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The Gambler: Kritik

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 Autorin: Simone Michel
 
Der Thriller „The Gambler“ von Paramount Pictures, unter der Regie von Rupert Wyatt und dem Drehbuch nach William Monahan, bietet den Zuschauern Einblicke in die spannende, verzweigte Geschichte eines furchtlosen Spielers inklusive hochkarätiger Besetzung.
 
Am Tag ist Jim Bennett (Mark Wahlberg) ein charismatischer, aber selbstgefälliger Literaturprofessor, der seinen Studenten seine eigenen Lektionen des wahren Lebens näherzubringen versucht. Bei Nacht stellt er sich eben diesen selbst, indem er in schummrigen Hinterzimmern von L.A. dem illegalen Glücksspiel nachgeht.
 
Dort verzockt er tausende von Dollar ohne mit der Wimper zu zucken. Schnell findet er sich in einem Netz aus Schulden wieder: Nachdem er dem Betreiber des illegalen Glücksspielrings (Alvin Ing) über eine viertel Million Dollar schuldet, leiht er sich bei verschiedenen Gläubigern Geld, zu denen neben seiner Mutter (Jessica Lange) auch der gefährliche Gangster Neville (Michael Kenneth Williams) sowie der berüchtigte Kredithai Frank (John Goodman) zählen. Bennett setzt alles auf eine Karte, um nach der verstrichenen Frist von sieben Tagen entweder ein neues Leben zu beginnen oder diesem notgedrungen ein Ende zu setzen.
 
 
Man möchte zunächst vermuten, dass es sich bei „The Gambler“ um einen typischen, actiongeladenen Hollywood-Film handelt, zu welchem auch Rupert Wyatts womöglich bekanntester Film „Planet der Affen – Prevolution“ gehört. Dies mutet zumindest der Trailer und der Cast in gewissem Maße an.
 
Doch „The Gambler“ erweist sich eher als Film, der zum Nachdenken anregt und sich auch durch seine Aufmachung von zahlreichen Blockbustern aus der Traumfabrik unterscheidet. Der Film ist nicht unbedingt ein Teil der leichteren Kino-Kost. So ist die Handlung recht verworren, jedoch sehr geschickt von William Monahan konzipiert, der bereits für „The Departed“ ein spannendes narratives Netz entworfen hat. Der Protagonist verstrickt sich auch in „The Gambler“ in einem eben solchen Handlungsgeflecht, das durch Bennetts Schulden dominiert wird.
 
Zwischenzeitlich wird der gewohnte Handlungsfluss durch vereinzelte Szenen durchbrochen. So zum Beispiel sehen wir Bennett auf einmal als kleinen Jungen unter Wasser eines Pools. Manchen Zuschauer könnte dies verwirren, aber die bildlichen Eingriffe formen einen wichtigen Bestandteil der Identität des Protagonisten. Zugleich macht es den Film schlichtweg zu etwas Besonderem.
 
Genauso vermag es auch die prominente Besetzung zu tun:
 
Nicht nur Mark Wahlberg glänzt in der Rolle des coolen Professors und furchtlosen Spielers, hinter dessen vorlauter Fassade sich zuletzt ein verzweifelter Mann verbirgt, der auf der Suche nach seiner Identität ist. Daneben wird insbesondere John Goodman dem Zuschauer auffallen. Als Kredithai Frank beweist dieser einmal mehr, dass er seinen Figuren auf eine geschickte Weise Leben einhaucht. Seine Rolle wirkt sowohl amüsant als auch furchteinflößend, was aber ebenso durch die gut geschriebenen Dialoge unterstützt wird. Hier liegt jedoch auch ein mögliches Manko von „The Gambler“, denn er ist insgesamt sehr dialoglastig. Dies mag nicht jedem Zuschauer gefallen, trägt aber zu der von mir unterstellten Tiefgründigkeit des Films bei. Die Figuren und ihre Eigenheiten treten hierdurch mehr in den Vordergrund.
 
Ungewöhnlich erscheint auch das Setting der Handlung, welches stark an die Darstellungen einer amerikanischen Großstadt der achtziger Jahre erinnert und dem Original-Film „The Gambler“ von 1974 auf diese Weise vermutlich recht nahe kommt. Die Bilder der Adaption sind düster und faszinierend. Jede Kameraeinstellung scheint genau durchdacht.
 
Dies gilt auch für den Einsatz der Musik, die dem Publikum wahrscheinlich auffallen wird. Nicht nur der Soundtrack ist inhaltlich gut ausgewählt, sondern die Songs selbst sind zum Teil auf interessante Weise durch eine Mischung aus On und Off eingebaut worden, so dass sie mit der Handlung verschmelzen.
 
„The Gambler“ ist insgesamt ein empfehlenswerter Thriller, der sich weniger in das typische Hollywood-Ensemble einordnen lässt. Wer sich eher leichte Unterhaltung wünscht, sollte einen Bogen um den Film machen.
 
Wer sich jedoch darauf einlässt, wird voraussichtlich nicht enttäuscht das Kino verlassen. Auch wenn der Handlung teilweise etwas schwer zu folgen ist und die Dialoge meist die Oberhand gewinnen, so sind es eben genau diese Komponenten, welche „The Gambler“ überaus sehenswert machen.
 
Die netzartige Handlung baut Spannung auf und die Dialoge sind humorvoll sowie tiefgründig, genau wie die Figuren, welchen diese zuzuordnen sind. Die schauspielerischen Leistungen sind dabei großartig. Darsteller wie Mark Wahlberg, John Goodman und Jessica Lange machen „The Gambler“ durchaus zu einem hoch zu schätzenden Kino-Erlebnis.
 
 
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