But now, old friends, they’re acting strange
Parker Posey ist die Königin der anspruchsvollen Nebenrollen. Das hat sie im Lauf der Jahre in so unterschiedlichen Filmen wie „Blade: Trinity“ oder „Grace of Monaco“ aber vor allem in den Mockumentaries von Chris Guest bewiesen. In „Wild Horse Nine“ hätte man ihr zusätzliche und besser geschriebene Szenen gewünscht. Das gleiche gilt für eine begabte junge Darstellerin aus Chile namens Mariana di Girolamo. Sie spielt den einzigen Charakter des Films, der so etwas wie eine Entwicklung durchmacht. Sowohl diese Darstellerin als auch ihre Figur hätte ein oder zwei Szenen mehr verdient.
Steve Buscemi ist Steve Buscemi ist Steve Buscemi. Die nachlässig geschriebene Rolle, in der dieser Mann nicht brillieren kann, muss erst noch geschrieben werden. Wie er die beste Dialogzeile des Films abliefert, ist allein ein oder zwei Minuten Applaus wert. Sam Rockwell hat unter Martin McDonaghs Regie seinen Oscar für „Three Billboards …“ bekommen. Vielleicht war er deshalb einverstanden, in diesem Film sein Talent mit dem bloßen Entwurf einer Rolle und als Stichwortgeber für John Malkovich zu verschwenden.
Wie bereits festgestellt, lieben wir alle es, wenn John Malkovich skurrile Charaktere spielt. Das macht er nun seit Jahrzehnten, mal gefährlich („In the Line of Fire“, „Con Air“), mal witzig („Being John Malkovich“, „Per Anhalter durch die Galaxis“), manchmal sogar beides („R.E.D.“). Und natürlich lieben wir alles, was er in „Wild Horse Nine“ tut, weil er es einfach ganz hervorragend tut. Er hat das alles aber eben einfach schon so oft ganz hervorragend und oft genug besser getan, dass man sich ein bisschen vorkommt wie bei einem Rolling Stones-Konzert. Ja, das ist alles großartig. Aber wir wissen längst, dass die alten Herren das alles können. Und sie konnten das alles früher sehr viel besser. Ist es wirklich abendfüllend, das alles immer wieder zu sehen?