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Fantastic Four: Kritik

f4 kritik
 
Autor: Alexander Friedrich
 
Die fantastischen Vier sind wieder da! In Zeiten der Neuauflagen und Reboots bedient sich Marvel nun auch an der eigentlich seit fast zehn Jahren filmisch auf Eis liegenden Comic-Marke, um sie neu zu erfinden. Regisseur Josh Trank scheitert jedoch leider bei diesem ambitionierten Projekt, da trotz passender Besetzung dramaturgisches Gespür und vor allem der Unterhaltungsfaktor auf der Strecke bleiben.
 
Der talentierte Nachwuchs-Wissenschaftler Reed Richards (Miles Teller) konnte sich bislang weder viele Freunde noch einen Namen in der Branche machen, bis er plötzlich Bekanntschaft mit Dr. Franklin (Reg E. Cathey) Storm macht, welcher sein Talent erkennt und ihn in sein bislang größtes Projekt involviert. In Zusammenarbeit mit der Regierung soll Dr. Storm nämlich über den Bau eines Teleporters neue Planeten in weit entfernten Galaxien entdecken. Um diese Aufgabe zu stemmen, vertraut der erfahrene Wissenschaftler neben Reed seinem Sohn Johnny (Michael B. Jordan) und seiner Adoptivtochter Susan (Kate Mara). Die völlig unterschiedlichen Jungspunde raufen sich so während der aufwendigen Instruktion zu einem echten Team zusammen.
 
 
Als die Maschine schließlich fertig wird, will es sich das Team allerdings nicht entgehen lassen, als Pioniere den fremden Planeten zu bereisen, bevor der Teleporter offiziell in die Hände der Regierung geht und weihen ihre revolutionäre Erfindung schließlich heimlich in eigener Sache ein. Reed besteht zudem darauf, seinen einzigen Freund Ben (Jamie Bell) dabei zu haben. Doch die Expedition geht komplett schief, da das junge Team mit einer außerirdischen Flüssigkeit in Kontakt gerät und mit beängstigenden Mutationen zurückkehrt. Die Regierung sperrt die vier in der Folge ein und will deren Kräfte fortan für militärische Zwecke einsetzen. Der Zusammenhalt und speziell die Freundschaft von Reed und Ben werden auf eine harte Probe gestellt...
 
Um der bereits bekannten Origin-Story der Fantastic Four etwas Würze zu verleihen, wurde der Stoff mit einen Hauch „Interstellar“ verfeinert. Die neue Ausrichtung der fantastischen Vier macht sich am jedoch am ehesten bei der starken Verjüngung der Helden bemerkbar. So sind die Schauspieler noch recht unbekannte Jung-Schauspieler, wenn man von Whiplash-Hauptdarsteller Miles Teller und House of Cards-Star Kate Mara absieht. Dass der mit Feuer kämpfende Johnny Storm anders als in der Comic-Vorlage oder in den letzten „Fantastic Four“ Filmen von einem Farbigen verkörpert wird, ist einigen Fans zwar sauer aufgestoßen, spielt jedoch kaum eine Rolle, da die Besetzung gut gewählt wurde und ein Reboot sowieso gerne andere Wege als die eigentliche Vorlage gehen darf.
 
Im Gegensatz zu vorbildlichen filmischen Neuausrichtungen wie „Batman Begins“ oder zuletzt „Terminator Genisys“ scheitert „Fantastic Four“ leider eben bei genau dieser neu erzählten Geschichte. Denn hier begehen die Autoren einen großen Fehler. Die größte Schwierigkeit bei einem Reboot liegt bekanntermaßen darin, die bereits bekannte Geschichte erneut zu erzählen und alle Figuren neu einzuführen - so als hätte es das Franchise noch nie gegeben.
 
Für diese Exposition nimmt sich „Fantastic Four“ viel zu viel Zeit. Es ist zwar begrüßenswert, dem Genre und den Charakteren viel Raum und Profil zu verleihen, doch während Christopher Nolan in „Batman Begins“ seinen Protagonisten eine erinnerungswürdige Entwicklung - versetzt mit einem hervorragenden Spannungsbogen - durchliefen lies, verpufft „Fantastic Four“ nach seiner ewigen Einführung nahezu vollständig. Als die vier Helden nämlich endlich ihre Kräfte erlangt haben, ist schon so viel Laufzeit vergangen, dass der Rest des Films erschreckend lieblos und hastig abgedreht wirkt. Die Superkräfte kommen einerseits kaum erwähnenswert zum Einsatz, noch bekommen die Protagonisten annähernd den Zeitraum zur persönlichen Auseinandersetzung mit ihrer neuen Situation, den sie für ihre Einführung bekommen haben.
 
Absoluter Tiefpunkt dabei ist der Bösewicht Dr. Doom, den es schon im von Bernd Eichingers produzierten „Fantastic Four“ von 2005 zu sehen gab. Die eigentlich interessante und bedrohliche Figur taucht nämlich erst kurz vor Ende auf und verschwindet binnen gefühlter Minuten auch schon wieder. Zwischendurch gibt es ein ziemlich uninspiriertes Finale, wenn der Zuschauer denn vor Langeweile überhaupt noch aufmerksam ist.
 
Fazit: Nach den beiden unbeliebten „Fantastic Four“-Filmen bisher ist es durchaus verständlich, das Marvel es mit der Reihe noch einmal von vorne versuchen will.
 
Warum dann so wenig Liebe und Herzblut in dieses Reboot gesteckt wurde, bleibt allerdings ein Rätsel. Die verjüngte und passende Besetzung und der realistischere Look sind zwar schon mal ein guter Ansatz, doch „Fantastic Four“ ist an allen Ecken und Enden anzusehen, das die Macher nicht wirklich Lust auf den Reset der Geschichte hatten und dieses Reboot nur abliefern, um möglichst bald eine Fortsetzung zu liefern und richtig loslegen zu können. In Erinnerung wird diese Interpretation von Josh Trank jedenfalls nicht bleiben.
 
 
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