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Sicario: Kritik

sicario kritik
 
Autorin: Simone Michel
 
Mit „Sicario“ präsentiert Studiocanal einen hochkarätig besetzten, spannenden Thriller, der seinem Publikum das Blut in den Adern gefrieren lässt.
 
Die FBI-Agentin Kate Macer (Emily Blunt) und ihr Team machen in einem Haus in Phoenix einen grausamen Fund. Nach einem weiteren entsetzlichen Vorfall dort, befindet sich nicht nur die US-Behörde in höchster Alarmbereitschaft, sondern auch Kate will die Schuldigen um jeden Preis finden. Hier tritt Matt Graves (Josh Brolin) auf den Plan. Er leitet eine Spezialeinheit, welche es sich zum Ziel gemacht hat, den gemeinsamen Feind auszuschalten: die Oberhäupter eines mexikanischen Drogenkartells.
 
Graves will die auf Entführungen spezialisierte Agentin bei diesem Vorhaben unbedingt dabei haben. Kate schließt sich ihm bereitwillig an und begleitet Graves und seinen mysteriösen Kollegen Alejandro (Benicio del Toro) über die Grenze nach Mexiko. Sie findet sich in Juárez wieder – dem Zentrum des Krieges zwischen den Drogenbossen auf der einen und den US-Kräften sowie der mexikanischen Armee auf der anderen Seite. Doch nicht nur der barbarische Umgang der Drogenkartelle mit den Menschen vor Ort schockiert Kate. Erschreckt ist sie vor allem auch von der Brutalität ihrer neuen Kollegen, die sie vor immer mehr offene Fragen stellen…
 
 
Rasante Handlung und rätselhafte Charaktere
 
Die Dramaturgie von „Sicario“ reißt von Beginn an mit. Die Handlung ist durchweg spannend und intelligent aufgebaut, so dass der Zuschauer immer wieder überrascht werden kann. Auch die Zeichnung der Figuren und die Wahl der Darsteller sind optimal getroffen. Wohl kaum jemand könnte die undurchschaubaren und erbarmungslosen Task Force-Mitglieder besser verkörpern als Josh Brolin und Benicio del Toro.
 
Matt Graves ist ein echt harter Hund, der immer einen bissigen Spruch auf den Lippen hat, dabei aber nie sein Pokerface verliert. Noch rätselhafter erscheint neben ihm nur Alejandro. Der Zuschauer entwickelt schnell Sympathie für den mexikanischen Söldner, stellt diese aber zugleich in Frage, genau wie es auch bei Kate der Fall ist.
 
Neben den beiden alteingesessenen Schauspielern, ist das junge Gesicht der Protagonistin eines, das aktuell vermehrt bei Hollywood-Filmen in erster Reihe zu sehen ist. Dies spricht für die Beliebtheit und das Talent der britischen Schauspielerin Emily Blunt (zuletzt in „Into the Woods“ und „Edge of Tomorrow“). Natürlich spielt sie die Rolle der verunsicherten FBI-Agentin sehr überzeugend. Man fragt sich jedoch zu Beginn häufig, welchen Mehrwert ihre Figur innerhalb der Story eigentlich hat, da sie aus Sicht der amerikanischen Spezialeinheit kaum nützliche Fähigkeiten mitzubringen scheint. Über diesen Gedanken kommt der Zuschauer aber im Laufe des Films rasch hinweg.
 
Die Zuschauer werden mitgerissen – wenn sie das aushalten
 
Der kanadische Regisseur Denis Villeneuve hat sich spätestens seit dem Kinohit „Prisoners“ weltweit einen Namen gemacht. Sein neuer Film „Sicario“ (span. für „Killer“) ist mindestens genauso intelligent und spannend inszeniert. Neben den inhaltlichen Aspekten fallen zunächst vor allem die faszinierenden und teilweise schockierenden Bilder auf. Die weiten Einstellungen zeigen trostlose Landschaften in Mexiko, die sich mit einem leuchtenden Feuerwerk aus Geschossen und den Leichen in der Stadt Juárez abwechseln. Unter die Haut gehen dabei zudem insbesondere die Soundeffekte, deren tiefen Töne für eine düstere, nervenaufreibende Stimmung sorgen.
 
„Sicario“ ist nichts für leichte Gemüter. Der Thriller enthält zum Teil recht gewalttätige Szenen, die vielen Zuschauern einen Schauer über den Rücken jagen können. Doch genau dies lässt die Handlung des Films rund um die mexikanischen Drogenkartelle und den Kampf der Amerikaner gegen sie, realistisch wirken. Man fragt sich, wie viel davon tatsächlich der Wahrheit entspricht.
 
Die Geschichte reißt die Zuschauer mit, insofern diese mit der gezeigten Brutalität umgehen können. Die Handlung und Charaktere sind intelligent kreiert, so dass die Spannung stets aufrecht erhalten wird. Ich bin begeistert von  „Sicario“ – wie man wohl unschwer erkennen kann – und empfehle den Film gerne jedem weiter.
 
 
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