*** Catweazle ***

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*** Catweazle ***


 
dfdh kritik
 
Autor: Max Wrede
 
Anfang der 70iger Jahre war er der Held einer ganzen TV-Generation. Und jetzt wird der berühmte Magier aus dem Mittelalter in der Gestalt von Otto Waalkes auf eine neue Generation losgelassen. Eine logische Entscheidung. Denn peinliche Gags gehörten schon damals zum Erfolgsgeheimnis der Serie.
 
Salmei, Dalmei, Adomei …
 
Die Handlung des Films wurde diesmal allerdings in die heutige Zeit und ein Umfeld verlegt, in dem sich sowohl die Kinder von damals, als auch eine neue umweltbewusste Generation wohl fühlt. Nämlich in die Abgeschiedenheit des Waldes. Doch dort kommt Catweazle ausgerechnet sein magischer Stab abhanden, ohne den er nicht mehr in seine Zeit zurückkehren kann. Wird aber zum Glück von Benny, einem Försterjungen, in dessen Keller entdeckt.
 
Eine Rolle, für die Shooting-Star Julius Weckauf besetzt werden konnte. Etwas das wirklich als Glücksgriff angesehen werden kann. Denn sein natürliches Spiel begeistert in Catweazle genauso wie im Film Der Junge muss an die frische Luft aus dem Jahr 2019. Auch wenn er sein schauspielerisches Talent dabei nicht voll zur Geltung bringen kann. Denn seinen Charakter lernen wir nur an der Oberfläche kennen, da sich der Film hauptsächlich auf den Hauptcharakter konzentriert.
 
 
Die Beiden erwartet daraufhin jedenfalls eine aufregende Jagd nach dem Zauberstab, um damit die Heimreise des Zeitreisenden aus dem Mittelalter ermöglichen zu können.
 
Otto bleibt Otto
 
In den siebziger Jahren wurde Catweazle von dem britischen Schauspieler Geoffrey Bayldon Verkörpert. Dieser ist jedoch bereits 2017 verstorben. Ebenso wie dessen Erfinder Richard Carpenter im Jahre 2012. Letzterer konnte deshalb bei der Entwicklung dieses Kinofilms nicht mehr von einer Neuauflage der Geschichte überzeugt werden. Darum musste das Filmteam mit seiner Tochter verhandeln, um grünes Licht für die Produktion zu erhalten.
 
Als Regisseur fungiert dabei Sven Unterwaldt. Jener Mann, der bereits komödiantische Werke wie Sieben Zwerge: Männer allein im Wald, Otto´s Eleven oder Vier zauberhafte Schwestern inszeniert hat. Und da war es nur naheliegend, dass für ihn auch bei Catweazle kein geringerer als sein bisheriger Hauptdarsteller Otto Waalkes in Frage kommt.
 
Naja zugegeben, eine gewisse Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Darsteller von Catweazle hat der Comedian durchaus. Außerdem dachte man sich wohl, damit in jedem Fall die „ältere“ Generation, die mit dem original Catweazle und Otto aufgewachsen ist, als auch eine neue Generation, die dessen immer wiederkehrenden Witze noch nicht auswendig kennt, ansprechen zu können.
 
Der Haken dabei: Egal in welche Rolle der Ostfriese schlüpft, er spielt diese immer so, wie in allen seinen Filmen. Und auch bei Catweazle erwarten uns die typischen Otto-Gags und Gesten. Sogar auf die bekannten Gesangeseinlagen des Ostfriesen hat Unterwaldt bei seiner Version der Geschichte nicht verzichtet.
 
Das stößt bei der Generation, die mit dem Original aufgewachsen ist, wohl eher peinlich auf. Die Jüngeren bis 12 Jahre wird Otto mit seiner Art sicherlich in den Bann ziehen können. Denn die kennen die Vorlage nicht. Bei den übrigen Altersgruppen dürfte das hingegen aus den genannten Gründen eher schwierig sein.
 
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Visuell Up-to-Date
 
Die visuelle Gestaltung des Films kann sich dafür in jedem Fall sehen lassen. Vor allem die Szenen im Mittelalter brauchen den Vergleich mit Filmen dieses Genres aus den USA nicht zu scheuen. Bei den Spezialeffekten hat Regisseur Sven Unterwaldt auf seine längjährige Zusammenarbeit mit der VFX – Firma Pixomondo gesetzt. Und deren Arbeit kommt großen Hollywood-Produktionen ebenfalls sehr nahe. Bestes Beispiel aus dem Portfolio der VFX-Magier ist der Disney-Film Vier zauberhafte Schwestern (2019). Die darin gezeigten Wasseranimation zählen zum Besten, was in Deutschland bis Dato umgesetzt wurde.
 
Aber auch deren visuelle Effekte für Catweazle können sich sehen lassen. Vor allem Catweazles Haustier, eine animierte Kröte, ist perfekt gelungen. Für Pixomondo war dies allerdings eine Blaupause. Mit computergenerierten Kröten konnte die Firma nämlich bereits im erwähnten Disney-Film Erfahrung sammeln.
 
Bekannte Gesichter
 
Neben Otto Waalkes und Julius Weckauf sind unter anderem Henning Baum als Bennys Vater und Katja Riemann als Gegenspielerin Dr. Metzler zu sehen. Letztere gelangt als Antagonistin in den Besitz des magischen Stabes und möchte ihn gewinnbringend versteigern.
 
Für Riemann war die Verkörperung dieser Gegenspielerin allerdings keine wirkliche Herausforderung. Sie konnte als böse Hexe Glenda in Vier Zauberhafte Schwestern bereits erfolgreich unter Beweis stellen, dass sie einen Bösewicht in einem Kinderfilm äußerst glaubhaft verkörpern kann. Bei dieser Figur wirkt ihr Spiel hingegen etwas hölzern.
 
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Henning Baum spielt die Rolle des Vaters von Benny so, wie er fast alle seine Rollen schon immer angelegt hat. Rauh und unnahbar. Man hat diesmal aber das Gefühl, als wäre er mit seinen Gedanken woanders und fühlt sich nicht wirklich wohl bei dem, was er gerade tut. Aber das ist eher subjektiv gesehen. Für Kinder ist es sicherlich ein Hochgefühl, ihren Lukas aus der Jim Knopf - Kinofilmreihe auch in diesem Film bewundern zu können.
 
In kleineren Rollen darf man sich auf Milan Peschel (Vaterfreuden, Männertag) und Alexander Schubert (Faking Bullshit, Heute – Show) freuen.
 
Hölzern sind übrigens auch viele Dialoge im Film. Dagegen wirken Ottos Gags geradezu erfrischend. In einigen Szenen durften die Schauspieler außerdem improvisieren. Etwas, das allerdings meistens komplett in die Hose gegangen ist. So wie an vielen Stellen der dramaturgische Fluss. Szenen ziehen sich oft ins unendliche und drehen sich inhaltlich im Kreis. Zumindest aus der Sicht eines Erwachsenen.
 
Fazit
 
Catweazle ist ein Film, der trotz seiner Schwächen durchaus Kinder bis 12 Jahren begeistern kann. Erwachsene, selbst eingefleischte Otto-Fans, werden wohl in den wenigsten Fällen einen Zugang zu Sven Unterwaldts Interpretation finden. Vor allem dann nicht, wenn man auch noch nostalgiebehafteter Catweazle – Fan ist. Denn diese Version hat mit der TV-Serie aus den 70iger Jahren so gut wie gar nichts gemeinsam.
 
 
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