einer abscheulichen Kreatur der Nacht.
 
Gruseliges Sequel
 
Und da wären wir auch schon beim einzigen Kritikpunkt des Films. Insgesamt ist der nämlich ziemlich gruselig geraten. Nur allzu oft gibt es von den schaurigen Hexengesichtern angsteinflößende Großaufnahmen und unerwartete Schockelemente. Sowie Hexenlaute aus allen möglichen düsteren Ecken.
 
Von einem Besuch mit Kids unter 12 Jahren ist also dringend abzuraten, wenn man nicht mit verängstigten Kindern vorzeitig den Film verlassen möchte.
 
Fazit
 
Sebastian Niemann ist mit HUI BUH UND DAS HEXENSCHLOSS tatsächlich eine witzige und unterhaltsame Fortsetzung gelungen. Ein rundum gelungener Film, bei dem auch Erwachsene, die mit den Geschichten rund um den quirligen Geist aufgewachsen sind, auf ihre Kosten kommen können. Der allerdings leider aufgrund seiner düsteren Elemente für Kleinkinder ungeeignet ist.
 
 
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