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A Bigger Splash: Kritik

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Autor: Michael Stumpf
 
Exzentrisch, tabulos und voller Überraschungen - Der italienische Regisseur Luca Guadagnino („I am Love“) entführt uns mit seinem neuesten Thriller in die dunklen Abgründe der menschlichen Leidenschaft. Und das mit einer Starbesetzung, die sich sehen lassen kann.
 
Denn für das psychotische Meisterwerk konnten Matthias Schoenaerts („The Danish Girl“), Dakota Johnson („Fifty Shades of Grey“), sowie die Oscar-Preisträger Tilda Swinton („Die Chroniken von Narnia“, „Hail! Caesar“) und Ralph Fiennes („James Bond 007: Spectre“) gewonnen werden.
 
Südländischer Flair und viel nackte Haut
 
Der Film beginnt zunächst ziemlich harmlos. Und das ändert sich auch in den ersten 90 Minuten nicht. Wir dürfen dabei das Künstlerpaar Marianne (Tilda Swinton) und Paul (Matthias Schoenaerts) auf die malerische Insel Pantelleria in der Abgeschiedenheit Süditaliens begleiten.
 
Das Paar möchte dort einen romantischen Erholungsurlaub verbringen. Denn Marianne, ein gefeierter Rockstar, hat bei einem ihrer letzten Konzerte ihre Stimme verloren und kann nur noch flüstern.
 
 
Für ihre Rolle konnte sich Tilda Swinton also völlig auf die Charakterdarstellung ihrer Figur konzentrieren. Und das macht sie in einer Perfektion, wie man das eben von einer Oscar-Preisträgerin erwarten darf.
 
Aber Tilda Swinton zeigt auch gleich zu Beginn des Films, was uns visuell erwartet und an was wir uns auch bei den anderen Darstellern gewöhnen müssen. Nämlich an viel nackte Haut. Völlig schamlos liegt sie deshalb so wie Gott sie schuf am Pool um sich zu Sonnen. Alles scheint perfekt zu sein. Bis sich ihr alter Freund Harry (Ralph Fiennes) und seine äußerst attraktive Tochter Penelope (Dakota Johnson) unerwartet ankündigen.
 
Ruhige Bilder gepaart mit tiefen Abgründen
 
Denn während Paul schon bald der lasziven Ausstrahlung der jungen Frau verfällt, erwacht auch zwischen Marianne und Harry eine „alte“ Leidenschaft. Dabei entsteht allmählich ein gefährlicher Sog, der alle in den Abgrund aus gefährlicher Eifersucht, Leidenschaft und sexueller Obsession zieht.
 
Durch ruhige und idyllische Bilder vermittelt uns Regisseur Luca Guadagnino zunächst ein harmonisches Bild von Urlaub und Romantik. Ohne das irgendetwas aufregendes passiert, hat man als Zuschauer das Gefühl mit den vier Protagonisten einfach eine unbeschwerte Zeit auf der Insel verbringen zu dürfen.
 
Einzig die freizügigen Sexszenen zwischen Paul und Marianne, diverse Rückblenden in ihr exzentrisches Leben als Rockstar und eine gewohnt freizügige Dakota Johnson stechen dabei hervor. Und auch die Story scheint vorhersehbar zu sein. Das junge Mädchen macht Paul schöne Augen und als Zuschauer glaubt man deshalb schon bereits zu erahnen, wie der Film enden wird. Aber dann kommt plötzlich der große Knall!
 
„A bigger Splash“ ändert in den letzten 30 Minuten nämlich derart seine Richtung und nimmt an Fahrt auf, wie man es wohl kaum vermutet hätte. Und dabei wird einem, was selten der Fall ist, sogar ausnamsweise nicht das Gefühl vermittelt, dass man am Ende schnell noch den Spannungsbogen hat erhöhen müssen. Man ist von der Wendung sogar derart gefesselt, dass einem das letzte Drittel wie ein eigenes 90 Minuten – Sequel vorkommt.
 
Denn was zunächst harmlos begann fördert plötzlich jene tief verankerten Instinkte, Leidenschaft und die Verlockungen einer intensiven Liebe in ihren dunkelsten Facetten ans Licht, die wohl in einer solchen Situation in uns allen Schlummern würden. Hervorzuheben sind an dieser Stelle vor allem die Hingabe mit denen alle vier Hauptdarsteller ihre Rollen spielen.
 
Fazit:
 
„A bigger Splash“ besticht also insgesamt betrachtet durch eine gute Story und natürlich durch die überzeugenden Darsteller, die ihre Rollen mit viel Hingabe und Facettenreichtum sehr glaubwürdig verkörpern. Spannend wird allerdings sein, ob es der Film schafft aufgrund des überschaubaren Spannungsbogens die breite Masse in die Kinos zu locken. Oder ob das vorrangig durch die vielen Nackt- und Sexszenen gelingen wird.
 
Wem das nicht stört, der kann sich bei „A bigger Splash“ davon und von schönen Urlaubsbildern, sowie von der überraschenden Story mit Crime-Elementen bestens unterhalten lassen.
 
 
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