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Hitman: Agent 47: Kritik

hitman kritik
 
Autorin: Simone Michel
 
Der im Genlabor erschaffene Auftragskiller mit dem Codenamen „47“ kehrt zum zweiten Mal als Filmfigur zurück. Mit „Hitman: Agent 47“ feiert der deutsch-polnische Werberegisseur Aleksander Bach sein Spielfilmdebüt und versucht abermals zu beweisen, dass sich das beliebte Computerspiel auf die Kinoleinwand übertragen lässt.
 
Die Story des Films ist relativ schnell zusammengefasst: Katia Van Dees (Hannah Ware) ist in Berlin auf der Suche nach ihrem Vater. Der genetisch veränderte Hitman Agent 47 (Rupert Friend) verfolgt die junge Frau dabei auf Schritt und Tritt. Agent John Smith (Zachary Quinto) warnt Katia indessen vor ihrem gefährlichen Verfolger und versucht sie zu beschützen.
 
Zur selben Zeit sind auch LeClerq (Thomas Kretschmann), der Boss der ominösen Organisation „Syndicate International“, und sein Team hinter Katia her. Doch alles kommt anders als sie erwartet hatte... Sie findet sich plötzlich an der Seite des Auftragskillers 47 wieder, der ihr helfen will, ihren Vater zu finden. Kann Katia dem mysteriösen Hitman trauen?
 
 
Nachdem der glatzköpfige Auftragskiller mit der roten Krawatte bereits 2007 in „Hitman – Jeder stirbt alleine“ seinen ersten Auftritt auf der Kinoleinwand hatte, ist der Protagonist des bekannten Shooter-Games nun zurück in „Hitman: Agent 47“. Beide Filme sind aber als voneinander unabhängig zu betrachten, da sie nicht nur zwei unterschiedliche Hauptdarsteller besitzen, sondern auch zwei voneinander gelöste Geschichten erzählen.
 
Ehrlich gesagt habe ich den ersten Teil nicht gesehen, da ich große Skeptikerin bin, was Game-Verfilmungen angeht. Nur wenige reichen ansatzweise an ihre Vorbilder heran, da allein die Genres ihre Prioritäten doch recht unterschiedlich setzen. Ausnahmen hierbei bilden vielleicht gerade noch die Filme zu „Resident Evil“, „Silent Hill“ oder „Prince of Persia“. Ich hatte jedoch insbesondere Zweifel, was der Shooter „Hitman“ an Handlung hergeben soll. Auch Timothy Olyphant hatte als Agent 47 damals nicht wirklich mein Interesse wecken können.
 
Doch genug vom Vorgänger. „Hitman: Agent 47“ nimmt sich einen anderen Schauspieler als Hauptdarsteller, was eine gute Entscheidung ist, denn Rupert Friend passt ideal in die Rolle des Hitmans. Aber nicht nur optisch. Auch die mysteriöse, unnahbare Art des Auftragskillers verkörpert er überzeugend. Enttäuschend ist jedoch, dass man als Zuschauer bis zum Ende kaum einen Blick hinter die starre Fassade von Agent 47 werfen darf. Daneben verwundert es tatsächlich etwas, dass der britische Schauspieler, der vielmehr aus einigen eher klassischen Dramen und der erfolgreichen US-Serie „Homeland“ bekannt ist, die Hauptrolle in einem Film übernimmt, der auf überzogene Actionszenarien statt auf eine spannende Handlung setzt.
 
Aufgrund des Mangels einer interessanten Story, können auch die weiteren Charaktere nicht mehr viel herausreißen. Die Protagonistin, die von der recht unbekannten Schönheit Hannah Ware gespielt wird, ist ein sehr unsteter Charakter. Während Katia in einer Szene noch weint, da sie alles nicht so ganz verkraftet, fuchtelt sie in der nächsten Szene mit einer Waffe herum und erschießt ihre Gegenspieler ohne mit der Wimper zu zucken. Die Gegensätze innerhalb der Figur wirken zu weit entfernt voneinander. Die Mischung aus emotionaler Frau und kalter Killerin, will nicht so ganz passen.
 
Ich persönlich habe mich über die Besetzung von Zachary Quinto als Agent John Smith gefreut. Allerdings ist seine Figur nur zu Beginn sehr präsent und kann kaum überraschen. Interessanter wäre es gewesen, wenn sich die Macher hierbei mehr an der Game-Figur als Vorlage orientiert hätten, die dort durch ihre Naivität etwas Humor in die sonst eher ernste Grundstimmung bringt. Auf diese Weise kann der Zuschauer bei der ganzen Action aber zumindest auch mal kurz durchatmen.
 
Thomas Kretschmann geht als deutscher Parade-Bösewicht in „Hitman: Agent 47“ etwas unter. So richtig versteht man nicht, was sein Auftrag in der ganzen Geschichte ist. Die Hauptsache scheint zu sein, dass er versuchen muss irgendwie möglichst viele Menschen umzubringen, wobei ihn sein Team natürlich bereitwillig unterstützt. Sein Name LeClerq (klingt wie das englische Wort für „Der Beamte“) deutet in gewisser Weise darauf hin, dass er einfach nach Vorschrift der Superschurken handelt, ohne Mittel und Ziel zu hinterfragen.
 
Die zum Teil recht brutalen Actionszenen, die in „Hitman: Agent 47“ deutlich dominieren, sind aus Sicht der Special Effects sehr gut gemacht. Da sie teilweise doch sehr übertrieben wirken, besitzen sie oft eine Spur von Humor. Ich würde aber unterstellen, dass die Macher sich dessen durchaus bewusst sind. Dies nimmt der Story ein kleines Stück der durchgehenden Anspannung durch Schießereien und Co, was ich als einen klugen Schachzug betrachte.
 
Insgesamt ist „Hitman: Agent 47“ jedoch ein Actionfilm, der vielen Kinofreunden verborgen bleiben wird. Unter den weiteren Neuerscheinungen wird er nicht auffallen. Zwar sind die Schauspieler gut gewählt, doch weder die Zeichnung der Charaktere, noch die Story selbst können ein großes Interesse wecken.
 
Es handelt sich um einen Film, den man schnell wieder vergessen hat, da er nichts wirklich Neues präsentiert. Es drängt sich letztlich eher die Frage auf, weshalb überhaupt ein weiterer „Hitman“-Teil gedreht wurde. Für den einen oder anderen Action-Fan mag er ein unterhaltsamer Film für einen DVD-Abend sein, aber mit Sicherheit nicht für einen Kinoabend. Die „Hitman“-Games bieten vermutlich viel mehr Spannung, als es „Hitman: Agent 47“ bieten kann. Denn hier kann der der Zuschauer wenigstens als Spieler aktiv in die Handlung eingreifen.
 
 
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