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Mortdecai: Kritik

mortdecai kritik
 
 Autor: Jonas Sticherling
 
Johnny Depp kehrt als planloser, britischer Adliger und Kunstexperte Mortdecai in der gleichnamigen Komödie „Mortdecai: Der Teilzeitgauner“, die uns Studiocanal präsentiert, zurück und begibt sich auf die Suche nach einem verschwundenen Gemälde.
 
Charlie Mortdecai ist Sprössling einer alten, britischen Adelsfamilie, Kunstexperte und chronisch verschuldet. Trotz seiner Versuche mit teilweise etwas illegalen oder betrügerischen Methoden an Geld zu kommen um seine Steuerschulden zu bezahlen, steht er kurz vor der Insolvenz.
 
Um eben dieser zu entgehen versucht er zwanghaft Geld aufzutreiben, auch damit seine Frau Johanna nicht eben seine geliebten Kunstschätze zur Rettung aus ihrer misslichen, finanziellen Lage unter den Auktionshammer wirft. So kommt es ihm nur gelegen, dass ein ehemaliger Studienkollege Alistair Martland, der mittlerweile beim MI5 Karriere gemacht hat, auf seiner Türschwelle auftaucht und bei einem besonders pikanten Fall Mortdecais Hilfe braucht.
 
 
Ein berühmtes Goya-Gemälde ist unter mysteriösen Umständen verschwunden und Martland braucht Mortdecais Wissen um den Fall zu lösen. Dieser wittert seine Chance, denn schließlich ist eine satte Belohnung für den Finder ausgeschrieben, sodass er seine finanziellen Probleme mit einem Schlag lösen könnte.
 
Mortdecai und sein treuer Butler und Bodyguard Jock finden sich bald in einer rasanten Wettlauf um den Globus wieder, immer auf der Suche nach der nächsten Spur, gejagt von internationalen Kunstschmugglern, Top-Terroristen und so manchem von Mortdecai geprellten und rachsüchtigen Kunden. Doch Mortdecai muss auch Zuhause aufpassen, denn Agent Martland hegt scheinbar mehr Interesse an Mortdecais Frau Johanna als am Kriminalfall und versucht in dessen Abwesenheit seine Jugendliebe zu erobern….
 
Bei Mortdecai finden gleich mehrere Kreative zusammen, die bereits zusammengearbeitet haben. So finden Regisseur und Drehbuchautor David Koepp und Schauspielstar Johnny Depp, nach ihrer letzten Zusammenarbeit bei dem Mystery-Thriller „Das geheime Fenster“, erneut in einem Projekt zueinander.
 
Diese gemeinsamen Erfahrungen machen sich deutlich in dem Film bemerkbar. So schafft es Regisseur David Koepp sehr gut die Energie von Johnny Depp in die richtige Richtung zu lenken und setzt dessen teils wilde, teils schrullige Spielweise gut pointiert ein. Denn trotz Johnny Depps außergewöhnlicher Darstellung von seinen Charakteren auf ungewöhnliche und amüsante Art, ist es leider Routine geworden ihn und seine Energien ungelenkt auf den Zuschauer loszulassen.
 
Das führte in der Vergangenheit manchmal dazu, dass es zu übertrieben wirkte und vom Film ablenkte. Nicht bei Mortdecai. Auch hier merkt man deutlich, dass Koepp Johnny Depp die Rolle auf den Leib geschrieben hat, aber Depps Performance wirkt im Film nie (für Johnny Depp-Maße) übertrieben oder unglaubwürdig.
 
Er spielt die Rolle des exzentrischen, ulkigen Landlords glaubhafter als viele seiner Rollen in der jüngeren Vergangenheit und eine Vielzahl der Schmunzler werden durch seine Mimik und Gestik getragen. Auch der Rest des sehr ansehnlichen Casts überzeugt im Film. Gwyneth Paltrow gibt die dominante, aber freche Ehefrau Johanna, die weiß wie Sie sowohl Mortdecai als auch Martland zu Ihren Nutzen kommandieren muss und ohne die Mortdecai vermutlich trotz(oder gerade wegen) seiner Art aufgeschmissen wäre.
 
Paul Bettany sorgt als Diener von der Familie Mortdecai wegen seiner unerschütterlichen Treue, genau wie durch seine kleinen Eskapaden in der Damenwelt für einige Lacher. Durch seine frühere Zusammenarbeit mit Depp als dessen Gegenspieler in „Transcendence“ entsteht zwischen beiden eine angenehme Vertrautheit, die sich auch vor der Kamera bemerkbar macht und durch die ein fast „Dick und Doof“ ähnlicher Charakter ihrer Beziehung entsteht.
 
Ewan McGregor schafft es den harten Ermittler genauso gut zuspielen wie den gescheiterten Bewunderer von Johanna und sorgt an einigen Stellen mit seiner Spielart für Mitleid. Auch schafft es der Film einige Gegenspieler und Bekanntschaften von Mortdecai mit namhaften Schauspielern zu besetzen, die im Film mit lustigen Gastauftritten erscheinen.
 
Technisch setzt der Film sicher keine Maßstäbe, sondern wird vielmehr von Kamera und dem Schnitt nach dem Standardmuster pflichtbewusst erledigt. Auch die Geschichte und die Charaktere wirken weniger originell und man hat mehrmals im Film Momente wo man sich ertappt den Film mit anderen Detektivkomödien wie der „Rosarote Panther“ zu vergleichen. Auch bauen viele Witze im Film auf wenig originelle, von einem Kollegen passend getauft „PKK-Witze“(Pisse, Kotze, Kacke) auf. Aber dennoch hat der Film gerade durch seine durchgängig ulkigen Charaktere und die teilweise daraus entstehenden Dialoge seine Momente.
 
Zusammenfassend kann man zu „Mortdecai- der Teilzeitgauner“ sagen, dass es sich um einen unterhaltsamen Film handelt. Natürlich wird das Genre nicht neu definiert und man wird auch nicht lachend aus seinem Kinosessel fallen, aber der Film hat seine Momente und ist für den Kinobesuch als Durchschnittskinogänger durchaus zu empfehlen.
 
Für kurzweilige Unterhaltung ist also gesorgt.
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