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96 Hours: Taken: 3: Kritik

96h kritik
 
 Autor: Jonas Sticherling
 
Liam Neeson kehrt ein letztes Mal als Bryan Mills in die Kinos zurück um einen blutigen Rachefeldzug für seine Familie zu führen, dem wieder zahlreiche Kriminelle und Autos zum Opfer fallen werden. Universum Film präsentiert uns den dritten Teil des weltweiten Boxoffice-Erfolgs um den schonungslosen Ex-CIA-Agenten und Familienvater, der diesmal nicht der Jäger sondern der Gejagte ist.
 
Doch setzt „96 Hours- Taken 3“ der Trilogie ein würdiges Ende? Es scheint Ruhe im Leben von Bryan Mills eingekehrt zu sein, nach seinen blutigen Ausflügen nach Paris und Istanbul, und er versucht endlich mehr Zeit mit seiner Tochter zu Verbringen. Auch mit seiner Ex-Frau Lenore kommt er sich wieder näher und auch weiterhin genießt er den Ruhestand mit seinen ehemaligen Teamkollegen.
 
Wäre da nicht der arrogante, reiche (Noch-)Ehemann von Lenore und Stiefvater von Tochter Kim, der versucht Bryan aus der Familie auszuschließen. Doch wie sich herausstellen soll, ist das nicht Bryans einziges Problem. Gerade als er sich eine zweite Chance bei Lenore erhofft, wird diese brutal ermordet und ihm eine Falle gestellt, sodass die Polizei ihm nun als Hauptverdächtigem auf seinen Fersen ist. Doch Bryan wäre nicht Bryan wenn er keinen Notfallplan hätte und sich bereit macht, an den Mördern seiner Exfrau Rache zu nehmen, seinen Namen reinzuwaschen, in dem er die wahren Mörder enttarnt und natürlich seine Tochter, die auch in das Visier der Attentäter kommt, mit allen Mitteln zu schützen.
 
 
Für „96 Hours- Taken 3“ nimmt erneut Olivier Megaton, bereits für Teil 2 der Serie verantwortlich, im Regiestuhl Platz. Produziert wird der finale Teil wieder von Frankreichs Action-Profi Luc Besson, der auch am Drehbuch mitschrieb.
 
Die bekannten Darsteller der Familie Mills, „Schindlers Liste“-Star Liam Neeson, Maggie Grace, als taffe Tochter, und Ex-Bondgirl Famke Janssen als Mutter Lenore, kehren ebenfalls zurück auf die Leinwand. Neu dabei sind Forest Whitaker als Polizeiermittler sowie Dougray Scott, der die Rolle von Lenores reichem Ehemann Stuart einnimmt, und damit die Rolle im letzten Teil seinem Schauspiel-Kollegen Xander Berkeley wegschnappt.
 
Die Erwartungshaltung für Teil 3 der Reihe war sehr hoch, nachdem der zweite Teil im Gegensatz zum ersten überwiegend schlechte beziehungsweise verhaltene Kritiken erntete. Doch leider muss man feststellen, dass Regisseur Olivier Megaton es geschafft hat, sich selbst zu unterbieten. Der dritte Teil ist mit Abstand der schlechteste der Reihe, sodass Fans nun offen zugeben können, dass die beiden Sequels nie existierten und die Resthoffnung auf einen erneuten Adrenalinkick beerdigen können.
 
Doch weshalb ist „96 Hours- Taken 3“ ein Reinfall? Das Hauptproblem an dem Film ist, dass „96 Hours“ draufsteht, aber nicht drin steckt. Wäre es irgendein „normaler“ Actionfilm mit einem rachsüchtigen Ex-Cop oder Geheimagenten, hätte der Film ein zumindest mittelmäßiges Niveau, doch stattdessen wird hier gehofft, durch den Titel Fans und damit Umsätze abzugreifen. Auf alles was den ersten Teil so erfolgreich machte, wurde im Dritten verzichtet.
 
Kennzeichnend für die Reihe ist auch die europäische, für den amerikanischen Zuschauer fremde, Metropole, im ersten Teil Paris, im zweiten Istanbul, doch im dritten das bereits mehr aus ausgelaugte Los Angeles, ohne dabei jedoch besondere Stellen hervorzuheben und sich zumindest so etwas vom Einheitsbrei abzuheben. Auch wurde auf den Entführungsaspekt verzichtet. Sicherlich bereits im zweiten Teil war die Argumentation für eine Entführung eher abwegig, aber so ganz ohne diesen Antrieb nach vorne zu gehen kommt die Reihe nicht aus.
 
