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Angry Birds: Kritik

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Autorin: Vivien Neder
 
Boah, ist er sauer. Und wie. Immer. Schon als kleines Küken gingen Red alle anderen auf den Keks. Aber mal ehrlich, ganz Unrecht hat er nicht. Schließlich ist es auch eklig, wenn einem der verschnupfte Sitznachbar im Kino ins Popcorn niest, oder? Pfui Teufel.
 
Bei so viel Ausgeglichenheit und Harmonie möchte man doch ein wenig Unfrieden stiften, nicht wahr? Wem sind nicht schon an einem miesen Tag seine Mitmenschen mit besonders sonnigem Gemüt ebenso besonders auf den Geist gegangen? Eben. Meist schluckt man den Ärger herunter und lässt ihn zu gegebener Zeit mit einem kräftigen Fußtritt an einem Tischbein aus. Was nur zu noch mehr Ärger führt, da man sich dabei unweigerlich selbst Schmerzen zufügt.
 
Nicht so Red: Er brüllt einfach den Ärgerverursacher direkt an. Oder stülpt ihm irgendetwas über den Kopf. Oder verprügelt ein quietschendes vogelförmiges Eingangsschild. Oder, oder, oder. Im sauer sein ist er nun einmal kreativ. Und um von möglichst wenig anderen Inselbewohnern gestört zu werden, hat er sich ein Häuschen am Strand weit weg vom Dorf gebaut. So ist Red.
 
Beliebt ist anders. Doch schließlich wird er nach einer seiner Wut-Eskapaden zur Wut-Therapie verdonnert. Das ruhige Dörfchen fühlt sich vom rotgefiederten Wüterich mit den dichten schwarzen Augenbrauen in seiner Idylle gestört. In der Therapie lernt er Chuck und Bombe kennen, die mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen haben.
 
Während Red versucht, mit seinem Leben klar zu kommen, tauchen neue Herausforderung am Horizont auf: Ein Schiff voller Schweine legt am Ufer an und bringt das idyllische Leben durcheinander. Die Schweine scheinen freundlich und werden von der Vogelgemeinschaft jubelnd aufgenommen. Nur Red ist skeptisch. Aber von ihm erwartet man auch nichts anderes. Niemand hört auf den Aussenseiter, der den Schweinen nicht so recht über den Weg trauen will…

 
Wut ist keine Lösung!“
 
Aber halt. Stimmt das auch? Die freundlichen Vögel sind irgendwann selbst überzeugt, dass das nicht der Fall ist. Dann ist nicht nur Red sauer, sondern alle. Und dann gehts ab. Warum sind die Vögelchen denn eigentlich alle so verärgert? Diese Frage haben sich vermutlich viele gestellt, die „Angry Birds" eifrig auf ihrem Handy gespielt haben.
 
Produzent John Cohen war der Überzeugung, dass das erfolgreiche Spiel eine gute Steilvorlage für eine animierte Komödie ergeben würde. Gleichzeitig beantwortet der Film die Frage, warum die Vögel so sauer geworden sind. Der Konflikt zwischen Schweinen und Vögeln bricht in „Angry Birds“ aus. Der Film ist somit sozusagen ein Prequel zum Spiel, das die Grundlage der Komödie ist.
 
Trotzdem wurde nicht nur einfach das Spiel kopiert und aufwändiger animiert, sondern eine völlig neue Story aufgebaut. Der Zuschauer (und vielleicht Spieler) lernt Red kennen. Er sieht nicht nur den verärgerten kleinen Vogel, den er mit einer Schleuder auf dem Display auf grüne Schweine in Häusern abgeschossen hat, sondern erhält einen Blick in seine manchmal recht einsame kleine Seele.
 
Auch die anderen Charaktere werden näher beleuchtet. Das idyllische Vogeldörfchen, aus dem die Angry Birds losziehen, um sich den Schweinen zu stellen, wird zur virtuellen Realität, die mit viel Phantasie errichtet wurde.
 
Phänomen "Angry Birds"
 
„Angry Birds" ist ein weiterer Film aus der Reihe der Computerspiel-Verfilmungen, die zur Zeit recht populär sind. Unter der Regie von Fergal Reilly und Clay Kaytis wird das Phänomen „Angry Birds" zum Leben erweckt, das seit seiner Erstveröffentlichung im Dezember 2009 Spielbegeisterten so manch langweilige Stunde vertrieben hat.
 
 
Der Film greift auf witzige Weise aktuelle Gegebenheiten auf und erweckt die kugeligen Vögelchen mit ganz eigenen Persönlichkeiten zum Leben. Die Schweine sind alle auf „Ferkelbook“ und der amtierende Fotograf der Vogelinsel ist ein Specht, der in atemberaubender Geschwindigkeit Bilder auf Holzplatten festhält.
 
Das Thema ist für einen Kinderfilm unüblich: Es geht um Aggression und deren Bewältigung. Aber nicht nur um deren Bewältigung, sondern auch um die Einsicht, dass ein Lebewesen ohne Aggression nicht überleben kann. Sie dient der Verteidigung. Wenn Aggression also im richtigen Moment eingesetzt wird, ist sie nicht nur angebracht, sondern lebensnotwendig.
 
Fazit - Trau, schau wem
 
Eine gesunde Portion Skepsis und die Bereitschaft, sich gegen Unrecht zu wehren sind wichtig. Das sehen auch die Macher von Angry Birds so. Ihnen ist ein Film gelungen, der bunt und schön anzusehen ist, voller Humor steckt und vor allem den Kleinen großen Spaß bereiten dürfte.
 
In diesem Sinne: Hoffentlich niest Ihnen während der Vorstellung keiner ins Popcorn, werter Leser. Wenn doch, einfach so machen wie Red: Popcorntüte über der Person auskippen. Anschließend leere Papiertüte auf den Kopf stülpen. Film in Ruhe genießen.
 
 
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