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Kritik: Elvis

 
dfdh kritik
 
Autor: Max Wrede
 
Kein Künstler hat die Rock- und Popkultur des 20. Jahrhunderts derart beeinflusst. Und dennoch war dem King of Rock ´n´ Roll kein Happy End beschert. Nach seiner anfänglich vielversprechend gestarteten Karriere in den fünfziger Jahren, mündete diese schließlich in eine wenig erfolgreiche Schauspiel-Laufbahn.
 
Sein Comeback Anfang der siebziger Jahre war zwar wieder spektakulär, aber nur von kurzer Dauer. Denn Elvis starb am 16. August 1977 im Alter von nur 42 Jahren an Herzversagen aufgrund von Überlastung und einer Überdosis an aufputschenden Medikamenten.
 
He´ll be remembered forever!
 
Doch der King ist keinesfalls vergessen. Bis heute zählt er zu den bedeutendsten und umsatzstärksten Musikern aller Zeiten. Deshalb war es nach Filmen wie BOHEMIAN RHAPSODY (2018) und ROCKETMAN (2019) nur eine Frage der Zeit, bis auch dieser Musiklegende ein modernes Biopic gewidmet wird. Dem hat sich nun Regisseur Baz Luhrmann angenommen.
 
Mit Austin Butler (u.a. ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD) als ELVIS, sowie Tom Hanks (u.a. FORREST GUMP) als dessen Manager Colonel Tom Parker. Allerdings wäre der Film, dessen Dreharbeiten bereits Anfang 2020 begonnen hatten, beinahe Covid zum Opfer gefallen.
 
 
Fetzige Rhythmen und viel Schmalz
 
Dass man das Leben des King of Rock ´n´Roll in nur einem Biopic nicht in allen Einzelheiten abbilden und dessen menschliche Facetten bis ins kleinste Detail herausarbeiten kann, dürfte wohl jedem klar sein. Und das war auch Regisseur Baz Luhrmann, bekannt durch Filme wie MOULINE ROUGE (2001) und DER GROSSE GATSBY (2013), durchaus bewusst. Deshalb erwartet uns in ELVIS lediglich ein (oberflächlicher) Überblick über die drei Jahrzehnte andauernden Karriere der Rock-Ikone.
 
Den Menschen dahinter lernen wir dabei nicht kennen. Auch seine Affären und Exzesse werden während der 159 Minuten nicht thematisiert. Seine Beziehung zu seiner Mutter Gladys, sowie mit Priscilla wird ebenfalls nur kurz angerissen. Das hätte wohl einen zu dramatischen und negativen Einfuß auf den Film bewirkt. In ELVIS geht es Baz Luhrmann nämlich vorrangig darum, der Kunstfigur ein positives filmisches Denkmal zu setzen und diese weiter zu glorifizieren.
 
Perfekte Besetzung
 
Luhrmann erzählt sein Biopic dabei aus der Sicht von Colonel Tom Parker, dem Manager von Elvis Presley. Und der lässt am Sterbebett sein bewegtes Leben mit dem King of Rock´n´Roll noch einmal Revue passieren. Eine Rolle für die kein geringerer als Tom Hanks gewonnen werden konnte. Auch wenn der im Film mit ausgeprägter Hakennase und Doppelkinn kaum wiederzuerkennen ist.
 
01 ©2022 Warner Bros Pictures02 ©2022 Warner Bros Pictures03 ©2022 Warner Bros Pictures06 ©2022 Warner Bros Pictures
 
Aber dieser blutsaugende Charakter hätte wohl durch keinen authentischer verkörpert werden können, als dem zweifachen Oscar (FORREST GUMP, PHILADELPHIA) und vierfachen Golden Globe – Gewinner. Und Hanks war es schließlich auch zu verdanken, dass der Streifen nach einer Covid-bedingten Pause dennoch das Licht der Welt erblickte. Denn hätte er danach trotz anderer Verpflichtungen seine Rolle nicht wieder aufgenommen, wäre das Projekt wahrscheinlich zu den Akten gelegt worden.
 
Seinen Hauptdarsteller, Austin Butler, führt der Regisseur gekonnt mit spannungsgeladenen Schnitten ein. Und der gibt sein Bestes, um dem King so ähnlich wie möglich zu sein. Etwas dass man ihm in jedem Fall abnimmt. Denn jede Mimik und jede Bewegung des Sängers sitzt perfekt. Für die Rolle hat sich der Shooting-Star nämlich mächtig ins Zeug gelegt. Bei der Pressekonferenz im Rahmen der Premiere des Films auf den Filmfestspielen in Cannes erwähnte Butler, dass er für die Rolle sein Leben zwei Jahre pausiert hat. Und in der Zeit sich ausschließlich mit dem King beschäftigte, um ihn so perfekt wie möglich zu imitieren.
 
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Rasant und dramaturgisch dicht (Achtung! Spoiler!)
 
Zu Beginn von ELVIS erwartet uns erstmal eine Achterbahnfahrt durch die frühen Karriere-Jahre des King in den fünfziger Jahren. Rasant, rebellisch und mit schnellen Bildmontagen, sowie stimmigen Collagen visualisiert. Außerdem ein Rückblick auf dessen prägende Jugendzeit. Die Jahre der Kindheit werden uns im Eiltempo als animierte Trickfilmmontage nähergebracht.
 
Anschließend folgen die 60iger Jahre des Sängers, in denen er hauptsächlich Filme drehte, bunt und schmalzig, sowie darauffolgend die siebziger Jahre, zunächst erneut euphorisch, dann aber mit der nötigen Tragik. Die Jahre der Fettleibigkeit und Exzesse des Sängers in dieser Epoche seines Schaffens werden hingegen, wie erwähnt, nur sehr kurz behandelt. Sein Tod bildet schließlich den dramatischen Schlussteil des Films.
 
Fake or not Fake?!
 
In der ersten Hälfte von ELVIS werden die Songs des Sängers übrigens größten Teils von schwarzen Künstlern interpretiert. Und bei den wenigen Auftritte des Kings in der Phase seiner Jugend sogar von Butler selbst. Erst ab der Mitte des Films kommen Elvis – Fans voll auf ihre Kosten. Vor allem die Konzertauftritte in Las Vegas wurden monumental in Szene gesetzt.
 
Und erinnern sehr stark an die Konzertausschnitte jener Zeit. Hierfür wurde Butler´s Stimme mit der des Originals gemischt. Einige Szenen werden aber wohl für geteilte Meinungen beim Publikum sorgen. So dürfen wir erfahren, dass der King doch tatsächlich ein Fan der CPT. MARVEL – Comics gewesen sein soll und das Colonel Tom Parker angeblich auch Merchandise – Artikel mit der Aufschrift I HATE ELVIS hat produzieren lassen. Naja …
 
Fazit
 
Mit ELVIS ist Baz Luhrmann ein mitreißendes Biopic gelungen. Ein Film, der die Fans des Rock ´n´Roll – Idols trotz einiger weniger Schwächen begeistern und eine neue Generation auf das Leben, sowie die Songs dieser Legende, neugierig macht. Die Gäste auf den Filmfestspielen in Cannes hat der Streifen jedenfalls mehr als überzeugt. Denn es gab ungewöhnliche 15 Minuten Standing Ovations für Baz Luhrmann´s Meisterwerk!
 
 
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