*** Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull ***

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*** Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull ***


 
dfdh kritik
 
Autor: Peter Osteried
 
In schöner Regelmäßigkeit wird Thomas Manns Roman BEKENNTNISSE DES HOCHSTAPLERS FELIX KRULL verfilmt. Man könnte argumentieren, dass mittlerweile genügend Versionen des Stoffs vorliegen, aber wie der Roman kann auch eine neue Verfilmung von einem Publikum entdeckt werden, das bislang noch nicht mit dem Stoff vertraut war. Man könnte deutlich schlechter mit Felix Krull vertraut gemacht werden, als im neuen Film von Detlev Buck.
 
Auf dem Weg nach oben
 
Felix Krull (Jannis Niewöhner) ist ein junger Mann aus gutbürgerlichen Verhältnissen, der nach dem Tod seines Vaters und des Verlusts des familiären Vermögens beschließt, dass er seinen eigenen Weg machen muss. Der führt ihn nach Paris, wo er in einem Nobel-Hotel als Liftjunge arbeitet. Doch es dauert nicht lange, bis Krull der Damenwelt auffällt und schon bald zum Kellner wird.
 
Mit seiner Redegewandtheit und seinem guten Aussehen gelingt ihm viel, vor allem auch das Bezirzen reicher Damen, deren Schmuck er dann versilbert. Aber eigentlich träumt Krull von mehr. Nicht nur vom gesellschaftlichen Aufstieg, sondern auch von einem Leben mit seiner großen Liebe Zaza (Liv Lisa Fries), aber die ist wie er und hat sich den Marquis Louis de Venosta (David Kross) geangelt. Der wiederum benötigt Krulls Hilfe und hört sich dessen Bekenntnisse an.
 
 
Ein schöner Film
 
Die Verfilmung aus dem Jahr 1957 mit Horst Buchholz in der Hauptrolle mag vielen noch immer als definitive Version der Geschichte gelten, diese neue Adaption hat aber auch ihren Reiz. Regisseur Detlev Buck hätte man das dabei gar nicht unbedingt zugetraut. Aber er ist ein vielseitiger Filmemacher, der sich im Bereich des Kinderfilms ebenso wie bei der hohen Literatur tummelt.
 
Zusammen mit Daniel Kehlmann hat er sich daran gemacht, Manns eleganten Roman ebenso zu verfilmen. Die Ausstattung, die Sets, die Kostüme, all das ist eine Augenweide. Aber der Film punktet nicht nur mit seiner Optik, sondern auch mit den geschliffenen Dialogen, die dem Duktus der Zeit – der Jahrhundertwende des Jahres 1900 – angemessen ist, aber auch nicht zu abgehoben wirkt. Und dennoch sind die Dialoge ein Fest für die Ohren, weil sich hier eine Manierlichkeit zeigt, die man sich heute auch öfters wünschen würde.
 
Das zeigt sich besonders beim Zusammenspiel von Jannis Niewöhner und David Kross, als deren Figuren sich nicht ganz zufällig in einem Restaurant treffen und Felix Krull beginnt, den guten Marquis in sein Leben einzuweihen, dabei immer ein klares Ziel vor Augen habend. Denn natürlich will Krull etwas.
 
01 ©2021 Warner Bros Pictures02 ©2021 Warner Bros Pictures03 ©2021 Warner Bros Pictures04 ©2021 Warner Bros Pictures
 
Ein sympathischer Hochstapler
 
Niemals erscheint Felix Krull verschlagen oder bösartig. Wenn er mit reichen Frauen schläft, ist das ein Geschäft, wenn er mit dem Marquis spricht und ihn langsam dorthin bugsiert, wo er ihn haben will, ist das natürlich das Ausnutzen einer Situation zur eigenen Erhebung, aber auch ein Freundschaftsakt, der ihn viel kostet.
 
Denn der Film ist auch deswegen so faszinierend, weil er auf ein Happyend, wie man es vielleicht erwarten würde, ganz und gar verzichtet. Für Felix Krull stellt sich irgendwann die große Frage: Will er um der Liebe Willen alles aufgeben, was er für sich zu erreichen hofft? Heutzutage wäre das Ende wohl ein anderes, Thomas Mann hat aber mit der notwendigen Konsequenz erzählt und Buck setzt dies mit einer betont tragischen Note um.
 
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Fazit
 
Die Verfilmung des Romans ist in jeder Beziehung prächtig. Sie sieht nicht nur hervorragend aus und wartet mit geschliffenen Dialogen auf, sondern ist auch flott und beschwingt erzählt. Die Besetzung ist durch die Bank gut, die Geschichte manchmal ein wenig episodisch, in ihrer Gänze aber stimmig.
 
 
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