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Home: Ein smektakulärer Trip: Kritik

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Autor: Tobias Sasse
 
Aus der Traumschmiede DreamWorks Animation erscheint das intergalaktische Abenteuer "HOME - EIN SMEKTAKULÄRER TRIP" über den kleinen Außerirdischen Oh und das Erdenmädchen Tip, die gemeinsam die Erde vor Ohs eigener Schusseligkeit retten müssen.
 
Synopsis:
 
Um sich vor ihren schrecklichen Feinden in Sicherheit zu bringen, besiedeln die Boov einen Planeten nach dem anderen, bis sie entweder aufgespürt werden oder es dort nicht mehr aushalten. So führt sie ihr Weg nun zur Erde, wo alle Menschen kurzerhand nach Australien zwangsumgesiedelt werden und die Boov es sich auf dem Rest des Planeten gemütlich machen.
 
Als der liebenswerte, aber notorisch schusselige Oh aus Versehen die Einladung für seine Einzugsparty auf der Erde ausgerechnet an die Erzfeinde schickt, scheint das Schicksal des neuen Heimatplaneten besiedelt. Zusammen mit dem cleveren Mädchen Tip, die unbemerkt der Zwangsumsiedelung entgehen konnte, machen sich die beiden unfreiwilligen Partner dazu auf, die Welt und Tips Mutter zu retten.
 
Bei dieser abenteuerlichen Reise kommt es neben zahlreichen bunten Gags zu der ein oder anderen Erkenntnis, die das Leben und die Welt der beiden intergalaktischen Freunde für immer verändern wird.
 
 
 
Der Film:
 
Schon zu Beginn des Films, als die DreamWorks-Schutzmarke kurzerhand in die Visualität der Geschichte eingepasst wird, ist klar, dass es sich hier um einen detailliert liebevollen Streifen handelt. Dabei ist die Leinwand oft sehr bunt gehalten in einem harmonischen Gefüge aus ausgewählten Farben und Formen. Die menschlichen und außerirdischen Objekte und Figuren glänzen vor liebevollem Detailreichtum. So gestaltet die Hauptfigur Tip aus ihrer im Animationsfilm noch nie so realistisch anmutenden Lockenpracht jeden Tag eine neue kecke Frisur.
 
Witzige Einfällen an allen Ecken machen die Dinge lebendig und erzählenswert, wie zum Beispiel, dass die Boov alle Objekte auf ihrem neuen Planeten erkunden und als alte Ordnungsfanatiker kategorisieren sie sie sofort in nützlich und unnützlich. Welches Objekt auch immer das negative Siegel erhält wird mit einer Maschine registriert und dann mit ungeahnten magnetischen Kräften angezogen und an einem Punkt in der Luft gehalten.
 
So begegnen uns als Running-Gag immer wieder "Wolken" aus Fahrrädern, Mülleimern, Akkordeons oder Statuen. Warum ausgerechnet diese Dinge den Boov als unnützlich erscheinen, muss sich jeder selbst ausmalen, dennoch ein immer wieder freudiger Anblick. Die sehr gute 3D-Technik unterstreicht die Formen- und Farbenpracht der Geschichte noch zusätzlich und es macht schon rein visuell richtig Spaß diesen Film anzusehen. Erwähnt sei hier vor allem die Verfolgungsperspektive der Katze Schwein, die sich herrlich plumb-elegant ihren Weg durch das Fallen-Gewirr ihres Frauchens Tip schlängelt, das nebenbei bemerkt Kindheitserinnerungen an Kevin allein zu Haus wachruft.
 
Die Geschichte der beiden Freunde Oh und Tip wirkt schlüssig, hat keine Längen und ist stets liebevoll, emotional und sehr witzig erzählt. Moralisch gesehen zielt der Film darauf ab, dass man sich trauen soll, bestimmte Dinge auszuprobieren, den Weg, wie ihn alle beschreiten, zu verlassen und dadurch eine neue Wahrheit zu entdecken.
 
Die Dinge sind nicht immer so, wie sie scheinen, aber um hinter den Schein blicken zu können, braucht es erstmal Mut, das alt-bewährte Handeln und Denken zu überwinden und dies ist ja wirklich ein schöner Gedanke, der die Welt besser machen kann. Der sich dabei entfaltende Humor basiert vor allem auf dem Stilmittel, welches hier meisterlich bedient wird: der Slapstick, der ja in Animationsfilmen beliebt und bewährt ist, der allerdings hier gefühlt auffällig auf den Punkt und dadurch sehr zündend wirkt und so für viele Lacher sorgt. Im englischen Original ist der Film stimmlich hochkarätig besetzt.
 
Weltstars wie Steve Martin, Jennifer Lopez, Rihanna und Jim Parsons leihen den knuddeligen Charakteren ihre Stimmen. Letzterer ist hier zu Lande bestens als Sheldon Cooper der Sit-Com The Big Bang Theory bekannt. Die Wahl ist klug gewählt, da auch Sheldon latent wie ein Außerirdischer wirkt und diese Befremdlichkeit wirkungsvoll in den kleinen Oh gesteckt werden kann. Folgerichtig hat der deutsche Verleih auch in ihren Trailern angefangen, Oh von Sheldons deutscher Stimme Gerrit Schmidt-Foß sprechen zu lassen, bei dem das "Sheldon-Feeling" auch sofort aufkommt.
 
Allerdings wurde dann im Hauptfilm eine andere Politik verfolgt: Man versuchte die "Star-Besetzung" auch in Deutschland einzusetzen und so standen zum Beispiel Uwe Ochsenknecht und Bastian Pastewka als Oh vor dem Mikrofon, der es vielleicht nicht schafft, die Sheldon-Befremdlichkeit zu verkörpern, aber dies mit umso mehr Herzlichkeit und Wärme wettmacht, was sinnbildlich für die gesamte Filmgestaltung steht.
 
So auch bei der Übersetzung ins Deutsche: Es ist schon eine Herausforderung die Boov mit all ihren eigenartigen Eigenartigkeiten sprachgerecht ins Deutsche zu übertragen, aber dies ist wirklich hervorragend dem Übersetzer Markus Jütte gelungen, der uns mit Wortgebilden wie "kokette Limette" erfreut. Dass dem ein oder anderen Erwachsenem das unablässige Sprachkauderwelsch der Boov etwas zu viel werden kann, liegt dabei aber an der Konzipierung der Sache.
 
Um kurz auf den Untertitel dieser Besprechung einzugehen: Es wird deutlich, dass der Film konzipiert ist für Rihanna-Fans und solche, die es werden sollen. Die Sängerin gibt zahlreiche Lieder zum Besten (die sinnbildlich für das Musikkonzept des Filmes stehen), spricht die Hauptfigur Tip und dient auch als Vorlage für das kleine Mädchen aus Barbados. Dies kann, je nach persönlicher Gesinnung, ein zusätzlicher Begeisterungsfaktor des Films sein - oder eben nicht.
 
Fazit:
 
Die anderthalb Stunden auf der von den Boov besetzten Erde vergehen wie im Flug. Die Figuren sind witzig, charismatisch und liebevoll. Emotional und Gagtechnisch zündet der Film berührend und Groß und Klein werden hier ihren Spaß haben. Alles greift stimmig ineinander und wirkt aus einem Guss!
 
 
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