DUMBO 160x600 Wide Skyscraper Dis Kinoservice AB AzF

 
nflix news

youtube1mobile1

The Last Witch Hunter: Kritik

tlwh kritik
 
Autorin: Simone Michel
 
Der actionreiche Fantasy-Streifen „The Last Witch Hunter“ mit Hauptdarsteller und Produzent Vin Diesel, nimmt seine Zuschauer mit in die düstere Welt von Hexen und Zauberern.
 
Eine Nacht im dunklen Mittelalter, in der die Bruderschaft des Ordens „Axt und Kreuz“ der grauenhaften Hexenkönigin (Julie Engelbrecht) begegnen, wird für einen Hexenjäger unter ihnen zum Schicksal: Von der sterbenden Hexe im letzten Atemzug verflucht, wird der tapfere Kaulder (Vin Diesel) zu ewigem Leben verdammt. Etwa 800 Jahre später übt er seine Berufung als Beschützer der ahnungslosen Sterblichen im heutigen New York noch immer aus – als letzter Hexenjäger. Die dunklen Kräfte sind inzwischen offenbar in Schacht gehalten, bis jedoch Kaulders priesterlicher Berater und langjähriger Freund Dolan der 36. (Michael Caine) Opfer mysteriöser Umstände wird…
 
Unterstützt durch Nachfolger Dolan der 37. (Elijah Wood) begibt sich der Hexenjäger auf die Suche nach den übersinnlichen Tätern. Dabei trifft er auf die junge Hexe Chloe (Rose Leslie), mit der sich Kaulder nicht ganz freiwillig verbündet. Gemeinsam geraten sie in einen erbitterten Kampf gegen die wachsenden dunklen Mächte.
 
 
Vin Diesel als Produzent und Hexenjäger
 
Niemand geringeres als Vin Diesel selbst steht als Produzent hinter dem Projekt „The Last Witch Hunter“. Als großer Fan des Videogames „Dungeons & Dragons“ gab er den Anstoß für das Drehbuch über den Hexenjäger Kaulder, das in Zusammenarbeit mit Autor Cory Goodman geschrieben wurde. Also endlich wieder ein Film, der keine Romanverfilmung darstellt und den Machern somit mehr kreativen Spielraum bietet, um die Zuschauer zu überraschen.
 
Regisseur Breck Eisner erschafft hierfür gemeinsam mit seinen Storyboard-Artists faszinierende Bilder, bei denen er auf die Details höchsten Wert legt. Dies wird in unzähligen Szenen offensichtlich, wobei das Special Effects-Team selbst eine ordentliche Portion Magie versprüht hat. Die Effekte sind sehr gelungen, so dass die fantasievolle Welt der Hexen in Vergangenheit sowie Gegenwart überzeugen kann.
 
Hexenjäger Kaulder erinnert dabei hin und wieder an den paranormalen Detektiv John Constantine, der im gleichnamigen Film dem unwissenden Zuschauer die Welt der Engel und Dämonen näherbringt, mit all ihren Regeln. Auch Kaulder zeigt dem Publikum die Welt der Hexen und Zauberer auf ähnliche Weise, damit es die mystischen Zusammenhänge versteht. Die mentale Reise in andere Welten wird den einen oder anderen Zuschauer bei „The Last Witch Hunter“ ebenfalls an „Constantine“ erinnern. Inhaltlich handelt es sich davon abgesehen aber um zwei sehr unterschiedliche Fantasy-Filme, allerdings mit vergleichbar packenden Effekten.
 
Bunte Darsteller-Riege 
 
Bei den Darstellern lässt sich zunächst vor allem feststellen, dass es sich bei diesen um bekannte Gesichter unterschiedlichster Sci-Fi- und Fantasy-Storys handelt. In dieser Hinsicht also ein erfahrenes Team für „The Last Witch Hunter“. Vorne an steht dabei natürlich Hauptdarsteller Vin Diesel, der den furchtlosen, charismatischen Hexenjäger super verkörpert. Man merkt ihm an, dass er die Rolle leidenschaftlich gerne übernommen hat.
 
„Game of Thrones“-Fans dürfte der Auftritt von Rose Leslie positiv auffallen. Die junge Schauspielerin, die mit der Rolle der toughen Ygritte weltbekannt wurde, spielt die moderne Hexe Chloe mit viel Gefühl. Chloe ist eine der wenigen, die keine Angst vor dem letzten Hexenjäger hat und wird sogar zu seiner Verbündeten, auch wenn beide sich zu Beginn gegenseitig nicht ganz trauen wollen.
 
Schwer hat es anfangs auch der 37. Dolan, welcher von Elijah Wood gespielt wird. Die „Herr der Ringe“-Berühmtheit zeigt sich in „The Last Witch Hunter“ mal wieder von einer anderen Seite. Die Rolle des den Hexenjäger verehrenden Helferleins passt ideal zu dem Schauspieler. Er kann einem am Anfang sogar fast etwas leid tun, so wie Dolan der 37. bei Kaulder um Anerkennung betteln muss.
 
Schauspielikone Sir Michael Caine ist hingegen ein eher ungewöhnliches Gesicht in dieser Riege. In einem actiongeladenen Fantasy-Film, an der Seite von Actionstar Vin Diesel, könnte man fast glauben, dass er recht deplatziert wirkt. Doch das Gegenteil ist der Fall. Denn ihm steht die Rolle als der 36. Dolan ausgezeichnet. Wie schon als Butler Alfred in Christopher Nolans „Batman“-Trilogie, spielt er auch hier den gutmütigen Helfer eines zwiegespaltenen Helden. Schade nur, dass Caine, wie auch Wood, in „The Last Witch Hunter“ nur relativ wenig auftauchen, was angesichts des Inhalts aber natürlich durchaus Sinn macht.
 
Zuletzt sei noch eine Darstellerin erwähnt, deren überzeugendes Spiel sich hinter einer gruseligen Maske verbirgt. Nicht unbeachtet bleiben sollte aber auch die grausige Hexenkönigin, welche von der eigentlich hübschen Deutsch-Französin Julie Engelbrecht verkörpert wird. Als erbarmungslose Hexe treibt sie wohl so manchem einen Schauer über den Rücken. Der aufmerksame TV-Zuschauer könnte die Schauspielerin in Natura in einigen Serien, wie „Tatort“, „SOKO Köln“ oder „The Strain“ wiederentdecken.
 
Das Thema „Hexen“ im Fantasy-Film
 
So gut die Besetzung und die Effekte bei „The Last Witch Hunter“ aber letztlich auch sein mögen, der Film ist innerhalb seines Genres nicht herausragend. Fantasy, aber auch Science Fiction, erfreut sich aktuell großer Beliebtheit, umso schwerer haben es zugleich deren Vertreter an den Kinokassen. Das Thema „Hexen“ ist darunter vermutlich weniger eines, welches momentan großes Interesse wecken wird, so wie es kürzlich bereits der mäßig erfolgreiche Film „Seventh Son“ gezeigt hat. Zwar ist die Handlung von „The Last Witch Hunter“ dramaturgisch gut aufgebaut, aber thematisch konnte mich der Film nicht mitreißen.
 
„The Last Witch Hunter“ ist ein solider Film, der für gute Unterhaltung sorgt, den man jedoch nicht unbedingt im Kino gesehen haben muss. Dazu wirkt die Handlung nicht innovativ genug, auch wenn Cast, Figuren und visuelle Effekte positiv auffallen. 
 
 
feedback