Während sich im ersten Teil Liam Neeson noch in feinster Manier durch alle möglichen Kriminellen in der französischen Hauptstadt mordete und auch die schlimmsten Treffer wegsteckte, um weiter nach seiner Tochter zu suchen, deren Zeit, die namensgebenden 96 Stunden, ablief. Besonders die emotionale Komponente kommt im dritten Teil zu kurz. Während im ersten Teil die aufgelöste Mutter Lenore Bryan noch bittet ihre Tochter zu retten und dieser ,während seiner Zeit in Paris, teilweise den Tränen nahe sich einer schier unlösbaren Aufgabe gegenüber sieht, die den Zuschauer berührt, sind diese Szenen nun eher hölzern und nervig, und man wünscht sich, dass es endlich weiter geht in die Action, die aber nicht richtig kommt.
 
Der erste Teil und sogar der zweite zeichneten sich durch knallharte, handgemachte Action aus. So donnerten Autos rasend schnell im Gegenverkehr, Bösewichte wurden binnen Sekunden mit Zuhilfenahme von Haushaltsgeräten per Jason-Bourne-Style zerlegt und Feuergefechte wurden von einem wütenden Vater Bryan dominiert. Im dritten Teil wirkt die Action eher Pflichtbewusst abgearbeitet und wenig kreativ, obwohl Regisseur Olivier Megaton, mit Filmen wie „Transporter 3“ ja bereits bewiesen hat, dass er zu Recht einer der Action-Fachleute aus der Schmiede Besson ist.
 
Fast jede Schlägerei artet in eine schlecht choreografierte Schießerei aus und die einzige richtige Verfolgungsjagd wird durch mäßige Animationen von zerstörten Autos herabgestuft.
 
Liam Neeson spielt wieder gut, wenn auch eher widerwillig, während der Rest des Casts teilweise vollkommen desinteressiert im Film wirkt. Traurigerweise wirkt vorallem die Rolle von Forest Whitaker verloren und wird leider trotz mehrfacher Versuche nie eingeführt, sodass ein im Trailer angedeuteter, interessanter Gegenspieler für Bryan Mills nie richtig in Fahrt kommt.
 
Sehr kontrovers wurde nach dem Film ebenfalls eine vorkommende Folterszene diskutiert, doch schließlich kamen die meisten zum Schluss, dass diese eher schlecht inszeniert ist und als Schocker dient. Oft kam der Vergleich zu der, den meisten Fans noch bekannten, Folterszene im ersten Teil auf, die allerdings im Film eine Daseinsberechtigung hatte, da sie deutlich zeigte, wie weit der Protagonist bereit war zu gehen, und den Zuschauer erneut vor das moralische Dilemma stellte, ob man für einen solchen Helden noch jubeln könnte. Im dritten Teil wirkt die Szene sehr aus dem Kontext gerissen und verfehlt jede emotionale und dramaturgische Wirkung.
 
Für einen Actionfilm ist das Drehbuch meist eher zweitrangig, aber dieser Film leidet leider auch unter einem sehr vorhersehbaren Plot. So ist bereits am Anfang dem geübten Actionfan ersichtlich wer der wahre Strippenzieher ist und nach dessen Enthüllung welche Schritte konkret passieren werden. Er nimmt eine Geisel- Check. Er fährt weg, Held rast mit einem Auto hinterher- Check. Es kommt zu einem Showdown, indem der Bösewicht versucht zu erklären, weshalb er trotz seiner Niederlage der eigentlich Sieger ist- Check. Der Held gewinnt dennoch mit einem kurzen, nachahmnungswürdigen Monolog- Doppel-Check.
 
„Alles endet hier“ sagt großspurig das Filmposter und der Zuschauer denkt sich während der Films von immerhin nur 103 Minuten oftmals, „ja wann denn endlich“! Ein Film voller klischeebehafteter Bösewichte, die eher zum Lachen als zum Fürchten sind, eine mäßige Action und hölzern wirkende „emotionale“ Szenen machen „96 Hours- Taken 3“ zu einem eher schlechten Film, der für Fans des ersten Teils eher nicht zu empfehlen ist, für den normalen Actionliebhaber aber noch zu empfehlen ist, der „The Equalizer“ schon gesehen hat und den großen sommerlichen Actionblockbustern hinterhertrauert.
 
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